In München wird über ein Ende und einen Neuanfang entschieden: Auf der Hauptversammlung des Nutzfahrzeug- und Motorenherstellers MAN stimmen die Aktionäre über den Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit Europas größtem Autobauer Volkswagen ab.

Der ist allerdings nur eine Formalität, denn mehr als 75 Prozent der Stimmrechte sind bereits im Besitz von Volkswagen. Mit dem Vertrag sichert sich Volkswagen nun den vollen Zugriff auf die Kasse des Münchener Traditionsunternehmens. „MAN ist nun Teil der Volkswagen-Familie. Wir schlagen damit ein neues Kapitel in unserer traditionsreichen Unternehmensgeschichte auf“, sagte Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen in München. Und dieses Kapitel werde langfristig eine Erfolgsgeschichte sein, zeigte er sich überzeugt.

An der Allianz hatte Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piech über Jahre hinweg gebastelt. Zukünftig will man im Verbund mit Scania und Volkswagens Nutzfahrzeugsparte Wettbewerber wie Volvo und den weltgrößten Lkw-Hersteller Daimler angreifen. Synergien von 200 Millionen Euro sollen in der Beschaffung und Entwicklung gehoben werden.
An der Übernahme hatte es jedoch schon im Vorfeld der Versammlung immer wieder Kritik gehagelt, auch heute dürften viele Aktionäre die Gelegenheit nutzen, ihrem Ärger Luft zu machen.

Denn das Abfindungsangebot von Volkswagen wurde im Vorfeld in Branchenkreisen als zu niedrig empfunden. So sollen Aktionäre pro Stamm- und Vorzugsaktie 80,89 Euro erhalten, was unter dem derzeitigen Börsenkurs von 84,42 Euro liegt. Pachta-Reyhofen erklärte auf der Hauptversammlung hingegen, die Ausgleichszahlungen seien „angemessen“.
Seit dem Pflichtangebot von Volkswagen im Jahr 2011 hätten sich die gesamtwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Rahmenbedingungen deutlich geändert, sagte der Manager weiter. Damals zahlte Volkswagen pro Stammaktie 95 Euro.

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