Greift die EZB bald zu einer neuen Waffe im Kampf gegen die Eurokrise? Um die Banken zu zwingen, den Unternehmen in den Krisenländern endlich wieder Geld zu leihen, könnte sie den Einlagezins unter null senken. Dann wird es womöglich auch für Sparer teuer.

Der Leitzins auf Rekordtief. Die dicke Berta immerzu bereit Staatsanleihen Staatsanleihen zu kaufen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einige Waffen gezückt im Kampf gegen die Schuldenkrise. Nun könnte eine neue hinzukommen. In den Gremien der Notenbank werde bereits darüber diskutiert, den Zinssatz, den Banken für ihre Einlagen bei der EZB bekommen, unter null zu senken, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS). Doch was bringt das? Und geht es dann auch den Sparern an den Kragen?

Die Idee hinter dem Mogelzins: Insbesondere die von der Schuldenkrise gebeutelten Länder stecken in einer Kreditklemme. Dort leihen die Geschäftsbanken den Unternehmen nicht in dem Maße Geld, wie diese es benötigen, um zu wachsen. Stattdessen parken die Kreditinstitute ihre Euro sicher – wenn auch zu einem geringen Zins – bei der EZB. Um das zu vermeiden und damit Banken wieder mehr Kredite vergeben, könnte die Notenbank für diese Einlage nun Geld verlangen.

Müssen die Sparer blechen?

Dass diese Maßnahme Erfolg hätte, bezweifeln Experten wie Michael Koetter, Banken-Professor an der Frankfurt School of Finance. „Ich glaube nicht, dass die Banken ihr Geschäftsmodell ändern würden, nur weil der Einlagezinssatz ein paar mickrige Prozentpunkte im negativen Bereich liegt“, sagt Kötter.

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