Der Rubel hat binnen eines Jahres schon 17 Prozent an Wert verloren. Der Schaden greift auf die Realwirtschaft über. Noch vernebelt die Euphorie von Sotschi die Gemüter – doch danach wird es düster.

Schlimmer kann es nicht kommen. Das dachten am Mittwochnachmittag 140 Millionen Russen, nachdem ihre geliebte „Sbornaja“ im Eishockey-Viertelfinale gegen Finnland ausgeschieden war. Doch die eishockeyverrückte Nation muss sich auf größere Übel einstellen. Russland steht vor einer ungewissen Zukunft.

Von den Märkten kommen bedrohliche Signale. Der Rubel rutscht beinahe täglich weiter ab. Zum Euro hat die russische Währung in dieser Woche ein historisches Tief markiert. Der Wertverlust hat inzwischen ein solches Ausmaß angenommen, dass auch die Realwirtschaft mit in die Tiefe gezogen wird.

Seit Jahresanfang büßte der Rubel zum Euro rund acht Prozent ein. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Minus sogar 17 Prozent. „Der Rubel-Kursrutsch hat das Zeug, wirklichen Schaden anzurichten“, sagt François-Xavier Chauchat, Ökonom beim Analysehaus Gavekal Dragonomics.

Die Kapitalflucht könnte sich beschleunigen, sollten die Akteure das Vertrauen in die Währung vollends verlieren. „Um einen solchen Exodus zu stoppen, müsste die Notenbank die Zinsen anheben und würde damit die Wirtschaft ruinieren.“

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