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Geld sparen wollen die meisten. Doch viele haben Schwierigkeiten, die Ausgaben so zu planen, dass am Ende des Monats noch etwas übrig bleibt. FOCUS Online erklärt, wie man mit der 50-30-20-Regel die Finanzen im Blick behält und für eine Rücklage sorgt.

Miete, Auto, Essen gehen – und dann auch noch sparen? Ja, das geht. Und ein finanzielles Polster ist wichtig: Denn unvorhergesehene Ausgaben wie plötzliche Reparaturen können einen sonst tief in die Schulden stürzen. Und an die eigene Altersvorsorge sollte man auch in jungen Jahren denken, wenn man später nicht alt aussehen will. Dabei ist Sparen nicht schwer: Mit nur etwas Planung und ein wenig Selbstdisziplin entkommt man Existenzängsten und unschönen Konto-Auszügen.

Geld sparen mit der 50-30-20-Regel

Und so geht’s: Mit der 50-30-20-Regel hat man seine Ausgaben und seinen Kontostand stets im Blick und haushaltet bewusster. Dabei wird das Nettogehalt in drei Budgets aufgeteilt: Fixkosten, Freizeit, Sparen. Und zwar im Verhältnis 50 zu 30 zu 20. Für einen besseren Überblick empfiehlt es sich, bei der Bank neben dem Gehaltskonto noch ein Freizeit- und ein Sparkonto anzulegen. Viele Banken bieten zumindest ein Zweitkonto kostenlos zum Girokonto an.

Fixkosten – 50 Prozent

Die Hälfte des Netto-Einkommens fließt in die monatlichen Fixkosten wie Miete, Strom, Auto, Internet, Handy, Lebensmittel und weitere fixe Ausgaben wie etwa Unterhaltszahlungen. Diese Fixkosten sollte man regelmäßig auf ihr Einspar-Potential überprüfen:

  • Verbraucherportale berechnen und vermitteln womöglich günstigere Tarife für Telefon, Internet, Strom und Versicherungen.
  • Bin ich überversichert? Sind wirklich alle Versicherungen notwendig?
  • Ist ein Umzug in eine günstigere Wohnung möglich?
  • Wer sich bei den Unterhaltszahlungen für die Kinder unschlüssig ist, sollte beim zuständigen Jugendamt nachfragen.
  • Nicht vergessen: Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld gehen in die 50-30-20-Berechnung mit ein.

Wichtig ist es, beim Posten Fixkosten zu unterscheiden, welche Ausgaben hier wirklich lebensnotwendig sind und welche nicht. Denn letztere könnten auch in die 30-Prozent-Kategorie fallen.

Freizeit – 30 Prozent

Dieses Budget steht für alle eigenen Bedürfnisse und Wünsche zur Verfügung. 30 Prozent des Netto-Gehalts gehen auf das Freizeitkonto, mit dem Restaurantbesuche, Urlaub, Hobbys, Kultur und Shopping finanziert werden. Wenn das Budget zu schnell aufgebraucht ist, sollte man sich besser ein Haushaltsbuch zulegen.

Wer allzu schnell die Geldbörse zückt oder zu oft beim Online-Shoppen auf „Kaufen“ klickt, kann sich mit einem Haushaltsbuch zügeln. So kann man auf dem Freizeit-Konto auch Geld in den nächsten Monat mitnehmen, falls man sich etwas Größeres anschaffen möchte oder einen kostspieligen Urlaub plant.

Wer den Sparfuchs in sich geweckt hat, kann sich nun fragen:

  • Kann man billiger in den Urlaub fahren?
  • Sind wirklich alle Anschaffungen nötig?
  • Gibt es das Traum-Kleid oder den Wunsch-Laptop nicht irgendwo im Internet günstiger?
  • Statt schon wieder Essen gehen: Macht Selberkochen nicht auch mal Spaß?

Sparen – 20 Prozent

Das letzte Fünftel der Einnahmen wird gespart oder dient der Schuldentilgung. Diese Rücklage ist nicht nur für die Vermögensbildung gedacht, sondern auch für unerwartete Reparaturen oder Nachzahlungen. Wenn die Waschmaschine oder das Auto den Geist aufgeben, kann es schnell teuer werden.

Auch die jährliche Nebenkostenabrechnung des Vermieters, Steuer- oder Strom-Nachzahlungen können unverhofft ins Kontor schlagen. Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit schmälern in der Krise plötzlich die Einnahmen – da sind Rücklagen beruhigend und gleichen den Einkommensverlust aus. Ohne das Spar- oder Tagesgeld-Konto kann die Schuldenfalle schnell zuschnappen.

