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Mit Börsenbetrug lässt sich eine Menge Geld verdienen. In den seltensten Fällen treibt die Gier die Täter zu solch drastischen Mitteln wie der Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus des börsennotierten Fußballclubs Borussia Dortmund. Denn Auffallen führt häufig geradewegs zum Scheitern. Die Aufsichtsbehörden schlafen nicht – und haben bisweilen unerwartete Hilfe. Dazu trägt mitunter bei, dass Informanten, die ein Finanzdelikt aufdecken, ebenfalls gutes Geld verdienen können.

Dies zeigt der Fall zweier Analysten aus den USA. Ihnen winkt eine Belohnung von bis zu 2,5 Millionen Dollar, weil sie allein dank eigener Recherchen die illegale Bilanzkosmetik einer Firma öffentlich machten.
Im Zentrum steht der Medizingerätehersteller Orthofix aus Texas, der mit ehrgeizigen Ergebniszielen gute Noten bei vielen Branchenexperten bekam. Doch ein Analyst traute dem Braten nicht. Er entdeckte 2012 Unstimmigkeiten in den Bilanzen, die das Management nicht überzeugend erklären konnte. Der Experte fand etwa, dass es auffällig lange dauerte, bis das Unternehmen von seinen Großhandelskunden bezahlt wurde, die offenen Rechnungen türmten sich.

 

AUSSCHAU NACH UNGEWÖHNLICHEM

„Ich halte immer Ausschau nach etwas Ungewöhnlichem“, erzählt der Analyst. „Und bei dem Unternehmen zeigte sich etwas, das sich als ungewöhnlich schlecht erweisen könnte.“ Er verbrachte Monate damit, Quartalsberichte und Telefonkonferenzen zu durchforsten. Er jagte massenweise Orthofix-Zahlen durch Computerprogramme, um sie mit denen von Konkurrenten zu vergleichen. Schließlich zog er 2013 einen befreundeten Kollegen aus einer anderen Stadt zurate. Beide kamen zu dem Ergebnis, dass die Firma ihre Zahlen mit Hilfe des sogenannten Channel Stuffing aufpoliert. Das bedeutet: Ein Unternehmen vertreibt mehr Produkte an Lieferanten, als diese verkaufen können. Damit werden Umsätze gewissermaßen verfrüht gebucht und Ausfälle in die Zukunft verschoben. Eine solche Praxis verstößt gegen das Gesetz, wenn die Investoren nicht darüber informiert wurden.

In ihrer Einschätzung bestärkt wurden die zwei Analysten im Mai 2013, als Orthofix seine Quartalsziele verfehlte und einen Geschäftseinbruch bekanntgab. Die beiden schalteten eine Anwaltsfirma ein, die der US-Börsenaufsicht SEC im Juni 2013 den ersten Tipp gab und später mit weiteren Belegen ergänzte. Die Anwälte machten einen früheren Orthofix-Mitarbeiter ausfindig, der den Verdacht bestätigte. Die SEC nahm die Firma aufs Korn und nötigte ihr eine Strafe von 8,25 Millionen Dollar auf. Ein im Januar dieses Jahres erzielter Vergleich sieht ferner vor, dass frühere Orthofix-Manager wegen Betrugsvorwürfen zusammen 120.000 Dollar zahlen müssen.

AUF DAS GESAMTBILD KOMMT ES AN

Grundlage der Börsendetektive ist das sogenannte Dodd-Frank-Gesetz, in dem die USA die Lehren aus der Finanzkrise zogen. Unter anderem gibt es dort ein Anreizprogramm für Informanten, die Vergehen melden. Diese sogenannten Whistleblower können nicht nur Insider sein, also Mitarbeiter von Banken und Firmen oder Marktakteure. Auch externe Tippgeber erhalten Belohnungen für entscheidende Hinweise. Häufig handelt es sich um Experten, die ausreichend Wissen, Zeit und technische Möglichkeiten haben, um Delikten auf die Spur zu kommen. „Manchmal haben Auswärtige eine besondere Expertise. Sie sind unabhängig und können Dinge zu einem Gesamtbild fügen, wie es für Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, nicht ersichtlich ist“, erläutert SEC-Expertin Jane Norberg.

Bis Ende September vergangenen Jahres haben Whistleblower durch das Programm Belohnungen über insgesamt 111 Millionen Dollar erhalten. Mehr als ein Drittel davon entfiel auf externe Informanten. Im Fall Orthofix haben die Analysten – die anonym bleiben wollen – ihr Geld noch nicht bekommen. Im Mai wird ihre Anwaltsfirma bei der SEC eine Belohnung für die beiden beantragen. Erst wenn ihnen diese zugesprochen wird, wollen sie erstmals auf ihren Erfolg anstoßen. „Dann können wir uns treffen und einen Champagner trinken“, sagt einer von ihnen.

