Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibt schlecht. Am Morgen verlor der Dax ganze 2,1 Prozent auf 7.737 Punkte. Auslöser des Kursrutsches sind schwache Wirtschaftsdaten aus China und eine sich anbahnende Regierungskrise in Portugal. Bereits gestern gingen die Anleger angesichts schlechter Aussichten für die Weltwirtschaft in Deckung.

Das Euro-Krisenland Portugal bewegt sich allem Anschein nach einer Regierungskrise entgegen. Ministerpräsident Pedro Passos Coelho warnte vor politischer Instabilität. Zuvor war nach dem Finanzminister auch der Außenminister Paulo Portas zurückgetreten. Zuletzt sickerte durch, dass vermutlich sogar weitere Minister in Portugal zurücktreten wollen. Landwirtschaftsminister Assuncao Cristas und Sozialminister Pedro Mota Soares, die wie Portas der konservativen CDS-PP angehören, wollten demnach noch am Mittwoch ihre Ämter niederlegen. Die Spitze CDS-PP wolle im Laufe des Tages ihr weiteres Vorgehen abstimmen, berichtete die Zeitung „Diario de Noticias“. Ohne die Partei hat der konservative Ministerpräsident Pedro Passos Coelho keine Mehrheit im Parlament.

„Die Krise kehrt zurück, sobald Regierungen unter Druck geraten, wie derzeit in Portugal zu beobachten“, sagte Finanzmarkt-Experte Kit Juckes von der Societe Generale.

„Besonders prekär ist die Situation dadurch, dass der Außenminister gleichzeitig der führende Vertreter des wichtigsten Koalitionspartners des portugiesischen Ministerpräsidenten ist“, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Der Leitindex der Lissaboner Börse gab 6,2 Prozent nach. Besonders deutlich rauschten portugiesische Banken in den Keller. Die Banco Portugues verlor satte 14 Prozent, die Banco Espirito Santo gab über elf Prozent nach.

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