Category Archives: Geldmarkt

Mit Börsenbetrug lässt sich eine Menge Geld verdienen. In den seltensten Fällen treibt die Gier die Täter zu solch drastischen Mitteln wie der Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des börsennotierten Fußballclubs Borussia Dortmund. Denn Auffallen führt häufig geradewegs zum Scheitern. Die Aufsichtsbehörden schlafen nicht – und haben bisweilen unerwartete Hilfe. Dazu trägt mitunter bei, dass Informanten, die ein Finanzdelikt aufdecken, ebenfalls gutes Geld verdienen können.

Dies zeigt der Fall zweier Analysten aus den USA. Ihnen winkt eine Belohnung von bis zu 2,5 Millionen Dollar, weil sie allein dank eigener Recherchen die illegale Bilanzkosmetik einer Firma öffentlich machten.
Im Zentrum steht der Medizingerätehersteller Orthofix aus Texas, der mit ehrgeizigen Ergebniszielen gute Noten bei vielen Branchenexperten bekam. Doch ein Analyst traute dem Braten nicht. Er entdeckte 2012 Unstimmigkeiten in den Bilanzen, die das Management nicht überzeugend erklären konnte. Der Experte fand etwa, dass es auffällig lange dauerte, bis das Unternehmen von seinen Großhandelskunden bezahlt wurde, die offenen Rechnungen türmten sich.

 

AUSSCHAU NACH UNGEWÖHNLICHEM

„Ich halte immer Ausschau nach etwas Ungewöhnlichem“, erzählt der Analyst. „Und bei dem Unternehmen zeigte sich etwas, das sich als ungewöhnlich schlecht erweisen könnte.“ Er verbrachte Monate damit, Quartalsberichte und Telefonkonferenzen zu durchforsten. Er jagte massenweise Orthofix-Zahlen durch Computerprogramme, um sie mit denen von Konkurrenten zu vergleichen. Schließlich zog er 2013 einen befreundeten Kollegen aus einer anderen Stadt zurate. Beide kamen zu dem Ergebnis, dass die Firma ihre Zahlen mit Hilfe des sogenannten Channel Stuffing aufpoliert. Das bedeutet: Ein Unternehmen vertreibt mehr Produkte an Lieferanten, als diese verkaufen können. Damit werden Umsätze gewissermaßen verfrüht gebucht und Ausfälle in die Zukunft verschoben. Eine solche Praxis verstößt gegen das Gesetz, wenn die Investoren nicht darüber informiert wurden.

In ihrer Einschätzung bestärkt wurden die zwei Analysten im Mai 2013, als Orthofix seine Quartalsziele verfehlte und einen Geschäftseinbruch bekanntgab. Die beiden schalteten eine Anwaltsfirma ein, die der US-Börsenaufsicht SEC im Juni 2013 den ersten Tipp gab und später mit weiteren Belegen ergänzte. Die Anwälte machten einen früheren Orthofix-Mitarbeiter ausfindig, der den Verdacht bestätigte. Die SEC nahm die Firma aufs Korn und nötigte ihr eine Strafe von 8,25 Millionen Dollar auf. Ein im Januar dieses Jahres erzielter Vergleich sieht ferner vor, dass frühere Orthofix-Manager wegen Betrugsvorwürfen zusammen 120.000 Dollar zahlen müssen.

AUF DAS GESAMTBILD KOMMT ES AN

Grundlage der Börsendetektive ist das sogenannte Dodd-Frank-Gesetz, in dem die USA die Lehren aus der Finanzkrise zogen. Unter anderem gibt es dort ein Anreizprogramm für Informanten, die Vergehen melden. Diese sogenannten Whistleblower können nicht nur Insider sein, also Mitarbeiter von Banken und Firmen oder Marktakteure. Auch externe Tippgeber erhalten Belohnungen für entscheidende Hinweise. Häufig handelt es sich um Experten, die ausreichend Wissen, Zeit und technische Möglichkeiten haben, um Delikten auf die Spur zu kommen. „Manchmal haben Auswärtige eine besondere Expertise. Sie sind unabhängig und können Dinge zu einem Gesamtbild fügen, wie es für Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, nicht ersichtlich ist“, erläutert SEC-Expertin Jane Norberg.

