Der Eurozone droht dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge in diesem Jahr eine noch tiefere Rezession. Die Wirtschaft der 17 Euro-Länder werde 2013 um 0,6 Prozent schrumpfen, teilte der IWF in seinem in Washington veröffentlichten Ausblick mit. Auch die weltwirtschaftliche Entwicklung sieht der Währungsfonds pessimistischer und senkte seine diesjährige Wachstumsprognose leicht auf 3,1 Prozent.

Für die Eurozone war der Währungsfonds in seiner Frühjahrsprognose noch von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent ausgegangen. Die Konjunktur in der Währungsgemeinschaft wird den Angaben zufolge vor allem durch eine schwache Binnennachfrage, gesunkene Zuversicht bei Bürgern und Unternehmen sowie die anhaltenden Kürzungen in den Haushalten vieler Länder belastet. Zudem bestünden weiter Zweifel an der Stabilität des europäischen Bankensystems. Auch für 2014 erwartet der IWF im Euroraum nur ein mageres Wachstum von 0,9 Prozent.

Die diesjährige Wachstumsprognose für Deutschland halbierten die IWF-Experten auf 0,3 Prozent. 2014 soll die deutsche Wirtschaft dann wieder um 1,3 Prozent wachsen, 0,1 Prozentpunkte weniger als bislang angenommen. Frankreich steckt mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent in diesem Jahr in der Rezession. Auch in Italien (minus 1,8 Prozent) und Spanien (minus 1,6 Prozent) sind die wirtschaftlichen Probleme größer als bei der letzten IWF-Schätzung gedacht.

Neben der Krise im Euroraum lastet auch das schwächere Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern auf der globalen Wirtschaftslage. „Nach Jahren des starken Wachstums sind Abwärtstrends vor allem in den Schwellenländern bemerkbar“, sagte IWF-Chefökonom Olivier Blanchard. Der Währungsfonds senkte die Wachstumsprognose für die Schwellenländer für dieses Jahr von 5,3 auf 5,0 Prozent und für 2014 von 5,7 auf 5,4 Prozent. Staaten wie China, Russland, Indien und Brasilien drohe auch längerfristig ein gedämpftes Wachstum.

Auch die Entwicklung in den USA bereitet den IWF-Ökonomen Sorgen. Die Einschnitte bei den Staatsausgaben hätten das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt verlangsamt. Die US-Wirtschaft werde in diesem Jahr um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 2,7 Prozent zulegen – jeweils 0,2 Prozentpunkte weniger als bisher prognostiziert.

Insgesamt korrigierte der IWF seine Wachstumsprognose für 2013 um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent nach unten. Im kommenden Jahr dürfte das Weltwirtschaftswachstum ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte geringer ausfallen und damit 3,8 Prozent betragen.

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