Im besten Fall sollen diese 20 Prozent jedoch dem Kapitalaufbau dienen. Sei es für die private Altersvorsorge oder zum späteren Immobilienerwerb.

Beispielrechnung: Sparen mit 2500 Euro Netto-Einkommen

Bei einem monatlichen Etat in Höhe von 2500 Euro netto pro Monat ergeben sich nach der 50-30-20-Regel folgende Budgets:

  • 50 Prozent für Fixkosten – macht 1250 Euro monatlich.
  • 30 Prozent für Freizeit – macht 750 Euro pro Monat.
  • 20 Prozent für Sparen – sind 500 Euro im Monat und 6000 Euro pro Jahr.

Auch bei unvorhergesehenen Ausgaben in Höhe von 2000 Euro bleiben am Jahresende immer noch 4000 Euro auf dem Sparkonto. Und 9000 Euro sind nach zwölf Monaten spaßbringend in Freizeit investiert worden. Sparen und Spaß muss sich also nicht ausschließen: Auch bei Niedrigzinsen kann man mit der 50-30-20-Regel in 20 Jahren mindestens 80.000 Euro an Kapital bilden.

Die Verschärfung der US-Sanktionen gegen Russland hat Investoren an den Finanzmärkten in Moskau verschreckt. Die neuen Strafen setzten auch die Wiener Börse sowie vereinzelt auch Papiere in der Schweiz und Deutschland massiv unter Druck.

Die USA hatten am Freitagnachmittag Strafmaßnahmen gegen sieben Russen und zwölf ihrer Firmen wegen Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 verhängt. Die Nachricht schlug aber erst zum Wochenauftakt mit voller Wucht auf die Finanzmärkte durch.

Anleger in Moskau flohen in Scharen aus russischen Aktien und dem Rubel. Der Index für die in Dollar gelisteten Standardwerte stürzte zum Wochenauftakt um mehr als elf Prozent ab. Der Rubel wertete um knapp vier Prozent zum Dollar ab. Ein Dollar kostete mit rund 60 Rubel so viel wie seit Jänner 2015 nicht mehr.

Zu den Betroffenen zählen der Industriemagnat Oleg Deripaska, zu dem der Aluminiumkonzern Rusal gehört und der beim österreichischen Baukonzern Strabag eine Sperrminorität hält, sowie der Abgeordnete Suleiman Kerimow, dessen Familie den größten russischen Gold-Produzenten Polyus kontrolliert. Polyus verloren gut 17 Prozent ab, Rusal stürzten zeitweise um knapp die Hälfte ihres Wertes ab.

Die russische Regierung teilte daraufhin mit, Unternehmen vor den Folgen der neuen US-Sanktionen schützen zu wollen. Ministerpräsident Dmitri Medwedew wies sein Kabinett an, Maßnahmen dazu vorzubereiten. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, man brauche Zeit, um die Folgen der Strafmaßnahmen zu analysieren. Die Regierung beobachte die Entwicklung an den Märkten sehr aufmerksam.

Mit Börsenbetrug lässt sich eine Menge Geld verdienen. In den seltensten Fällen treibt die Gier die Täter zu solch drastischen Mitteln wie der Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des börsennotierten Fußballclubs Borussia Dortmund. Denn Auffallen führt häufig geradewegs zum Scheitern. Die Aufsichtsbehörden schlafen nicht – und haben bisweilen unerwartete Hilfe. Dazu trägt mitunter bei, dass Informanten, die ein Finanzdelikt aufdecken, ebenfalls gutes Geld verdienen können.

Dies zeigt der Fall zweier Analysten aus den USA. Ihnen winkt eine Belohnung von bis zu 2,5 Millionen Dollar, weil sie allein dank eigener Recherchen die illegale Bilanzkosmetik einer Firma öffentlich machten.
Im Zentrum steht der Medizingerätehersteller Orthofix aus Texas, der mit ehrgeizigen Ergebniszielen gute Noten bei vielen Branchenexperten bekam. Doch ein Analyst traute dem Braten nicht. Er entdeckte 2012 Unstimmigkeiten in den Bilanzen, die das Management nicht überzeugend erklären konnte. Der Experte fand etwa, dass es auffällig lange dauerte, bis das Unternehmen von seinen Großhandelskunden bezahlt wurde, die offenen Rechnungen türmten sich.