Bis Ende September vergangenen Jahres haben Whistleblower durch das Programm Belohnungen über insgesamt 111 Millionen Dollar erhalten. Mehr als ein Drittel davon entfiel auf externe Informanten. Im Fall Orthofix haben die Analysten – die anonym bleiben wollen – ihr Geld noch nicht bekommen. Im Mai wird ihre Anwaltsfirma bei der SEC eine Belohnung für die beiden beantragen. Erst wenn ihnen diese zugesprochen wird, wollen sie erstmals auf ihren Erfolg anstoßen. „Dann können wir uns treffen und einen Champagner trinken“, sagt einer von ihnen.

Chinas Notenbank hat überraschend die Zinsen am Geldmarkt angehoben. Das könnte Folgen für die bisherigen Kapitalabflüsse haben.

Die chinesische Notenbank hat überraschend ihren geldpolitischen Kurs gestrafft. Sie hat die Zinsen auf einige kurzfristige Repo-Geschäfte mit einer Laufzeit von 7 bis zu 28 Tagen um jeweils 0,1 Prozentpunkt erhöht. Damit würden Papiere mit 7-tägiger Laufzeit nun mit 2,35 Prozent verzinst.

Die Zinserhöhung am ersten Arbeitstag nach dem chinesischen Neujahrsfest signalisiere eine neue Haltung, sagt Hakan Karaboga aus Offenbach, Ökonom bei der Australia and New Zealand Banking Group. Die Notenbank stelle es zwar nie explizit klar, aber die Rendite auf 7-tägige Repo-Geschäfte sei der inoffzielle Leitzins, eine wichtige Orientierungsgröße für die Zinsen, zu denen sich Banken gegenseitig Geld leihen. In China drückte diese Nachricht die Kurse der Festlandsbörsen.

„Es scheint als ob man damit die Immobilienblase in den Griff bekommen will“, sagte Analyst Naoto Saito vom Daiwa Institute of Research. Nach Einschätzung von China-Expertin Iris Pang von Natixis in Hongkong zielen die höheren Zinsen darauf ab, dass sich die Geschäftswelt nicht überschuldet. „Denn dazu könnte es kommen, wenn die Finanzierungskosten gering sind und die Liquidität hoch ist.“

Bei Schulabgängern hapert es, wenn es um Finanzen geht. So sieht das zumindest die Schufa. Daher soll ein Schulfach nun Abhilfe für dieses Problem schaffen.

Denis Klein (23) und Roksana Geiss (24) haben beide einen Schulabschluss. Sie beherrschen mathematische Formeln. Sprechen mehrere Sprachen. Aber beim Thema Finanzen hapert es. Braucht Berlin das Schulfach „Geld“?

Ja! – Sagt zumindest Schufa-Chef Michael Freytag (58, CDU): „Der Umgang mit Geld ist eine wesentliche soziale Kompetenz. Jugendliche vermissen Finanzthemen im Unterricht. Sie sollten systematisch in den Schulen behandelt werden.“

Umgang mit Geld in der Schule näherbringen

Das finden auch die Friseurlehrlinge Denis und Roksana. „Wir sprechen im Freundeskreis oft über Geld-Themen“, sagt Roksana. „Auf dem Gymnasium war das nie so.“ Auch Denis kam mit Finanzwesen erst am Oberstufenzentrum in Berührung.

Mittlerweile hat der Senat das Problem erkannt. Mit dem Rahmenlehrplan 2017/2018 für die Klassen 1 bis 10 soll der Umgang mit Geld fächerübergreifendes Thema werden. Nach welchen Kriterien fällt man Konsumentscheidungen? Was bedeutet Nachhaltigkeit?
Ein richtiges Schulfach „Geld“ ist bisher allerdings nicht geplant.

Eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag der Schufa bestätigt, dass die meisten jungen Menschen (16 bis 25 Jahre) wenig Ahnung von dem Thema haben. Nur 17 Prozent von ihnen wissen zum Beispiel, was ein Vertrag zur privaten Altersvorsorge beinhaltet.

Für ganze 88 Prozent ist die eigene Familie die wichtigste Informationsquelle beim Thema Geld. Nur sechs Prozent der jungen Menschen haben Informationen zum Thema Geld in der Schule erhalten. Dabei sehen 78 Prozent der Befragten ihre Lehrer als glaubwürdige Informationsquelle an.

