Eine Gruppe von Investoren und Pensionsfonds hat einem Bericht zufolge zwölf große internationale Banken, darunter die Deutsche Bank, in den USA wegen Wechselkursmanipulationen an den Devisenmärkten verklagt.

Die Klage sei am Montag bei einem Bezirksgericht in Manhattan Süd eingereicht worden, berichtet das „Wall Street Journal“ am Dienstag in seiner Online-Ausgabe. Die Kläger stammen demnach aus den USA und von den Karibischen Inseln. Sie werfen den Banken laut „WSJ“ vor, sich mittels Kurznachrichtendiensten, SMS und E-Mail über Kurse abgesprochen zu haben.

Alle Kläger haben dem Bericht zufolge bereits einzeln Klage gegen die Banken eingereicht – die gemeinsame Klage soll ihren Vorwürfen mehr Gewicht verleihen.

Neben der Deutschen Bank sind in der Klage die US-Banken Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Morgan Stanley und Bank of America aufgeführt, aus Großbritannien Barclays, die HSBC und die Royal Bank of Scotland, aus Frankreich die BNP Paribas und aus der Schweiz die UBS und die Credit Suisse.

Seit Herbst gehen Aufsichtsbehörden weltweit dem Verdacht von Wechselkursmanipulationen an den internationalen Devisenmärkten nach. Mehrere Großbanken haben bestätigt, dass sie von den Ermittlungen betroffen sind, darunter Citigroup und JPMorgan Chase sowie Barclays und UBS. Auch die Deutsche Bank arbeitet nach eigenen Angaben in dem Fall mit den Behörden zusammen.

Deutsche Bank suspendiert führende Händlerin

Einige Geldinstitute haben bereits Devisenhändler suspendiert oder entlassen. Mehreren aktuellen Berichten zufolge hat die Deutsche Bank im Skandal um Manipulationen am Devisenmarkt eine führende Händlerin in London vom Dienst suspendiert. Kai Lew, die für das Devisengeschäft mit Zentralbanken zuständig sei, habe bereits im März ihren Arbeitsplatz verlassen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe keine Hinweise auf ein Fehlverhalten. Eine Sprecherin der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ab, Lew war zunächst nicht zu erreichen. Sie ist die erste Frau, die im Zuge der Ermittlungen freigestellt wurde. Bislang mussten weltweit etwa 30 Devisenhändler ihren Arbeitsplatz räumen.

Weltweit untersuchen Behörden seit rund einem Jahr, ob es am Devisenmarkt ähnlich wie beim Referenzzins Libor zu Manipulationen und verbotenen Absprachen von Händlern gekommen ist. Die Deutsche Bank gehört zu den dominierenden Akteuren im Devisengeschäft.

Dieses gilt mit einem täglichen Volumen von zuletzt rund fünf Billionen Dollar (3,6 Billionen Euro) als größter Finanzmarkt der Welt. Ein großer Teil des Handels findet dabei zwischen Finanzunternehmen über ihre Händler statt. Viele Institute wie die Deutsche Bank haben inzwischen interne Untersuchungen eingeleitet, um nach möglichen Verstößen in den eigenen Reihen zu fahnden.

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