 

AUSSCHAU NACH UNGEWÖHNLICHEM

„Ich halte immer Ausschau nach etwas Ungewöhnlichem“, erzählt der Analyst. „Und bei dem Unternehmen zeigte sich etwas, das sich als ungewöhnlich schlecht erweisen könnte.“ Er verbrachte Monate damit, Quartalsberichte und Telefonkonferenzen zu durchforsten. Er jagte massenweise Orthofix-Zahlen durch Computerprogramme, um sie mit denen von Konkurrenten zu vergleichen. Schließlich zog er 2013 einen befreundeten Kollegen aus einer anderen Stadt zurate. Beide kamen zu dem Ergebnis, dass die Firma ihre Zahlen mit Hilfe des sogenannten Channel Stuffing aufpoliert. Das bedeutet: Ein Unternehmen vertreibt mehr Produkte an Lieferanten, als diese verkaufen können. Damit werden Umsätze gewissermaßen verfrüht gebucht und Ausfälle in die Zukunft verschoben. Eine solche Praxis verstößt gegen das Gesetz, wenn die Investoren nicht darüber informiert wurden.

In ihrer Einschätzung bestärkt wurden die zwei Analysten im Mai 2013, als Orthofix seine Quartalsziele verfehlte und einen Geschäftseinbruch bekanntgab. Die beiden schalteten eine Anwaltsfirma ein, die der US-Börsenaufsicht SEC im Juni 2013 den ersten Tipp gab und später mit weiteren Belegen ergänzte. Die Anwälte machten einen früheren Orthofix-Mitarbeiter ausfindig, der den Verdacht bestätigte. Die SEC nahm die Firma aufs Korn und nötigte ihr eine Strafe von 8,25 Millionen Dollar auf. Ein im Januar dieses Jahres erzielter Vergleich sieht ferner vor, dass frühere Orthofix-Manager wegen Betrugsvorwürfen zusammen 120.000 Dollar zahlen müssen.

AUF DAS GESAMTBILD KOMMT ES AN

Grundlage der Börsendetektive ist das sogenannte Dodd-Frank-Gesetz, in dem die USA die Lehren aus der Finanzkrise zogen. Unter anderem gibt es dort ein Anreizprogramm für Informanten, die Vergehen melden. Diese sogenannten Whistleblower können nicht nur Insider sein, also Mitarbeiter von Banken und Firmen oder Marktakteure. Auch externe Tippgeber erhalten Belohnungen für entscheidende Hinweise. Häufig handelt es sich um Experten, die ausreichend Wissen, Zeit und technische Möglichkeiten haben, um Delikten auf die Spur zu kommen. „Manchmal haben Auswärtige eine besondere Expertise. Sie sind unabhängig und können Dinge zu einem Gesamtbild fügen, wie es für Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, nicht ersichtlich ist“, erläutert SEC-Expertin Jane Norberg.

Bis Ende September vergangenen Jahres haben Whistleblower durch das Programm Belohnungen über insgesamt 111 Millionen Dollar erhalten. Mehr als ein Drittel davon entfiel auf externe Informanten. Im Fall Orthofix haben die Analysten – die anonym bleiben wollen – ihr Geld noch nicht bekommen. Im Mai wird ihre Anwaltsfirma bei der SEC eine Belohnung für die beiden beantragen. Erst wenn ihnen diese zugesprochen wird, wollen sie erstmals auf ihren Erfolg anstoßen. „Dann können wir uns treffen und einen Champagner trinken“, sagt einer von ihnen.

Der Jahreswechsel ist die Zeit für viele gute Absichten. Warum nicht auch ein paar gute Vorsätze für das Ersparte fassen? Es besser machen als 2016. Und die alten Fehler meiden. Ein Plädoyer für bessere Geldanlage.

Pünktlich zum neuen Jahr ist es wieder soweit: Die guten Vorsätze haben Hochkonjunktur. Gesündere Ernährung, mehr Sport, weniger Arbeit, mehr Zeit für die Familie – das sind wohl die Klassiker. Doch ein Thema wird dabei meistens ausgespart: die privaten Finanzen. Dabei könnte das Ersparte ein wenig Fürsorge und ein paar gute Vorsätze gebrauchen. Auch wenn die Deutschen immer reicher werden.

Unser Vermögen beläuft sich nach Angaben der Bundesbank auf mehr als 5,3 Billionen Euro. „Die Deutschen sind in der Tat fleißige Sparer, aber kein anderes Volk unter den Industrieländern legt sein Geld unproduktiver an“, sagt Gottfried Heller, Senior Partner bei der Fiduka-Depotverwaltung in München. „Die langfristigen Ersparnisse stecken einseitig in Zinsanlagen – in Sparbüchern, Termingeldern, Anleihen oder Kapitallebensversicherungen.“ Das sei der größte Fehler der Deutschen bei der Geldanlage. Und das Jahr für Jahr, nicht nur in 2016.