Der Jahreswechsel ist die Zeit für viele gute Absichten. Warum nicht auch ein paar gute Vorsätze für das Ersparte fassen? Es besser machen als 2016. Und die alten Fehler meiden. Ein Plädoyer für bessere Geldanlage.

Pünktlich zum neuen Jahr ist es wieder soweit: Die guten Vorsätze haben Hochkonjunktur. Gesündere Ernährung, mehr Sport, weniger Arbeit, mehr Zeit für die Familie – das sind wohl die Klassiker. Doch ein Thema wird dabei meistens ausgespart: die privaten Finanzen. Dabei könnte das Ersparte ein wenig Fürsorge und ein paar gute Vorsätze gebrauchen. Auch wenn die Deutschen immer reicher werden.

Unser Vermögen beläuft sich nach Angaben der Bundesbank auf mehr als 5,3 Billionen Euro. „Die Deutschen sind in der Tat fleißige Sparer, aber kein anderes Volk unter den Industrieländern legt sein Geld unproduktiver an“, sagt Gottfried Heller, Senior Partner bei der Fiduka-Depotverwaltung in München. „Die langfristigen Ersparnisse stecken einseitig in Zinsanlagen – in Sparbüchern, Termingeldern, Anleihen oder Kapitallebensversicherungen.“ Das sei der größte Fehler der Deutschen bei der Geldanlage. Und das Jahr für Jahr, nicht nur in 2016.

Genau diesen Fehler – Stichwort gute Vorsätze – gilt es künftig zu verhindern. Eine intelligentere und renditestärkere, aber zugegebenermaßen auch etwas riskantere Geldanlage muss her. Dazu gehören neben Zinsanlagen eben auch Aktien. „Da mit Zinsen real nichts zu verdienen ist und die Zinswende als Menetekel über dem Kapitalmarkt schwebt, ist in diesem Bereich Zurückhaltung geboten“, sagt Fondsmanager Christoph Bruns. Bei Immobilien komme es immer auf das Einzelobjekt an, der Gesamtmarkt sehe aber bereits sehr teuer aus, wie aus dem geringen Mietzins ersichtlich sei. „Rohstoffe sind nur eine Anlagegattung für Spekulanten, so dass nur Aktien als sinnvolle Anlagekategorie übrig bleiben“, ist der Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys überzeugt. Das überrascht natürlich wenig, denn Bruns ist Aktienfondsmanager.

Doch Aktien sind, das hat sogar die Bundesbank vor einigen Monaten höchstamtlich bestätigt, langfristig die renditestärkste Anlageklasse überhaupt – allen Schwankungen zum Trotz. Und von denen gab es 2016 bekanntlich wieder reichlich. Doch obwohl der Dax – China sei Dank – den schwächsten Jahresauftakt seiner Geschichte hinlegte und mal eben mehr als 20 Prozent an Wert einbüßte, obwohl das „Ja“ der Briten zum Brexit die Kurse taumeln ließ und obwohl Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, können Aktionäre auf ein relativ gutes Jahr zurückblicken. Der Dax schaffte immerhin noch ein Jahresplus von gut sieben Prozent, der amerikanische Dow Jones legte sogar fast 15 Prozent zu und markierte ein neues Allzeithoch. Solche Renditen waren mit Zinsprodukten nicht zu holen.

 

Der Preis pro Bitcoin knackte in der vergangenen Woche die magische 750 US-Dollar-Marke und näherte sich damit dem letzten Jahreshoch im Juni 2016.

Der Preis der digitalen Währung stieg am 17. November auf 152,04 US-Dollar, bevor der Kurs an fahrt verlor und absackte. Im weiteren Verlauf der Woche stieg der Bitcoin-Kurs noch mehrmals über 750 Dollar, konnte den Support jedoch nicht halten und knickte ein.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Kurs bei 746,39 US-Dollar bzw. 704,81 Euro. Das bedeutet weiterhin ein sattes Plus von 4% im Vergleich zur Vorwoche.

Der Wert des heutigen Geldes ist durch nichts gedeckt. Regierungen können es beliebig vermehren, um Schulden zu machen. Die Folge ist ein massiver Kaufkraftverlust und die Flucht in Gold

Regierungen stecken seit jeher in einer Zwickmühle: Einerseits sind sie dem SteuerzahlerGehe zu Amazon für weitere Produkt-Informationen! verpflichtet, der regelmäßig über zu hohe Abgaben jammert. Andererseits müssen sie es den Empfängern staatlicher Leistungen recht machen, Rentnern zum Beispiel oder Betreibern von Schulen und Schwimmbädern. Um die damit verbundenen Ausgaben erhöhen zu können, ohne mehr Steuern einzufordern, machen die Volksvertreter nicht erst seit heute vor allem eins gern: Schulden.

