Bei Schulabgängern hapert es, wenn es um Finanzen geht. So sieht das zumindest die Schufa. Daher soll ein Schulfach nun Abhilfe für dieses Problem schaffen.

Denis Klein (23) und Roksana Geiss (24) haben beide einen Schulabschluss. Sie beherrschen mathematische Formeln. Sprechen mehrere Sprachen. Aber beim Thema Finanzen hapert es. Braucht Berlin das Schulfach „Geld“?

Ja! – Sagt zumindest Schufa-Chef Michael Freytag (58, CDU): „Der Umgang mit Geld ist eine wesentliche soziale Kompetenz. Jugendliche vermissen Finanzthemen im Unterricht. Sie sollten systematisch in den Schulen behandelt werden.“

Umgang mit Geld in der Schule näherbringen

Das finden auch die Friseurlehrlinge Denis und Roksana. „Wir sprechen im Freundeskreis oft über Geld-Themen“, sagt Roksana. „Auf dem Gymnasium war das nie so.“ Auch Denis kam mit Finanzwesen erst am Oberstufenzentrum in Berührung.

Mittlerweile hat der Senat das Problem erkannt. Mit dem Rahmenlehrplan 2017/2018 für die Klassen 1 bis 10 soll der Umgang mit Geld fächerübergreifendes Thema werden. Nach welchen Kriterien fällt man Konsumentscheidungen? Was bedeutet Nachhaltigkeit?
Ein richtiges Schulfach „Geld“ ist bisher allerdings nicht geplant.

Eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag der Schufa bestätigt, dass die meisten jungen Menschen (16 bis 25 Jahre) wenig Ahnung von dem Thema haben. Nur 17 Prozent von ihnen wissen zum Beispiel, was ein Vertrag zur privaten Altersvorsorge beinhaltet.

Für ganze 88 Prozent ist die eigene Familie die wichtigste Informationsquelle beim Thema Geld. Nur sechs Prozent der jungen Menschen haben Informationen zum Thema Geld in der Schule erhalten. Dabei sehen 78 Prozent der Befragten ihre Lehrer als glaubwürdige Informationsquelle an.

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