Die Betriebsrente ist die zweite Säule der Altersversorgung – doch nicht jeder Beschäftigte profitiert davon.

Das Rentenniveau sinkt. Für einen auskömmlichem Ruhestand sind zunehmend private Vorsorge und Absicherung über den ArbeitgeberGehe zu Amazon für weitere Produkt-Informationen! gefragt. Die Koalition will die Betriebsrente stärken. Ob das gelingt, ist aus Sicht von Kritikern allerdings fraglich.

Warum soll die betriebliche Altersversorgung gestärkt werden?

Weniger als 60 Prozent der Beschäftigten haben eine betriebliche Altersvorsorge. Vor allem Geringverdiener und Mitarbeiter kleinerer Unternehmen stehen häufiger ohne Betriebsrente da

Das ist der Kern der Reform?

Unternehmen sollen die Höhe der Betriebsrente nicht mehr garantieren müssen. Sie sollen lediglich zusagen, die Beiträge der Beschäftigten an Pensionskassen, Pensionsfonds oder Versicherungen abzuführen. 15 Prozent des umgewandelten Entgelts müssen Arbeitgeber als Zuschuss an die Pensionseinrichtung zahlen. Die Höhe des Zusatzplus im Alter hängt von der Vermögensentwicklung der Einrichtungen ab. Auch sie sollen keine festen Zusagen machen. Voraussetzung ist, dass sich Arbeitgeber und GewerkschaftenGehe zu Amazon für weitere Produkt-Informationen! in Tarifverträgen auf das vorgeschlagene Sozialpartnermodell einigen.
Was bedeutet der Vorschlag für die Beschäftigten?

Sie wissen nicht, wie hoch das Zusatzplus im Alter ausfällt. Für die eingezahlten Beiträge und deren Verzinsung gibt es keine Garantie. Weder ihr Unternehmen noch die Pensionseinrichtungen sollen die Höhe der Betriebsrente bei dem Modell fest zusagen. Die Enthaftung der Arbeitgeber dürfe „nicht zu Lasten der Beschäftigten und auf deren Risiko alleine erfolgen“, fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).

Was heißt das für Unternehmen?

„Die Einführung einer reinen Beitragszusage ohne Garantieleistungen im Rahmen von Tarifverträgen führt zu Kostensicherheit und zum Wegfall der Haftung für Arbeitgeber“, argumentiert Betriebsrenten-Experten Uwe Buchem vom Beratungsunternehmen Mercer. „Ob das Modell ein Erfolg wird, hängt letztlich von den Tarifpartnern ab.“ Für einzelne Gewerkschaften könnte es durchaus interessant sein, entsprechende Versorgungseinrichtungen mitzugestalten – auch um damit um neue Mitglieder zu werben.

Der Arbeitgeberverband BDA sieht zwar Chancen, mehr Unternehmen mit ins Boot zu holen. Er warnt aber davor, die Möglichkeit durch zu viele Voraussetzungen zu verspielen. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen seien oft nicht tarifgebunden. Sie würden daher nicht von dem Modell profitieren.

Wieso sind feste Zusagen ein Problem?

Die hohen Zusagen der Vergangenheit lassen sich angesichts der NiedrigzinsenJetzt große Wünsche erfüllen mit einem Kredit der Norisbank! am Kapitalmarkt kaum noch erwirtschaften. Darunter leiden Versicherer, Pensionskassen und Co. aber auch die Unternehmen selbst. Kürzt beispielsweise eine Pensionskasse die Verzinsung künftiger Beiträge, dann muss der Arbeitgeber einspringen, der seinen Beschäftigten die betriebliche Altersversorgung anbietet.
Wie beurteilen Versicherer die Pläne?

Die Branche stößt sich vor allem daran, dass auch Pensionskassen, -fonds und Versicherer keine Garantien mehr geben dürfen. Damit wäre die Zusage einer Mindestrente im Alter nicht mehr möglich, argumentiert der Branchenverband GDV. „Eine reine Beitragszusage verknüpft mit einem Garantieverbot würde Arbeitnehmer selbst in der Rentenphase den Schwankungen der Kapitalmärkte aussetzen, ohne dass sie sich dagegen absichern können.“

Auch Versicherungsmathematiker der einflussreichen Deutschen Aktuarvereinigung halten das Verbot von Garantiezusagen „weder für erforderlich, noch hilfreich für die verstärkte Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge“. Das Sicherheitsbedürfnis der Arbeitnehmer dürfe nicht außer Acht gelassen werden.
Was ist noch geplant?