Die Anleger kaufen keine Aktien, obwohl sie steigen. Sie lassen ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto, ohne Zinsen zu bekommen. Warum man oft ökonomisch unsinnig handelt – die fünf teuersten Psychofallen.

Es passiert nicht häufig, dass sich Franz Josef Leven in Rage redet. Doch wenn der stets ausgeglichen wirkende Direktor des Deutschen Aktieninstituts vom Besuch einer Schulklasse beim DAI berichtet, merkt man ihm seinen Unmut an. Auf die Aufforderung, Fragen zu stellen, habe einer der Schüler wissen wollen, ob er selbst auch Aktien habe.

Ja, natürlich, war die Antwort. Gleich darauf folgte die Frage, wie viel Geld er damit verloren habe. „In den USA hätte jeder gefragt, wie viel ich damit gewonnen habe. Aber hierzulande denken die Menschen beim Thema Aktien immer sofort an Verluste“, erzählt er. „Absurd“ finde er das.

Und damit hat Leven zweifellos recht, wenn man auf die jüngere Vergangenheit schaut: Der Deutsche Aktienindex hat sich in den vergangenen sechs Jahren verdreifacht, allein seit Jahresbeginn ging es bereits wieder um mehr als zehn Prozent nach oben. Am Freitag durchbrach er sogar die 11.000 Punkte. Doch nach allen verfügbaren Daten sind die meisten Deutschen bei diesem Aufschwung nicht dabei. Sie horten ihr Geld lieber auf Tagesgeldkonten – oft zu Zinsen von null Prozent.

Das Verhalten der deutschen Sparer ist aus ökonomischer Sicht völlig unlogisch. Dennoch ist es zutiefst menschlich. Und es gibt einen Zweig der Volkswirtschaftslehre, der sich genau damit beschäftigt – und die Fehlurteile in Finanzdingen entsprechend zu erklären versucht: die Verhaltensökonomie.

Sie zeigt, wie psychologische Mechanismen unsere Handlungen beeinflussen und uns bei Investment-Entscheidungen oft genug auf die falsche Fährte führen. Die gute Nachricht dabei: Wer diese Faktoren kennt, der hat die Chance sie zu umschiffen und so erfolgreicher bei der Anlage des sauer Ersparten zu werden.

„Jetzt ist es ohnehin zu spät zum Einstieg an der Börse“

Als der Dax die 8000-Punkte-Marke erreicht hatte, haderten viele Sparer mit dem Kursanstieg. Doch sie waren auch sicher: Zum Einstieg ist es zu spät. Bei 9000 Punkten war es das Gleiche, bei 10.000 ebenso. Nun steht der Dax bei fast 11.000 Zählern, und die meisten Sparer können sich erst recht nicht durchringen, Aktien zu kaufen.

Joachim Goldberg wundert das nicht. Denn der Grund für diese Einstiegsphobie liegt für den Verhaltensökonomen in einem Impuls, den er als „Regret Aversion“ bezeichnet. Das bedeutet: Wir fürchten, eine falsche Entscheidung zu treffen, und die Angst vor dem dann folgenden Bedauern führt dazu, dass wir lieber erst gar keine Entscheidung treffen. Denn eine nicht getroffene Entscheidung bedauert der Mensch stets weniger als eine falsch getroffene.

Wer also jetzt Aktien kauft und in einem Jahr feststellt, dass die Kurse gesunken sind, wird dies emotional als schweren Schlag empfinden. Kauft er jedoch keine Aktien und steigen deren Kurse weiter, so bedauert der Anleger dies zwar auch – das negative Gefühl ist jedoch weit weniger intensiv.

Psychologisch gesehen ist es daher durchaus rational, lieber nichts zu tun. Jedenfalls kurzfristig. Denn auf lange Sicht bedauert der Mensch eher die nicht getroffenen Entscheidungen. Dann aber ist er schon in Rente.

Hinzu kommt etwas, das die Verhaltensökonomen als Verfügbarkeitsheuristik bezeichnen. Kann der Mensch ein Risiko nicht genau einschätzen, bemüht er seine Erfahrungen und macht daraus eine Daumenregel. Wie hoch ist also derzeit die Wahrscheinlichkeit eines Crashs? Wer die Kursabstürze von 2000 und 2008 erlebt hat, wird sagen: sehr hoch.

Wer diese Erfahrung nicht präsent hat, kommt dagegen zu ganz anderen Schlüssen. Wir lassen uns also von Erfahrungen leiten, die oft genug die Wahrnehmung der Wirklichkeit verzerren.

„Wer an der Börse Erfolg haben will, muss stets aktiv sein“

Die gesamte menschliche Evolution ist der Beweis: Wer viel arbeitet, viel Energie investiert, auf alles Neue reagiert, der ist erfolgreicher. „Das ist tief in unserer Psyche verankert“, sagt Martin Weber. Der Mannheimer Wirtschaftsprofessor nennt das Beispiel eines Autos, das auf einen Menschen zufährt. Natürlich springt jeder beiseite, er reagiert. Das ist seine Intuition, das ist natürlich und logisch. Und es rettet Leben.

Daher schlussfolgern die meisten, es müsse auch an der Börse darauf ankommen, aktiv zu sein. Neue Wirtschaftsdaten, frische Unternehmenszahlen, aktuelle Krisenherde – ein Anleger muss alles im Blick haben und umgehend reagieren, so die vorherrschende Meinung. Das muss jeden Anleger entmutigen, der den Schritt an die Börse wagen will.

Doch dort, so Weber, gälten diese tief verankerten Grundsätze nicht. Hier komme es vielmehr darauf an, geradezu langweilig zu sein. Aktien kaufen und liegen lassen – das ist alles. Man müsse auch nicht ständig beobachten, was sich an den Börsen tue. Simples Abwarten genüge vollkommen. Dabei sei es jedoch für Anleger wichtig, nicht auf Einzelwerte zu setzen. Denn dann müssten sie wirklich aktiv dabei sein.

Wer aber einen Indexfonds kauft, der etwa den Dax abbildet, der könne sich zurücklehnen. Selbst, wenn es zwischenzeitlich abwärts gehe. Aussitzen und Tee trinken, das sei dann die Devise, auch wenn solche Untätigkeit den meisten widerstrebt. Denn die Evolution hat uns seit der Steinzeit darauf konditioniert, stets zu handeln. In der Steinzeit aber gab es eben auch noch keine Börsen.

„Aktien sind gefährlich, aber dieses innovative Finanzprodukt kaufe ich“

Indexfonds kaufen? Wie unsexy. Wie soll man davon anderen erzählen? Von Energiewende und Windrädern hat dagegen jeder schon gehört, und jeder weiß, dass diesem Bereich die Zukunft gehört. Also kauften Sparer, die Aktien meist als zu riskant betrachteten, en masse Anleihen vom Windradhersteller Prokon, die sieben Prozent Zins versprachen – und gingen damit baden.

„Menschen denken, fühlen und handeln in Geschichten“, erklärt Hanno Beck, Professor an der Hochschule Pforzheim und Experte für „Behavioral Finance“, wie die Verhaltensökonomik im Jargon heißt, dieses Phänomen. Ein Indexfonds hat keine Geschichte, einzelne Unternehmen dagegen können solche erzählen.

Und das führt dazu, dass sich Sparer einem solchen Investment viel eher öffnen. Sie haben das Gefühl, bei etwas Großem dabei zu sein. Und sie haben ihrer Umwelt, ihren Nachbarn und Freunden damit etwas voraus.

Hinzu kommt die Verpackung des Investments in eine Anleihe. Dieser Begriff steht hierzulande für absolute Solidität. Deutsche Staatsanleihen sind schließlich das sicherste Investment überhaupt. Bietet dann jemand anderes ebenfalls Anleihen an, kommt es zum „Halo-Effekt“, wie es Beck nennt.

Eine Art Heiligenschein umgibt das Investment, ein Schein, der alle Risiken überstrahlt. Und den Sparer leichten Fußes Wagnisse eingehen lässt, die er sonst stets vermeiden würde.

„Der Mann kennt sich aus, seinen Empfehlungen folge ich“

Bei all diesen Effekten wirkt die menschliche Psychologie unbewusst. Doch es gibt auch gewiefte Menschen, die solche Faktoren ganz bewusst ausnutzen, um Menschen in eine Falle zu locken. Und immer wieder fallen Leute darauf rein. Wie das funktioniert, hat Robert Cialdini in seinem Buch „The Power of Persuasion“ aufgeschrieben. „Die Finanzvertriebler in aller Welt haben das Potenzial für ihre Branche erkannt, das in solchen Methoden steckt“, sagt Hanno Beck.

Sie arbeiten mit Schmeicheleien, sagen bewusst Dinge, die das Gegenüber hören will, versprechen Reichtum ohne Arbeit. Oder sie flüstern von einem Geheimnis der Geldanlage, das irgendwelche großen Mächte dem kleinen Mann vorenthalten. Wahlweise werden Banken, Wall Street oder Politik als die großen Verschwörer dargestellt.

Wenn ein vermeintlicher Anlageexperte solche Geschichten in einem Saal verunsicherter Menschen erzählt, hat er diese schnell auf seiner Seite. Denn sie haben plötzlich das Gefühl, zu einer kleinen Gruppe zu gehören, die mehr weiß. Und fortan folgen sie dem Investment-Guru bedingungslos. Bis zum meist bitteren Ende.

„Hier lassen sich Steuern sparen, das muss ich mitnehmen“

Und wer jetzt immer noch kein Geld investiert hat, in Aktien, Anleihen oder geheimnisvollen Alternativen? Der will zumindest Steuern sparen. Doch da lauert schon die nächste Falle. Kaum irgendwo wurde so viel Geld verloren wie bei vermeintlichen Steuersparmodellen.

Dahinter steckt, dass die Menschen für Steuern im Kopf ein mentales Konto aufmachen. „Das verzeichnet einen Verlust“, sagt Joachim Goldberg. Und Verluste schmerzen. Schon ein kleiner Gewinn wirkt dagegen psychologisch extrem positiv. Deshalb spielt auch die Höhe der Steuerersparnis keine Rolle. „So kommt es, dass Menschen eine Stange Zigaretten durch den Zoll schmuggeln, obwohl sie dadurch nur ein paar Euro Steuer sparen“, so Goldberg.

Ökonomisch ist das völlig unsinnig angesichts des hohen Risikos, erwischt zu werden. Aber das funktioniert ähnlich wie bei Rabattaktionen: Experimente haben gezeigt, dass ein Auto für 20.000 Euro, auf das der Händler 2000 Euro Rabatt gibt, für die meisten attraktiver ist als eines, das für 18.000 Euro angeboten wird.

Franz Josef Leven will nun jedoch genau dieses Phänomen nutzen, um die deutschen Sparer doch noch für die Dividendenpapiere zu begeistern. Für den 16. März haben das Aktieninstitut, die Deutsche Börse sowie die großen Online-Broker den „Tag der Aktie“ ausgerufen. Anleger können an diesem Tag die 30 Dax-Aktien sowie acht Indexfonds kostenlos kaufen, also ohne Handelsgebühren.

Durch den Rabatt können sie je nach Größe der Order zehn bis 65 Euro sparen. Vielleicht gelingt es ja, die psychischen Barrieren der deutschen Sparer auf diese Weise zu überwinden.

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Nach wie vor stütze die Ukraine-Krise die Preise, hieß es aus dem Handel. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete am Morgen 108,35 US-Dollar. Das (Shenzhen: 002421.SZ – Nachrichten) waren 23 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um drei Cent auf 100,87 Dollar.

Neben der Ukraine-Krise rücken aber auch die wöchentlichen Daten zu den US-Ölreserven wieder stärker in den Fokus der Anleger und bremsen nach Einschätzung von Experten die Ölpreise. Am Mittwoch wird die US-Regierung die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche veröffentlichen. Experten rechnen mit dem 14. Anstieg der US-Ölreserven innerhalb von 15 Wochen.

Nach Gelde drängt, am Gelde hängt doch alles. Ach wir Armen!“ Hat das nicht Goethes Faust gesagt? Nein, hat er nicht. Er sagte „Gold“. Aber macht das denn einen Unterschied? Macht es. Denn wenn wir „Geld“ sagen und dabei an Gold denken haben wir eine falsche Vorstellung von der Natur des Geldes. Dies kann uns an der Aufgabe, eine bessere Geldordnung zu bauen, scheitern lassen.

Geld ist kein Gold

Assoziieren wir Geld mit Gold, dann haben wir eine Vorstellung von Geld als einem realen Vermögenswert. Dies entspricht der in den volkswirtschaftlichen Lehrbüchern üblicherweise gegebenen Definition von Geld als Mittel zum Tausch und zur Wertaufbewahrung. Der „neoliberale“ Walter Eucken, der zu den Wegbereitern für die Soziale Marktwirtschaft gehörte, nannte Geld mit dieser Eigenschaft „Warengeld“. Banken mögen Warengeld verwahren, sie können es bis zu einem gewissen Grad auch vermehren, indem sie es weiterverleihen und nur einen Teil der „Einlage“ als Reserve zurückbehalten. Aber sie können es selbst nicht herstellen. Erst ist das Geld da und dann die Bank. So wird es denn auch in Lehrbüchern beschrieben, und so steckt es immer noch in den Köpfen der meisten Ökonomen.

Aber unser heutiges Geld hängt ja nicht mehr am Gold. Nun meinen viele, dass an Stelle der Goldmine eben die Zentralbank Geld schöpfe. Entsprechend wäre nun erst das Zentralbankgeld da, dann würde es durch die privaten Banken wie für Gold oben beschrieben vermehrt. Das trifft jedoch nicht zu. Zuerst schließen die Banken einen Kreditvertrag, dann schreiben sie die Kreditsumme dem Kreditnehmer auf seinem Girokonto gut, und erst dann gehen sie zur Zentralbank, um sich Zentralbankgeld zu leihen, wobei der Kreditvertrag als Sicherheit dienen kann. Die Versorgung mit Zentralbankgeld passt sich also der Nachfrage an. Unbares Geld wird von privaten Banken durch Kredite geschaffen und gedeckt und ist seinem Charakter nach privates Schuldgeld (Eucken nannte es spiegelbildlich dazu Kreditgeld). Aber auch Schattenbanken können Geld produzieren, indem etwa Geldmarktfonds Anleihen gegen Anteilsscheine aufkaufen, die vom Publikum als ebenso gut wie das Giralgeld der Banken angesehen werden. Bis zur Finanzkrise spielten Schattenbanken eine immer wichtigere Rolle bei der Geldschaffung. Aber privates Schuldgeld ist nur so gut wie die es deckenden Kredite. Fallen Kredite aus, wird privates Schuldgeld vernichtet, wie wir in der Finanzkrise erleben mussten. Um Geldmangel zu vermeiden, sprangen die Zentralbanken ein und kauften unter anderem Staatsanleihen auf. Privates Schuldgeld wurde also durch öffentliches Schuldgeld ergänzt.

Ideen für eine neue Geldordnung

Wer glaubt, dass Geld wie Gold zunächst mal da ist und dann von den Banken über Kreditvergabe vermehrt wird, will den Prozess der Geldvermehrung nun sicherer machen, indem er den Banken mehr Eigenkapital vorschreibt. Darauf konzentriert sich die aktuelle Debatte. Wer dagegen davon ausgeht, dass Banken Geld erst schaffen, wird der Frage nachgehen, ob dies der richtige Ort ist. Obwohl diese Frage entscheidend für die Stabilität unseres Finanzsystems ist, beschäftigt sich nur eine Minderheit von Ökonomen mit ihr. Gegenwärtig kann man dazu drei Positionen finden. Die erste Gruppe, die den britischen Diplomaten Alfred Mitchel-Innes zu ihren Wegbereitern zählt, begreift Geld zwar als Schuldgeld, möchte aber diese Charaktereigenschaft des Geldes in erster Linie zur Finanzierung des Staates nutzen. Ihr kommt es darauf an, dass der Staat sich über die Zentralbank durch Geldausgabe finanzieren kann, und sie nimmt es hin, dass die Banken auf der Seite ein bisschen eigene Geldschöpfung betreiben. Die zweite Gruppe, die Joseph Huber die „New Currency School“ nennt, möchte die Geldschöpfung von den privaten Banken zur Zentralbank verlagern, dabei aber der Zentralbank im Staat eine Stellung geben, die der der Rechtsprechung entspricht. Wie die „Judikative“ soll die „Monetative“ von der Regierung unabhängig sein. Allerdings soll der bei der Geldschöpfung entstehende Gewinn („Seigniorage“ genannt) von der Zentralbank an den Staat überwiesen werden. Die dritte Gruppe, die man als „Neo-Austrians“ bezeichnen kann, will zwar wie die New Currency School die Geldschöpfung von den Banken zur Zentralbank verlagern, möchte die Zentralbank aber noch staatsferner machen und am liebsten zum Goldstandard zurückkehren. Sind das Geld und der Zahlungsverkehr sicher, vermitteln die Banken nur noch zwischen Sparern und Investoren und können allein dem Wettbewerb im Markt überlassen werden.

Der Rubel hat binnen eines Jahres schon 17 Prozent an Wert verloren. Der Schaden greift auf die Realwirtschaft über. Noch vernebelt die Euphorie von Sotschi die Gemüter – doch danach wird es düster.

Schlimmer kann es nicht kommen. Das dachten am Mittwochnachmittag 140 Millionen Russen, nachdem ihre geliebte „Sbornaja“ im Eishockey-Viertelfinale gegen Finnland ausgeschieden war. Doch die eishockeyverrückte Nation muss sich auf größere Übel einstellen. Russland steht vor einer ungewissen Zukunft.

Von den Märkten kommen bedrohliche Signale. Der Rubel rutscht beinahe täglich weiter ab. Zum Euro hat die russische Währung in dieser Woche ein historisches Tief markiert. Der Wertverlust hat inzwischen ein solches Ausmaß angenommen, dass auch die Realwirtschaft mit in die Tiefe gezogen wird.

Seit Jahresanfang büßte der Rubel zum Euro rund acht Prozent ein. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Minus sogar 17 Prozent. „Der Rubel-Kursrutsch hat das Zeug, wirklichen Schaden anzurichten“, sagt François-Xavier Chauchat, Ökonom beim Analysehaus Gavekal Dragonomics.

Die Kapitalflucht könnte sich beschleunigen, sollten die Akteure das Vertrauen in die Währung vollends verlieren. „Um einen solchen Exodus zu stoppen, müsste die Notenbank die Zinsen anheben und würde damit die Wirtschaft ruinieren.“

Banken und Sparkassen in Deutschland bemühen sich seit geraumer Zeit, das Vertrauen ihrer Kunden zurückzugewinnen. Das macht sich allerdings vor allem in diversen Imagekampagnen bemerkbar.

Geht es um konkrete Anlageprodukte, kommt es dagegen immer wieder zu enttäuschenden Erlebnissen. So auch bei einer neuen Idee aus dem Hause Deutsche Bank. Konkret geht es um die immer populärer werdenden Indexfonds. Das sind Produkte, die große Börsenindizes wie den Deutschen Aktienindex Dax oder den europäischen EuroStoxx 50 beinahe eins zu eins abbilden.

Hier hat die Deutsche Bank – auf den Druck der großen Investoren hin – ihre großen Fonds radikal umgestellt, allerdings zum Nachteil ihrer privaten Kundschaft. Denn die Sparer verlieren einen entscheidenden Steuervorteil. Künftig müssen sie jährlich die Dividenden der Index-Unternehmen versteuern.

In der Anlagesparte Deutsche Asset & Wealth Management, wo die Fonds- und Zertifikateaktivitäten, aber auch die Geschäfte mit Profikunden gebündelt sind, scheint das Interesse der Privatkunden also nicht mehr im Vordergrund zu stehen.

Ein Prozent weniger Rendite

Die Rendite der Produkte fällt damit künftig rund ein Prozent geringer aus. Das mag wenig klingen. Doch in Zeiten der Niedrigrenditen, in denen kaum ein Tagesgeldkonto noch ein Prozent abwirft, ist das nicht zu verachten.

Wegen der langen Sparprozesse und des Zinseszinseffekts kann der steuerliche Nachteil schnell in die Tausende gehen. Betroffen sind alle Deutsche-Bank-Kunden, die ihr Geld in einem der großen Indices wie dem Dax, dem EuroStoxx 50 oder der MSCI Welt haben. Denn das Geldhaus hat oder wird alle 17 großen Index-Fonds umstellen.

Verkauft hat die Deutsche-Bank-Tochter db x-trackers ihre Umstellung freilich ganz anders. Da wurden die niedrigeren Gebühren herausgestrichen. Statt jährlich 0,15 Prozent fallen nun nur noch 0,09 Prozent an. Doch auch die Preissenkung soll vor allem institutionelle Anleger mit ihren großen Volumen locken, für private fällt der Steuernachteil viel stärker ins Gewicht.

Ein Fonds wie eine Wundertüte

Die bisherigen steueroptimierten Indexfonds glichen einer Art Wundertüte. Statt einen Index eins zu eins mit den entsprechenden Aktien abzubilden, wurde die Wertentwicklung über Swaps nachgestellt. Dabei wird die Performance von Dax, EuroStoxx & Co. von einem Swap-Partner garantiert. Dieser tauscht die Wertentwicklung des Index gegen die Performance eines beliebigen Portfolios.

Obwohl diese synthetische Abbildung kompliziert und intransparent klingt, hatte sie für private Sparer handfeste steuerliche Vorteile. Da der Tauschpartner die Gesamtperformance garantiert, fließen die Dividenden in Form von Kursgewinnen aus Termingeschäften zu, müssen also nicht jährlich versteuert werden. Erst wenn der Fonds veräußert wird, kommt der Fiskus zum Zuge.

Bis dahin kommt der Sparer in den Genuss eines Steueraufschubs, er kann das Geld an den Märkten weiter arbeiten lassen, statt es abzugeben. Wer vor der Einführung der Abgeltungsteuer im Jahr 2009 gekauft hat, kann den Fiskus sogar gänzlich außen vor lassen.