Genau diesen Fehler – Stichwort gute Vorsätze – gilt es künftig zu verhindern. Eine intelligentere und renditestärkere, aber zugegebenermaßen auch etwas riskantere Geldanlage muss her. Dazu gehören neben Zinsanlagen eben auch Aktien. „Da mit Zinsen real nichts zu verdienen ist und die Zinswende als Menetekel über dem Kapitalmarkt schwebt, ist in diesem Bereich Zurückhaltung geboten“, sagt Fondsmanager Christoph Bruns. Bei Immobilien komme es immer auf das Einzelobjekt an, der Gesamtmarkt sehe aber bereits sehr teuer aus, wie aus dem geringen Mietzins ersichtlich sei. „Rohstoffe sind nur eine Anlagegattung für Spekulanten, so dass nur Aktien als sinnvolle Anlagekategorie übrig bleiben“, ist der Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys überzeugt. Das überrascht natürlich wenig, denn Bruns ist Aktienfondsmanager.

Doch Aktien sind, das hat sogar die Bundesbank vor einigen Monaten höchstamtlich bestätigt, langfristig die renditestärkste Anlageklasse überhaupt – allen Schwankungen zum Trotz. Und von denen gab es 2016 bekanntlich wieder reichlich. Doch obwohl der Dax – China sei Dank – den schwächsten Jahresauftakt seiner Geschichte hinlegte und mal eben mehr als 20 Prozent an Wert einbüßte, obwohl das „Ja“ der Briten zum Brexit die Kurse taumeln ließ und obwohl Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, können Aktionäre auf ein relativ gutes Jahr zurückblicken. Der Dax schaffte immerhin noch ein Jahresplus von gut sieben Prozent, der amerikanische Dow Jones legte sogar fast 15 Prozent zu und markierte ein neues Allzeithoch. Solche Renditen waren mit Zinsprodukten nicht zu holen.

 

Der Preis pro Bitcoin knackte in der vergangenen Woche die magische 750 US-Dollar-Marke und näherte sich damit dem letzten Jahreshoch im Juni 2016.

Der Preis der digitalen Währung stieg am 17. November auf 152,04 US-Dollar, bevor der Kurs an fahrt verlor und absackte. Im weiteren Verlauf der Woche stieg der Bitcoin-Kurs noch mehrmals über 750 Dollar, konnte den Support jedoch nicht halten und knickte ein.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Kurs bei 746,39 US-Dollar bzw. 704,81 Euro. Das bedeutet weiterhin ein sattes Plus von 4% im Vergleich zur Vorwoche.

Der Wert des heutigen Geldes ist durch nichts gedeckt. Regierungen können es beliebig vermehren, um Schulden zu machen. Die Folge ist ein massiver Kaufkraftverlust und die Flucht in Gold

Regierungen stecken seit jeher in einer Zwickmühle: Einerseits sind sie dem SteuerzahlerGehe zu Amazon für weitere Produkt-Informationen! verpflichtet, der regelmäßig über zu hohe Abgaben jammert. Andererseits müssen sie es den Empfängern staatlicher Leistungen recht machen, Rentnern zum Beispiel oder Betreibern von Schulen und Schwimmbädern. Um die damit verbundenen Ausgaben erhöhen zu können, ohne mehr Steuern einzufordern, machen die Volksvertreter nicht erst seit heute vor allem eins gern: Schulden.

Die Anleger kaufen keine Aktien, obwohl sie steigen. Sie lassen ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto, ohne Zinsen zu bekommen. Warum man oft ökonomisch unsinnig handelt – die fünf teuersten Psychofallen.

Es passiert nicht häufig, dass sich Franz Josef Leven in Rage redet. Doch wenn der stets ausgeglichen wirkende Direktor des Deutschen Aktieninstituts vom Besuch einer Schulklasse beim DAI berichtet, merkt man ihm seinen Unmut an. Auf die Aufforderung, Fragen zu stellen, habe einer der Schüler wissen wollen, ob er selbst auch Aktien habe.

Ja, natürlich, war die Antwort. Gleich darauf folgte die Frage, wie viel Geld er damit verloren habe. „In den USA hätte jeder gefragt, wie viel ich damit gewonnen habe. Aber hierzulande denken die Menschen beim Thema Aktien immer sofort an Verluste“, erzählt er. „Absurd“ finde er das.

