Die Bank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist die größte nationale Förderbank der Welt und nach der Bilanzsumme die drittgrößte Bank Deutschlands. Banken müssen Risiken berechnen, deshalb spielte die KfW jetzt den Zusammenbruch der Euro-Zone durch. „Wir tun das nicht, weil wir das erwarten“, erklärte der KfW-Finanzchef Bernd Loewen am Dienstag in Frankfurt. Allerdings müssten große Finanzinstitute auf ein solches Szenario vorbereitet sein.

Das direkte finanzielle Engagement der KfW sei in den europäischen Peripherieländern überschaubar, so Loewen. Trotzdem könnten Verwerfungen an den Märkten nach einem Zusammenbruch der Euro-Zone auch die KfW-Bankengruppe treffen. „Aufgrund der Zweit- und Drittrundeneffekte würden wir an die Grenzen unserer Risikotragfähigkeit geführt“, glaubt der Finanzchef. Für die KfW seht fest: „Die europäische Finanzindustrie könnte ein solches Szenario in der Summe nicht tragen.“

Die Simulationsrechnungen spielten auch das Szenario durch, dass ein oder mehrere Länder aus der Euro-Zone austreten. Damit wolle man sicherstellen, dass IT, technische Abläufe und die Transaktionsabwicklungen weiterhin funktionierten, falls diese Länder wieder eigene Währungen einführten.

Abseits aller Risikoberechnungen bezüglich des Zusammenbruchs der Euro-Zone hat die KfW-Bankengruppe mehr verdient als jedes andere Finanzinstitut Deutschlands. Der Gewinn stieg um 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Da die staatseigene Bank aufgrund der Top-Bonität Deutschlands an super-niedrige Zinsen kommt, ist wieder eine Diskussion über die Kontrolle und die Gewinnverwendung der Bank entbrannt. Zwar konnte KfW-Chef Schröder eine direkte Gewinnabführung an den Bund abwenden, doch nun soll das Finanzinstitut den Staatshaushalt indirekt entlasten. Die KfW soll zukünftig einen Teil ihrer Gewinne für Förderprogramme verwenden, für die sonst der Bund aufkommen müsste. Es ist angedacht, dass sie Mittel zum Klimafonds beisteuern soll. Zudem soll die KfW verstärkt von der Bankenaufsicht kontrolliert werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation