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Mit hohen Gebühren für Anrufe auf 0180-Kundendienstnummern ist es womöglich bald vorbei. Der EuGH-Generalanwalt plädierte nun dafür, dass Servicenummern in Deutschland nur so viel kosten sollten wie normale Telefonate im Festnetz oder per Mobiltelefon.

Telefonischen Kundendienst nur über teure 0180-Nummern anzubieten, verstößt aus Sicht des Gutachters beim Europäischen Gerichtshof gegen EU-Recht. Die Stellungnahme zum Fall des deutschen Elektronikhändlers comtech veröffentlichte das Gericht heute. Ein Urteil steht aber noch aus.

Das Unternehmen bietet seinen telefonischen Service über eine 0180er Nummer an, bei der ein Anruf teurer ist als im normalen Fest- oder Handynetz. Grundsätzlich können je nach Art der Nummer Gebühren von bis zu 20 Cent pro Minute aus dem Festnetz fällig werden, im Funknetz bis zu 42 Cent pro Minute.

Für Kontakt zum Händler nur Grundtarif zulässig

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs kritisiert die Geschäftspraxis und verklagte die Firma vor dem Landgericht Stuttgart auf Unterlassung. Das deutsche Gericht fragte beim EuGH nach, ob Europarecht verletzt wird.

Als Gutachter schlug Generalanwalt Maciej Szpunar den Richtern vor, diese Frage zu bejahen. Denn nach der EU-Richtlinie über die Rechte von Verbrauchern müssten Mitgliedstaaten dafür sorgen, dass Kunden für Kontakte zum Händler nicht mehr als den Grundtarif zahlen. Eine überteuerte Rufnummer würde Verbraucher von Nachfragen zu Liefertermin, Rechnung oder Gewährleistung abschrecken, argumentierte der Generalanwalt.

Seine Gutachten geben in EuGH-Verfahren oft einen Hinweis, in welche Richtung ein Urteil gehen könnte. Die Richter können in ihrer Einschätzung aber abweichen.

Wer viel verdienen will, sollte sich für bestimmte Fächer entscheiden. Allerdings spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wenn es um das spätere Gehalt geht. Dazu zählt auch Leidenschaft.

Geld oder Neigung? Vor dieser Frage stehen viele Abiturienten, wenn es um die Wahl des Studienfachs geht. Viele entscheiden sich für ein Fach, das sie interessiert. „Geld ist mir nicht so wichtig“, heißt es dann. Doch beim Berufseinstieg staunt manch einer dann nicht schlecht, dass der Schulfreund in seinem Job ein Drittel mehr verdient. Und plötzlich ist Geld doch wichtig.

Bei der Studienwahl ist für viele das Interesse am Thema entscheidend, sagt Kolja Briedis. Er ist Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Doch was wäre, wenn Studenten sich einzig an den Verdienstmöglichkeiten orientieren würden?

„Ginge es ausschließlich nach dem Gehalt, sollte man sich für ein Studium der Ingenieurwissenschaften, Medizin oder für Naturwissenschaften entscheiden“, sagt Kerstin Koose. Sie ist Beraterin bei der Gehaltsdatenbank Personalmarkt.

So kommen Absolventen der Ingenieurwissenschaften im Durchschnitt auf rund 51.000 Euro brutto pro Jahr, Mediziner auf 50.000 und Naturwissenschaftler auf rund 49.000 Einstiegsgehalt.

Bei Jura entscheidet die Note über das Gehalt

Juristen können ebenfalls mit hohen Einstiegsgehältern rechnen, so lange sie nicht bei einer sehr kleinen Firma oder Kanzlei anfangen. Bei Jura-Absolventen ist die Note entscheidend, erläutert Kolja Briedis. „Mit einem Prädikatsexamen kann man in den Staatsdienst oder in die großen Kanzleien mit entsprechenden Karrieremöglichkeiten einsteigen.“

Wer mit einem durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Examen abschließt, hat diese Möglichkeit nicht. „Viele entscheiden sich dann für die Selbstständigkeit oder den Einstieg ins Unternehmen.“ Da zähle eher die Funktion als das Studium über das Einstiegsgehalt.

Informatik und Mathematik seien ebenfalls erfolgsversprechende Studiengänge, sagt Kerstin Koose: „Der Bedarf an Informatikern ist sehr hoch und der Studienabschluss oft weniger ausschlaggebend als spezielle Programmierkenntnisse.“

Lohnenswert ist nach wie vor außerdem ein Doktortitel: „Promovierte verdienen in fast allen Fächern im Durchschnitt besser“, erklärt Kolja Briedis.