Und damit hat Leven zweifellos recht, wenn man auf die jüngere Vergangenheit schaut: Der Deutsche Aktienindex hat sich in den vergangenen sechs Jahren verdreifacht, allein seit Jahresbeginn ging es bereits wieder um mehr als zehn Prozent nach oben. Am Freitag durchbrach er sogar die 11.000 Punkte. Doch nach allen verfügbaren Daten sind die meisten Deutschen bei diesem Aufschwung nicht dabei. Sie horten ihr Geld lieber auf Tagesgeldkonten – oft zu Zinsen von null Prozent.

Das Verhalten der deutschen Sparer ist aus ökonomischer Sicht völlig unlogisch. Dennoch ist es zutiefst menschlich. Und es gibt einen Zweig der Volkswirtschaftslehre, der sich genau damit beschäftigt – und die Fehlurteile in Finanzdingen entsprechend zu erklären versucht: die Verhaltensökonomie.

Sie zeigt, wie psychologische Mechanismen unsere Handlungen beeinflussen und uns bei Investment-Entscheidungen oft genug auf die falsche Fährte führen. Die gute Nachricht dabei: Wer diese Faktoren kennt, der hat die Chance sie zu umschiffen und so erfolgreicher bei der Anlage des sauer Ersparten zu werden.

„Jetzt ist es ohnehin zu spät zum Einstieg an der Börse“

Als der Dax die 8000-Punkte-Marke erreicht hatte, haderten viele Sparer mit dem Kursanstieg. Doch sie waren auch sicher: Zum Einstieg ist es zu spät. Bei 9000 Punkten war es das Gleiche, bei 10.000 ebenso. Nun steht der Dax bei fast 11.000 Zählern, und die meisten Sparer können sich erst recht nicht durchringen, Aktien zu kaufen.

Joachim Goldberg wundert das nicht. Denn der Grund für diese Einstiegsphobie liegt für den Verhaltensökonomen in einem Impuls, den er als „Regret Aversion“ bezeichnet. Das bedeutet: Wir fürchten, eine falsche Entscheidung zu treffen, und die Angst vor dem dann folgenden Bedauern führt dazu, dass wir lieber erst gar keine Entscheidung treffen. Denn eine nicht getroffene Entscheidung bedauert der Mensch stets weniger als eine falsch getroffene.

Wer also jetzt Aktien kauft und in einem Jahr feststellt, dass die Kurse gesunken sind, wird dies emotional als schweren Schlag empfinden. Kauft er jedoch keine Aktien und steigen deren Kurse weiter, so bedauert der Anleger dies zwar auch – das negative Gefühl ist jedoch weit weniger intensiv.

Psychologisch gesehen ist es daher durchaus rational, lieber nichts zu tun. Jedenfalls kurzfristig. Denn auf lange Sicht bedauert der Mensch eher die nicht getroffenen Entscheidungen. Dann aber ist er schon in Rente.

Hinzu kommt etwas, das die Verhaltensökonomen als Verfügbarkeitsheuristik bezeichnen. Kann der Mensch ein Risiko nicht genau einschätzen, bemüht er seine Erfahrungen und macht daraus eine Daumenregel. Wie hoch ist also derzeit die Wahrscheinlichkeit eines Crashs? Wer die Kursabstürze von 2000 und 2008 erlebt hat, wird sagen: sehr hoch.

Wer diese Erfahrung nicht präsent hat, kommt dagegen zu ganz anderen Schlüssen. Wir lassen uns also von Erfahrungen leiten, die oft genug die Wahrnehmung der Wirklichkeit verzerren.

„Wer an der Börse Erfolg haben will, muss stets aktiv sein“

Die gesamte menschliche Evolution ist der Beweis: Wer viel arbeitet, viel Energie investiert, auf alles Neue reagiert, der ist erfolgreicher. „Das ist tief in unserer Psyche verankert“, sagt Martin Weber. Der Mannheimer Wirtschaftsprofessor nennt das Beispiel eines Autos, das auf einen Menschen zufährt. Natürlich springt jeder beiseite, er reagiert. Das ist seine Intuition, das ist natürlich und logisch. Und es rettet Leben.

Daher schlussfolgern die meisten, es müsse auch an der Börse darauf ankommen, aktiv zu sein. Neue Wirtschaftsdaten, frische Unternehmenszahlen, aktuelle Krisenherde – ein Anleger muss alles im Blick haben und umgehend reagieren, so die vorherrschende Meinung. Das muss jeden Anleger entmutigen, der den Schritt an die Börse wagen will.