Für Betriebsrenten von Geringverdienern mit monatlich bis zu 2000 Euro brutto soll es eine neue Förderung geben. Zudem sollen insgesamt höhere Beiträge steuerfrei in Pensionseinrichtungen gezahlt werden können. Das nutze jedoch nichts, wenn die Betriebsrente bei der Auszahlung hoch besteuert werde, argumentiert der Bund der Steuerzahler: „Aus unserer Sicht gehört die Rentenbesteuerung insgesamt auf den Prüfstand“. Der BDA kritisiert, dass Arbeitgeber, die weiterhin feste Zusagen für die Altersversorgung machen, keinen Vorteil aus den geplanten gesetzlichen Änderungen haben sollen.

Eine große Mehrheit von 130 befragten deutschen Wirtschaftsprofessoren erwartet nach Angaben des Ifo-Instituts einen Aufschwung durch die angekündigten Investitionen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump.

80 Prozent der vom Münchner Wirtschaftsinstitut befragten Ökonomen rechnen demnach mit einer moderaten Stimulierung des Wachstums, rund 75 Prozent erwarten mehr Beschäftigung, wenn Trump wie angekündigt mehr Geld in die Infrastruktur steckt. Etwa jeder siebte Volkswirt erwartet sogar eine starke Belebung der Konjunktur.

Gleichzeitig sind die Ökonomen aber äußerst kritisch, was Trumps Steuer- und Handelspläne angeht, wie aus dem Ökonomenpanel hervorgeht, das in Zusammenarbeit mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» entsteht. «Den Handel einzuschränken und neue Schulden zu machen, das wäre allerdings eine bittere Pille», sagte Niklas Potrafke, Leiter des ifo-Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie. Anders als Trump plant, raten die deutsche Volkswirte dazu, die Pläne durch Steuererhöhungen zu finanzieren. Trump will stattdessen die Steuern senken und dürfte damit eine deutlich höhere Neuverschuldung in Kauf nehmen.

Der Wert des heutigen Geldes ist durch nichts gedeckt. Regierungen können es beliebig vermehren, um Schulden zu machen. Die Folge ist ein massiver Kaufkraftverlust und die Flucht in Gold

Regierungen stecken seit jeher in einer Zwickmühle: Einerseits sind sie dem SteuerzahlerGehe zu Amazon für weitere Produkt-Informationen! verpflichtet, der regelmäßig über zu hohe Abgaben jammert. Andererseits müssen sie es den Empfängern staatlicher Leistungen recht machen, Rentnern zum Beispiel oder Betreibern von Schulen und Schwimmbädern. Um die damit verbundenen Ausgaben erhöhen zu können, ohne mehr Steuern einzufordern, machen die Volksvertreter nicht erst seit heute vor allem eins gern: Schulden.

Als Donnerstagfrüh der Kurs des Schweizer Franken durch die Decke ging und es schien, als sei sein jäher Höhenflug nicht mehr aufzuhalten, da stockte auch so manchem polnischen Häuslebauer der Atem. „Als ich hörte, dass der Franken-Kurs so stark gestiegen war, geriet ich an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Nicht nur ich, sondern Hunderttausende Polen erleben jetzt ihre Franken-Hölle und hatten einen schrecklichen Morgen“, sagt einer von ihnen.

Geschätzt 700.000 Polen haben ihre Häuser oder Wohnungen mit einem Schweizer-Franken-Kredit finanziert, nichts Besonderes in diesem Teil Europas. Denn die Zinsen für Kredite in Landeswährung sind hoch. Wer sich in Westwährung verschuldet, zahlt viel weniger. Die damit verbunden Kursrisiken blendeten viele aus oder rechneten sie sich schön. Nicht selten bestärkt von Bankberatern. Das Motto: Die Schweiz ist ein stabiles Land, was soll da schon passieren?
Gerichte als letzte Chance

Tatsächlich wertete der Franken bereits 2008 und 2009 kräftig auf, was die Tilgung verteuert. Denn die Polen verdienen ja keine Franken, sondern Zloty und müssen teuer umtauschen. Schon seit Jahren gibt es den Verein Pro Futuris von Tomasz Sadlik, der Kreditnehmern hilft. „Der einzige Ausweg ist meist das Gericht. Denn oft haben die Banken sich nicht an den gesetzlichen Rahmen gehalten. Immerhin hat die polnische Finanzaufsicht bereits 2007 vor diesen Fremdwährungskrediten gewarnt. Uns aber erzählte man, der Franken sei stabil und es gebe überhaupt keine Risiken“, so Sadlik.