Geht es nur nach dem Einstiegsgehalt, ist auch klar, für welche Branche sich Absolventen entscheiden müssen. Top-Branchen sind Chemie und Verfahrenstechnik, die Autoindustrie, Banken, Luftfahrt sowie die Pharmaindustrie. Hier liegen die durchschnittlichen Einstiegsgehälter zwischen rund 50.000 und 54.000 Euro pro Jahr.

In diesen Bereichen bekommen Absolventen studienfachübergreifend mehr Geld als in anderen, erklärt Koose. „Ein BWler wird in der Industrie mehr verdienen als beispielsweise in der Touristik- oder Reisebranche.“ Dort liegen die durchschnittlichen Einstiegsgehälter bei rund 32.000 Euro.

Schließlich spielt die Unternehmensgröße bei der Höhe des Einstiegsgehalts eine Rolle, erläutert Karrierecoach und Buchautor Martin Wehrle. „Die Gehälter fallen umso höher aus, je größer ein Unternehmen ist.“

Großkonzerne zahlen etwa 15 Prozent mehr als kleine Firmen. Dies gelte aber nicht für alle Mittelständler, sagt Wehrle: „Einige Hidden Champions, die in dörflichen Regionen sitzen, locken Absolventen mit ähnlichen Gehältern wie Konzerne.“

Im Südwesten verdient man am besten

Bei den Einstiegsgehältern zählen auch regionale Unterschiede: „Pauschal kann man von einem Nord-Süd und einem Ost-West-Gefälle sprechen“, sagt Koose von Personalmarkt. Ein Absolvent in München verdient meist mehr als ein Studienkollege in Schwerin.

Auslandserfahrungen und Praktika können das Einstiegsgehalt ebenfalls beeinflussen. „Je mehr praktische Erfahrung ich habe, desto besser die Verhandlungsposition“, sagt Wehrle. Denn alles was ein Bewerber mitbringt, muss er nicht mehr während der Arbeitszeit lernen: „Das honorieren Firmen.“

Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler müssen sich auf geringere Gehaltsaussichten einstellen. Ein Sprach- und Kulturwissenschaftler kommt auf durchschnittlich rund 33.000 Euro Einstiegsgehalt.

Doch auch diese Absolventen können ihre Verhandlungsposition verbessern: „Ein Geisteswissenschaftler sollte sich nicht über sein Studienfach, sondern über seine Kompetenzen verkaufen“, rät Wehrle.

Auch wenn diese Zahlen interessant sind: Wer sich für ein Studium entscheidet, sollte die Gehaltsaussichten generell nicht in den Mittelpunkt seiner Studienwahl stellen.

„Wer nur darauf schaut, was er wo verdienen kann, macht sich möglicherweise schon während des Studiums unglücklich“, warnt Kolja Briedis. Denn die Inhalte machen ihm keinen Spaß.

Wer dagegen auf sein Herz hört und mit Leidenschaft arbeitet, wird früher oder später auch finanziell erfolgreich sein.

Mancher, der in den letzten Jahren promoviert hat, fragte sich, ob das eigentlich eine gute Entscheidung war. Nicht nur, weil die Qualen, ein dickes Buch mit Tausenden Fußnoten zu verfassen, einfach enorm sind, das Sozialleben ebenso leidet wie Figur und Teint. Nein, was einmal Garant für die Anerkennung der Mitmenschen war, hat nach den Skandalen von Guttenberg und Co. doch an Nimbus eingebüßt. Immer häufiger ist seither von selbst ernannten Experten zu hören, dass man für dieses oder jenes Metier heute eh keinen Titel mehr benötige, um Erfolg zu haben.

Es bleibt allerdings die Frage, wie sich Erfolg bemisst. In konkretem Einkommen ausgedrückt, garantiert der Doktortitel laut einer Untersuchung des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung an der Universität Kassel am ehesten das große Geld. Eineinhalb Jahre nach ihrer Promotion verdienen Promovierte im Schnitt knapp 40 Prozent mehr als Absolventen mit einem Master. Ihr Einkommen liegt bei 4357 Euro. Master-Absolventen verfügen dagegen über 3144 Euro. Wer nur einen Bachelor hat, über 2632 Euro.

Der Vergleich mit Bachelor und Master ist deshalb interessant, weil es den Masterabschluss ja noch gar nicht so lange gibt. Standard geworden ist er erst seit den großen Reformen an den Universitäten im Zuge des Bologna-Prozesses. Erst seit wenigen Jahren schließt der Großteil der Studenten mit einem Master ab, vorher waren das Magister oder Diplom. Offenbar haben die jüngeren Skandale um plagiierte Dissertationen zwar die Reputation des Doktortitels beschädigt, nicht aber signifikant den Verdienst.

Arbeitslosigkeit ist nahezu unbekannt

Auch in puncto Beschäftigungsquote können Promovierte sonstige Akademiker ausstechen. Liegt die generelle Akademiker-Arbeitslosigkeit bei drei Prozent, so sind es unter den Promovierten nur zwei. Fast könnte man annehmen, dass die, die nix tun, sich das auch so ausgesucht haben.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich die berufliche Situation der promovierten Absolventinnen und Absolventen im Vergleich zu Absolventinnen und Absolventen ohne Promotion eindeutig besser darstellt“, so Choni Flöther, Autorin der Studie. „Erwerbslosigkeit ist eine Ausnahme, und prekäre Beschäftigungsverhältnisse kommen – auch im Hochschulsektor – mit Promotion weniger häufig vor als ohne.“

Für die Studie wurden 1266 Promovierte eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss befragt. Darüber hinaus beteiligten sich rund 70.000 Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen mit Bachelor, Master und anderen Abschlüssen.

Viel Geld gibt’s eher außerhalb der Unis

Eine schlechte Nachricht hat die Studie allerdings für jene parat, die ihre Promotion als Ausgangspunkt für eine wissenschaftliche Karriere sehen. Zumindest wenn es ihnen neben Erkenntnis auch um einen dicken Geldbeutel geht. Denn in der freien Wirtschaft verdienen Promovierte einfach mehr, und zwar viel mehr.

Im Schnitt haben sie dort ein monatliches Einkommen von 4722 Euro. In Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind es dagegen nur 3340 Euro. Grund ist, dass auch in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen meist die Tarife des öffentlichen Dienstes gezahlt werden. Noch deutlicher fällt der Unterschied aus, wenn man sich einzelne Fächergruppen ansieht. Sprach- und Kulturwissenschaftler gehen in der Privatwirtschaft mit 3841 Euro im Monat nach Hause. Hochschulbeschäftigte mit 1300 Euro weniger. Maschinenbauer verfügen außerhalb der Unis und FHs im Schnitt über 5496 Euro, innerhalb nur über 3792 Euro.

Am Frankfurter Flughafen blieben heute die Hallen leer. Viele Fluggäste hatten offenbar umgebucht oder waren auf die Bahn umgestiegen. 550 Flüge wurden bis zum Streikende um 14.30 Uhr annulliert. Vor allem Lufthansa war betroffen, die Airline hatte bereits am Mittwoch jeden dritten ihrer geplanten 1800 Flüge abgesagt. Innerdeutsche und europäische Ziele wurden bis zum Nachmittag von Frankfurt aus gar nicht angeflogen. Auch Interkont-Verbindungen fielen aus. In Frankfurt hatten sich besonders viele Mitarbeiter am Ausstand beteiligt.

Im Zuge des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst hatte Verdi zu Warnstreiks an sieben großen deutschen Flughäfen aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert 3,5 Prozent mehr Gehalt plus eine einmalige Zahlung von 100 Euro. Am Montag gehen die Verhandlungen weiter. Der Streik an den Flughäfen war in der Reisebranche stark kritisiert worden.

Die neue Chefin der US-Notenbank (Fed), Janet Yellen, hat ein Signal für die künftige Geldpolitik gegeben. Die Anleihekäufe der Fed könnten im Herbst auslaufen, etwa sechs Monate später könnten zudem erstmals seit 2008 die Leitzinsen erhöht werden.

Allerdings fügte Yellen am Mittwoch bei ihrer ersten Pressekonferenz seit ihrem Amtsantritt im Februar hinzu: „Es hängt davon ab, wie die Umstände sind.“

Die US-Notenbank nimmt also weiterhin nur langsam Abschied von ihrer Krisenpolitik. Wie die Fed aber zugleich mitteilte, werden die Anleihekäufe zur Ankurbelung der Wirtschaft erneut reduziert. Gestrichen wird ferner die Arbeitslosenquote als konkreter Zielwert für eine Zinserhöhung. „Es gibt noch viel tun, sowohl an der Jobfront als auch an der Inflationsfront“, sagte Yellen. Erstmals äußerte sie sich auch öffentlich zur Krim-Krise und möglichen Folgen für die Finanzmärkte.

Airbus lässt Branchenkreisen zufolge den Superjumbo A380 öfter überprüfen als bisher. Hintergrund sei eine bei Tests festgestellte überraschend starke Materialermüdung in den Tragflächen, hieß es am Donnerstag. Der europäische Konzern habe Fluggesellschaften aufgefordert, bestimmte Teile der A380-Flügel bei Großinspektionen nach sechs und zwölf Jahren in der Luft genau unter die Lupe zu nehmen. Dies ist doppelt so oft wie bisher.

Die Bundesregierung will den Ausbau des schnellen Internets mit finanziellen Impulsen für die Telekom-Anbieter beschleunigen. „Wir brauchen eine Initialzündung“, sagte Bundesinfrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) „Spiegel Online“ anlässlich der Gründung einer „Netzallianz“ mit Branchenvertretern in Berlin. „Mein Ziel ist es, dass ein großer Teil der Einnahmen aus den zukünftigen Frequenzversteigerungen in die Digitalbranche zurückfließen.“ Aus den Kommunen und Ländern wurden Rufe nach Investitionen der Unternehmen und einem stärkeren Bundes-Engagement laut. Es geht um Milliardensummen.

Bei der Versteigerung von Frequenzen im Jahr 2010 hatte der Staat 4,4 Milliarden Euro eingenommen. Für die geplante Digitale Dividende II könnten Frequenzen versteigert werden, die Rundfunksender zurzeit noch nutzen. Ob Mobilfunk die Frequenzen überhaupt potenziell nutzen darf, ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen.

Kurzfristig soll jedenfalls neues Fördergeld in die Internetbranche fließen, wie Dobrindt ankündigte. „Als ersten Schritt werde ich in dieser Wahlperiode aus dem Etat meines Ministeriums 100 Millionen Euro für eine Art Modernitätsfonds bereitstellen. Dieser soll kreativen Köpfen dabei helfen, ihre Ideen auch in München oder Berlin zu entwickeln – und nicht nur im Silicon Valley.“

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, bis 2018 flächendeckend Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zu erreichen. Derzeit sind solch schnelle Internetzugänge für gut die Hälfte der Haushalte verfügbar. Für eine volle Abdeckung wären Investitionen von rund 20 Milliarden Euro nötig, wie Experten schätzen. In der „Netzallianz“ will Dobrindt mit Telekommunikationsunternehmen, Netzbetreibern und Verbänden auch über staatliche Anreize sprechen.

Die Landkreise sehen zuerst die Unternehmen gefordert, alles für eine hochleistungsfähige Versorgung zu tun. „Im Breitbandausbau liegen Marktchancen für innovative, regionale Ansätze, gerade auch für mittelständische Unternehmen“, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Hans Jörg Duppré. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol sagte, neben den großen Anbietern könnten auch Bürgerfonds bei der Finanzierung helfen.

China steigert seinen Militäretat in diesem Jahr überdurchschnittlich stark um 12,2 Prozent. Trotz der konjunkturellen Abschwächung soll das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft in diesem Jahr wieder 7,5 Prozent erreichen.

Dies sagte der neue Regierungschef Li Keqiang in seinem ersten Rechenschaftsbericht zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. „Reformen haben in diesem Jahr höchste Priorität“, sagte Li Keqiang, der dem Markt eine entscheidende Rolle einräumen will. Angesichts des Smogs will der Premier der Umweltverschmutzung „den Krieg erklären“.

Die knapp 3000 Delegierten begannen ihre neuntägige Sitzung in der Großen Halle des Volkes mit einer Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags im Bahnhof der Metropole Kunming in Südwestchina. Bei dem Gemetzel waren am Samstag 29 Reisende getötet und 140 verletzt worden. Die Behörden haben vier Angreifer erschossen und vier andere festgenommen, die als Separatisten aus der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina beschrieben wurden. Der Premier verurteilte den Terrorakt und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit seinen Nachbarn und den USA, die ihre pazifische Präsenz ausbauen, steigert China seine Verteidigungsausgaben in diesem Jahr unerwartet stark auf 808 Milliarden Yuan (umgerechnet 95 Milliarden Euro), wie aus dem vorgelegten Entwurf des Haushalts hervorgeht. Die Militärausgaben zählen zu den Etatposten mit der höchsten Steigerungsrate.