Doch dort, so Weber, gälten diese tief verankerten Grundsätze nicht. Hier komme es vielmehr darauf an, geradezu langweilig zu sein. Aktien kaufen und liegen lassen – das ist alles. Man müsse auch nicht ständig beobachten, was sich an den Börsen tue. Simples Abwarten genüge vollkommen. Dabei sei es jedoch für Anleger wichtig, nicht auf Einzelwerte zu setzen. Denn dann müssten sie wirklich aktiv dabei sein.

Wer aber einen Indexfonds kauft, der etwa den Dax abbildet, der könne sich zurücklehnen. Selbst, wenn es zwischenzeitlich abwärts gehe. Aussitzen und Tee trinken, das sei dann die Devise, auch wenn solche Untätigkeit den meisten widerstrebt. Denn die Evolution hat uns seit der Steinzeit darauf konditioniert, stets zu handeln. In der Steinzeit aber gab es eben auch noch keine Börsen.

„Aktien sind gefährlich, aber dieses innovative Finanzprodukt kaufe ich“

Indexfonds kaufen? Wie unsexy. Wie soll man davon anderen erzählen? Von Energiewende und Windrädern hat dagegen jeder schon gehört, und jeder weiß, dass diesem Bereich die Zukunft gehört. Also kauften Sparer, die Aktien meist als zu riskant betrachteten, en masse Anleihen vom Windradhersteller Prokon, die sieben Prozent Zins versprachen – und gingen damit baden.

„Menschen denken, fühlen und handeln in Geschichten“, erklärt Hanno Beck, Professor an der Hochschule Pforzheim und Experte für „Behavioral Finance“, wie die Verhaltensökonomik im Jargon heißt, dieses Phänomen. Ein Indexfonds hat keine Geschichte, einzelne Unternehmen dagegen können solche erzählen.

Und das führt dazu, dass sich Sparer einem solchen Investment viel eher öffnen. Sie haben das Gefühl, bei etwas Großem dabei zu sein. Und sie haben ihrer Umwelt, ihren Nachbarn und Freunden damit etwas voraus.

Hinzu kommt die Verpackung des Investments in eine Anleihe. Dieser Begriff steht hierzulande für absolute Solidität. Deutsche Staatsanleihen sind schließlich das sicherste Investment überhaupt. Bietet dann jemand anderes ebenfalls Anleihen an, kommt es zum „Halo-Effekt“, wie es Beck nennt.

Eine Art Heiligenschein umgibt das Investment, ein Schein, der alle Risiken überstrahlt. Und den Sparer leichten Fußes Wagnisse eingehen lässt, die er sonst stets vermeiden würde.

„Der Mann kennt sich aus, seinen Empfehlungen folge ich“

Bei all diesen Effekten wirkt die menschliche Psychologie unbewusst. Doch es gibt auch gewiefte Menschen, die solche Faktoren ganz bewusst ausnutzen, um Menschen in eine Falle zu locken. Und immer wieder fallen Leute darauf rein. Wie das funktioniert, hat Robert Cialdini in seinem Buch „The Power of Persuasion“ aufgeschrieben. „Die Finanzvertriebler in aller Welt haben das Potenzial für ihre Branche erkannt, das in solchen Methoden steckt“, sagt Hanno Beck.

Sie arbeiten mit Schmeicheleien, sagen bewusst Dinge, die das Gegenüber hören will, versprechen Reichtum ohne Arbeit. Oder sie flüstern von einem Geheimnis der Geldanlage, das irgendwelche großen Mächte dem kleinen Mann vorenthalten. Wahlweise werden Banken, Wall Street oder Politik als die großen Verschwörer dargestellt.

Wenn ein vermeintlicher Anlageexperte solche Geschichten in einem Saal verunsicherter Menschen erzählt, hat er diese schnell auf seiner Seite. Denn sie haben plötzlich das Gefühl, zu einer kleinen Gruppe zu gehören, die mehr weiß. Und fortan folgen sie dem Investment-Guru bedingungslos. Bis zum meist bitteren Ende.

„Hier lassen sich Steuern sparen, das muss ich mitnehmen“

Und wer jetzt immer noch kein Geld investiert hat, in Aktien, Anleihen oder geheimnisvollen Alternativen? Der will zumindest Steuern sparen. Doch da lauert schon die nächste Falle. Kaum irgendwo wurde so viel Geld verloren wie bei vermeintlichen Steuersparmodellen.