Endlich! Nach 13 Jahren hat sich Argentinien mit seinen Geldgebern auf die Rückzahlung seiner gigantischen Schulden aus der Staatspleite im Jahr 2001 geeinigt. Jetzt wollen die Südamerikaner die knapp zehn Milliarden zurückzahlen – in Rekordzeit.

Argentinien hat sich mit seinen internationalen Geldgebern auf die Rückzahlung seiner Schulden aus der Zeit der Staatspleite im Jahr 2001 geeinigt.

Der Paris Club der Gläubigerstaaten machte am Donnerstag ein entsprechendes Abkommen öffentlich, wonach Argentinien bis Mai kommenden Jahres zunächst Ausstände von mindestens 1,15 Milliarden Dollar (844 Millionen Euro) begleichen wird.
Mit 9,7 Milliarden Euro verschuldet

Die nächste Rate wird ein Jahr später fällig. Der gesamte Schuldentilgungsplan streckt sich über fünf Jahre. Insgesamt steht der südamerikanische Staat mit 9,7 Milliarden Dollar bei den Industriestaaten in der Kreide.

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Im kommenden Jahr werde ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um zwei Prozent erwartet, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin. Damit hält die Regierung an ihrer Prognose von Februar fest, als sie den Jahreswirtschaftsbericht vorgelegt hatte.

Die deutsche Wirtschaft befinde sich „in einem soliden Aufschwung“, sagte Gabriel. Das Wachstum stehe „auf einem breiten und stabilen Fundament“, treibende Kraft sei dabei die Binnenwirtschaft. Wegen des anhaltenden Aufschwungs auf dem Arbeitsmarkt würden auch die Beschäftigung und die Einkommen weiter steigen. Es sei damit zu rechnen, dass die verfügbaren Einkommen der Privathaushalte in diesem Jahr um 2,9 Prozent und im kommenden Jahr um 3,3 Prozent erneut kräftig zulegen würden.

Die Ukraine-Krise hat unterdessen die Stimmung deutscher Finanzexperten erneut gedämpft. Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fielen im April im Vergleich zum Vormonat um 3,4 Punkte auf 43,2 Punkte, teilte das ZEW am Dienstag mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 45,0 Punkte gerechnet. Die Wirtschaft habe sich zudem in den vergangenen Monaten so rasant entwickelt, dass das Tempo nun langsamer werde, sagte ZEW-Konjunkturexperte Jesper Riedler.

Die Beurteilung der aktuellen Lage hatte sich dagegen überraschend aufgehellt. Der Indikator stieg um 8,2 Punkte auf 59,5 Zähler auf den höchsten Stand seit Juli 2011. Volkswirte hatten hier nur mit einem Anstieg auf 51,5 Punkte gerechnet. Dabei machte sich laut Ökonomen die zuletzt gute Auftragslage sowie optimistische Stimmungsumfragen bei Unternehmen und Verbrauchern positiv bemerkbar.

Kurzzeitig war der deutsche Leitindex unter die Marke von 9400 Punkten gefallen. Am späten Nachmittag hellte sich die Stimmung der Anleger allerdings hierzulande auf, nachdem der Erholungsversuch der wichtigsten US-Aktienindizes an Stärke gewonnen hatte. Zum Handelsschluss stand beim Dax nur noch Minus von 0,21 Prozent auf 9490,79 Punkte zu Buche. Für den MDax ging es um 1,39 Prozent auf 16 253,55 Punkte nach unten. Hier machte sich unter anderem der prozentual zweistellige Kurseinbruch der Südzucker-Aktien bemerkbar. Der TecDax büßte 1,22 Prozent auf 1220,94 Punkte ein.