In einem möglichen Hinweis auf Japan, mit dem China um historische Ansprüche auf eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer streitet, betonte Li Keqiang, China wolle den Sieg im Zweiten Weltkrieg und die internationale Nachkriegsordnung sichern: „Wir werden niemandem erlauben, den Kurs der Geschichte umzudrehen.“ Er versicherte zugleich, China wolle als „verantwortliche Macht“ eine konstruktive Rolle in der Lösung globaler und regionaler Krisenherde spielen.

Chinas Streitkräfte sollen „unter Berücksichtigung der neuen Bedingungen“ modernisiert und gestärkt werden, sagte der Premier in seinem rund 110-minütigen Rechenschaftsbericht. „Ihre Abschreckung und Kampffähigkeiten im Informationszeitalter werden weiter erhöht.“ China plane für die militärische Einsatzfähigkeit „unter allen Szenarien und in allen Gebieten“. Die Küsten-, Luft- und Grenzstreitkräfte müssten ausgebaut werden. China wolle auch seine Vorbereitungen auf den Kriegsfall verbessern, sagte der Premier.

Marktwirtschaftliche Umstrukturierungen stehen im Mittelpunkt seiner Wirtschaftspolitik. „Chinas Reform steht am Scheideweg“, sagte der Premier. „Wir müssen uns von gedanklichen Fesseln lösen und entschieden gegen feste Interessengefüge vorgehen.“ Entwicklung sei aber weiter der Schlüssel zur Lösung aller Probleme, deswegen müsse eine „angemessene Wachstumsrate“ bewahrt werden.

Offen beklagte der Premier den anhaltenden Smog in weiten Teilen des Landes und andere Umweltverschmutzung als „großes Problem“. „Es ist die Rote Ampel der Natur, die vor einer ineffizienten und blinden Entwicklung warnt.“ Wie in China Energie produziert und verbraucht werde, müsse sich verbessern. Li Keqiang versprach dem Milliardenvolk „energische Maßnahmen“, was die Delegierten mit Applaus quittierten.

Das Wachstumsziel von 7,5 Prozent war unverändert wie im Vorjahr, als im zweiten Jahr in Folge 7,7 Prozent erreicht worden waren – so wenig wie seit 1999 nicht mehr. Der Ausbau des heimischen Konsums müsse „der wichtigste Motor“ für Wirtschaftswachstum werden, was auch strukturelle Veränderungen zur Folge haben werde, sagte der Premier.

Google und Audi planen das Auto der Zukunft: Laut „Wall Street Journal“ soll der IT-Konzern Fahrzeuge des deutschen Autobauers mit seinem Betriebssystem Android ausstatten. Google versucht so, in einem lukrativen Zukunftsmarkt mit Apple gleichzuziehen.

Google und Audi planen laut „Wall Street Journal“ eine groß angelegte Kooperation. Unterhaltungs- und Informationssysteme in den Fahrzeugen sollen demnach künftig mit dem Google-Betriebssystem Android laufen. Kommende Woche wollen die Konzerne ihre Zusammenarbeit auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas offiziell vorstellen, berichtet die Zeitung.

Konkret gehe es um Musik, Navigation, Apps und andere Services, die Kunden von ihrem Smartphone kennen. Diese mobilen Dienste im Fahrzeug sind laut einer Studie des US-IT-Dienstleisters Accenture ein immer wichtigeres Argument beim Neuwagenkauf. Für 48 Prozent der Autofahrer in Deutschland seien elektronische Assistenzsysteme und die Informations- und Unterhaltungselektronik inzwischen sogar bedeutsamer als die Fahrleistungen.

Bereits jetzt setzt Audi in seinen Fahrzeugen auf ausgewählte Google-Anwendungen. So navigieren beispielsweise ein Großteil der Fahrzeuge bereits mit Hilfe von Google Earth und Google Street View. Mit seinem Vorstoß versucht Google zu Konkurrent Apple aufzuschließen. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Google-Rivale seine Zusammenarbeit unter anderem mit General Motors, Daimler und BMW verkündet.