Dahinter steckt, dass die Menschen für Steuern im Kopf ein mentales Konto aufmachen. „Das verzeichnet einen Verlust“, sagt Joachim Goldberg. Und Verluste schmerzen. Schon ein kleiner Gewinn wirkt dagegen psychologisch extrem positiv. Deshalb spielt auch die Höhe der Steuerersparnis keine Rolle. „So kommt es, dass Menschen eine Stange Zigaretten durch den Zoll schmuggeln, obwohl sie dadurch nur ein paar Euro Steuer sparen“, so Goldberg.

Ökonomisch ist das völlig unsinnig angesichts des hohen Risikos, erwischt zu werden. Aber das funktioniert ähnlich wie bei Rabattaktionen: Experimente haben gezeigt, dass ein Auto für 20.000 Euro, auf das der Händler 2000 Euro Rabatt gibt, für die meisten attraktiver ist als eines, das für 18.000 Euro angeboten wird.

Franz Josef Leven will nun jedoch genau dieses Phänomen nutzen, um die deutschen Sparer doch noch für die Dividendenpapiere zu begeistern. Für den 16. März haben das Aktieninstitut, die Deutsche Börse sowie die großen Online-Broker den „Tag der Aktie“ ausgerufen. Anleger können an diesem Tag die 30 Dax-Aktien sowie acht Indexfonds kostenlos kaufen, also ohne Handelsgebühren.

Durch den Rabatt können sie je nach Größe der Order zehn bis 65 Euro sparen. Vielleicht gelingt es ja, die psychischen Barrieren der deutschen Sparer auf diese Weise zu überwinden.

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Nach wie vor stütze die Ukraine-Krise die Preise, hieß es aus dem Handel. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete am Morgen 108,35 US-Dollar. Das (Shenzhen: 002421.SZ – Nachrichten) waren 23 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um drei Cent auf 100,87 Dollar.

Neben der Ukraine-Krise rücken aber auch die wöchentlichen Daten zu den US-Ölreserven wieder stärker in den Fokus der Anleger und bremsen nach Einschätzung von Experten die Ölpreise. Am Mittwoch wird die US-Regierung die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche veröffentlichen. Experten rechnen mit dem 14. Anstieg der US-Ölreserven innerhalb von 15 Wochen.

Nach Gelde drängt, am Gelde hängt doch alles. Ach wir Armen!“ Hat das nicht Goethes Faust gesagt? Nein, hat er nicht. Er sagte „Gold“. Aber macht das denn einen Unterschied? Macht es. Denn wenn wir „Geld“ sagen und dabei an Gold denken haben wir eine falsche Vorstellung von der Natur des Geldes. Dies kann uns an der Aufgabe, eine bessere Geldordnung zu bauen, scheitern lassen.

Geld ist kein Gold

Assoziieren wir Geld mit Gold, dann haben wir eine Vorstellung von Geld als einem realen Vermögenswert. Dies entspricht der in den volkswirtschaftlichen Lehrbüchern üblicherweise gegebenen Definition von Geld als Mittel zum Tausch und zur Wertaufbewahrung. Der „neoliberale“ Walter Eucken, der zu den Wegbereitern für die Soziale Marktwirtschaft gehörte, nannte Geld mit dieser Eigenschaft „Warengeld“. Banken mögen Warengeld verwahren, sie können es bis zu einem gewissen Grad auch vermehren, indem sie es weiterverleihen und nur einen Teil der „Einlage“ als Reserve zurückbehalten. Aber sie können es selbst nicht herstellen. Erst ist das Geld da und dann die Bank. So wird es denn auch in Lehrbüchern beschrieben, und so steckt es immer noch in den Köpfen der meisten Ökonomen.

Aber unser heutiges Geld hängt ja nicht mehr am Gold. Nun meinen viele, dass an Stelle der Goldmine eben die Zentralbank Geld schöpfe. Entsprechend wäre nun erst das Zentralbankgeld da, dann würde es durch die privaten Banken wie für Gold oben beschrieben vermehrt. Das trifft jedoch nicht zu. Zuerst schließen die Banken einen Kreditvertrag, dann schreiben sie die Kreditsumme dem Kreditnehmer auf seinem Girokonto gut, und erst dann gehen sie zur Zentralbank, um sich Zentralbankgeld zu leihen, wobei der Kreditvertrag als Sicherheit dienen kann. Die Versorgung mit Zentralbankgeld passt sich also der Nachfrage an. Unbares Geld wird von privaten Banken durch Kredite geschaffen und gedeckt und ist seinem Charakter nach privates Schuldgeld (Eucken nannte es spiegelbildlich dazu Kreditgeld). Aber auch Schattenbanken können Geld produzieren, indem etwa Geldmarktfonds Anleihen gegen Anteilsscheine aufkaufen, die vom Publikum als ebenso gut wie das Giralgeld der Banken angesehen werden. Bis zur Finanzkrise spielten Schattenbanken eine immer wichtigere Rolle bei der Geldschaffung. Aber privates Schuldgeld ist nur so gut wie die es deckenden Kredite. Fallen Kredite aus, wird privates Schuldgeld vernichtet, wie wir in der Finanzkrise erleben mussten. Um Geldmangel zu vermeiden, sprangen die Zentralbanken ein und kauften unter anderem Staatsanleihen auf. Privates Schuldgeld wurde also durch öffentliches Schuldgeld ergänzt.

Ideen für eine neue Geldordnung

Wer glaubt, dass Geld wie Gold zunächst mal da ist und dann von den Banken über Kreditvergabe vermehrt wird, will den Prozess der Geldvermehrung nun sicherer machen, indem er den Banken mehr Eigenkapital vorschreibt. Darauf konzentriert sich die aktuelle Debatte. Wer dagegen davon ausgeht, dass Banken Geld erst schaffen, wird der Frage nachgehen, ob dies der richtige Ort ist. Obwohl diese Frage entscheidend für die Stabilität unseres Finanzsystems ist, beschäftigt sich nur eine Minderheit von Ökonomen mit ihr. Gegenwärtig kann man dazu drei Positionen finden. Die erste Gruppe, die den britischen Diplomaten Alfred Mitchel-Innes zu ihren Wegbereitern zählt, begreift Geld zwar als Schuldgeld, möchte aber diese Charaktereigenschaft des Geldes in erster Linie zur Finanzierung des Staates nutzen. Ihr kommt es darauf an, dass der Staat sich über die Zentralbank durch Geldausgabe finanzieren kann, und sie nimmt es hin, dass die Banken auf der Seite ein bisschen eigene Geldschöpfung betreiben. Die zweite Gruppe, die Joseph Huber die „New Currency School“ nennt, möchte die Geldschöpfung von den privaten Banken zur Zentralbank verlagern, dabei aber der Zentralbank im Staat eine Stellung geben, die der der Rechtsprechung entspricht. Wie die „Judikative“ soll die „Monetative“ von der Regierung unabhängig sein. Allerdings soll der bei der Geldschöpfung entstehende Gewinn („Seigniorage“ genannt) von der Zentralbank an den Staat überwiesen werden. Die dritte Gruppe, die man als „Neo-Austrians“ bezeichnen kann, will zwar wie die New Currency School die Geldschöpfung von den Banken zur Zentralbank verlagern, möchte die Zentralbank aber noch staatsferner machen und am liebsten zum Goldstandard zurückkehren. Sind das Geld und der Zahlungsverkehr sicher, vermitteln die Banken nur noch zwischen Sparern und Investoren und können allein dem Wettbewerb im Markt überlassen werden.

Der Rubel hat binnen eines Jahres schon 17 Prozent an Wert verloren. Der Schaden greift auf die Realwirtschaft über. Noch vernebelt die Euphorie von Sotschi die Gemüter – doch danach wird es düster.

Schlimmer kann es nicht kommen. Das dachten am Mittwochnachmittag 140 Millionen Russen, nachdem ihre geliebte „Sbornaja“ im Eishockey-Viertelfinale gegen Finnland ausgeschieden war. Doch die eishockeyverrückte Nation muss sich auf größere Übel einstellen. Russland steht vor einer ungewissen Zukunft.

Von den Märkten kommen bedrohliche Signale. Der Rubel rutscht beinahe täglich weiter ab. Zum Euro hat die russische Währung in dieser Woche ein historisches Tief markiert. Der Wertverlust hat inzwischen ein solches Ausmaß angenommen, dass auch die Realwirtschaft mit in die Tiefe gezogen wird.

Seit Jahresanfang büßte der Rubel zum Euro rund acht Prozent ein. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Minus sogar 17 Prozent. „Der Rubel-Kursrutsch hat das Zeug, wirklichen Schaden anzurichten“, sagt François-Xavier Chauchat, Ökonom beim Analysehaus Gavekal Dragonomics.

Die Kapitalflucht könnte sich beschleunigen, sollten die Akteure das Vertrauen in die Währung vollends verlieren. „Um einen solchen Exodus zu stoppen, müsste die Notenbank die Zinsen anheben und würde damit die Wirtschaft ruinieren.“