Indexfonds verlieren ihren Sonderstatus

Doch für Indexfonds-Kunden der Deutschen Bank droht jetzt der Steuerschock. Künftig werden die Indexfonds traditionell dem jeweiligen Index entsprechend abgebildet. In den Dax-ETF kommen beispielsweise die 30 größten deutschen Papiere von Adidas bis Volkswagen. Fliegt eine Aktie aus dem Dax, wird auch der Indexfonds entsprechend angepasst.

Damit verlieren die Indexfonds ihr Steuerprivileg. Die physisch replizierenden ETFs werden nämlich wie normale Investmentfonds behandelt. Die Dividendenzahlungen der im Fonds enthaltenen Firmen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer liegt der Satz sogar bei rund 28 Prozent).

Die 28 Prozent werden jährlich an den Fiskus abgeführt, unabhängig davon, ob der Fonds die Dividenden wirklich ausschüttet oder aber gleich wieder reinvestiert, wie dies beim Dax der Fall ist.

Langfristig entsteht ein merklicher Renditeverlust

Wie gravierend die steuerlichen Folgen für private Anleger sind, offenbart eine kleine Rechnung. Wer zum Start des Deutschen Aktienindex 10.000 Euro in den Index gepackt hat, konnte ohne Beteiligung des Fiskus seinen Einsatz bis heute fast verzehnfachen. Wer jedoch Jahr für Jahr seine Dividenden versteuern musste, steht 15.000 Euro schlechter da.

Aus dem Anfangskapital wurden nach 25 Jahren lediglich 80.790 statt 95.500 Euro. Die Deutsche Bank argumentiert, dass bei einem Verkauf des Fonds die bisher gezahlten Steuern angerechnet werden.

Doch selbst wenn man die bisherigen Zahlungen berücksichtigt, beträgt der steuerliche Nachteil noch immer knapp 3300 Euro und damit ein Drittel des Einsatzes. Das ergibt sich aus dem Steuerstundungsaspekt: das Geld konnte weiter im Fonds arbeiten und sich damit weiter verzinsen.

Fondsverkauf ist keine gute Option

„Investoren, die mit der Umstellung der Anlagepolitik wider Erwarten nicht einverstanden sind, haben selbstverständlich die Möglichkeit, ihre Fondsanteile zu verkaufen“, lässt die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset & Wealth Management verärgerte Kunden wissen.

Für Sparer ist ein Verkauf ihrer Fondsanteile oft keine wirkliche Option. Viele Kleinanleger haben sich vor der Einführung der Abgeltungsteuer mit Indexfonds der Deutschen Bank eingedeckt in der Hoffnung, ein Leben lang keine Steuern auf Kursgewinne und Dividenden zahlen zu müssen.

Sparer, die Aktien und Fonds vor dem Jahr 2009 erworben und länger als ein Jahr gehalten haben, müssen beim Verkauf keine pauschale Abgabe auf Wertzuwächse an den Fiskus abführen. Zwar gilt dieser Bestandsschutz nicht für Dividenden, die nach dem Inkrafttreten der Abgeltungsteuer ausgeschüttet wurden, doch die Wunder-ETFs waren ja eben so konstruiert, dass keine Dividenden anfallen.

Wer nach der Umstellung seine Deutsche-Bank-Fonds abstößt und zur Konkurrenz wechselt, verliert seinen Bestandsschutz und muss zukünftige Kursgewinne mit rund 28 Prozent versteuern. Und es könnte noch schlimmer kommen. Die SPD hat schon häufiger gefordert, die Abgeltungsteuer auf 35 Prozent anzuheben. Inklusive Soli und Kirchensteuer wären dann 38 Prozent fällig.

Comstage hält an altem Modell fest

Die Commerzbank-Tochter Comstage will daher auch an ihren steueroptimierten Fonds festhalten und auch der hierzulande unbekannte Anbieter Source setzt unbeirrt auf Swap-basierte Indexfonds.

Die Deutsche Bank begründet die Umstellung mit den Kundenwünschen. Vor allem institutionelle Investoren hätten mit der synthetischen Abbildung seit der Finanzkrise gefremdelt. Und tatsächlich waren aus den Dax-ETF Milliarden abgeflossen.

Aber auch private Anleger würden die „ehrlichere Indexabbildung“ bevorzugen. Bisher hätten sich nur wenige private Kunden beschwert. Doch die meisten Sparer dürften noch gar nichts von der Umstellung wissen.

So hat etwa die Direktbank ING Diba, die hierzulande viele der steueroptimierten Dax-ETFs an Privatkunden verkauft hat, bis heute noch keine Informationen von der Deutschen Bank erhalten. „Wir wissen noch nichts von der Umstellung und konnten auch keine Informationen an unsere Kunden weiterleiten.“

Den funkelnden Brillant lieber am Finger oder sicher im Banktresor? Wer sich für ein kostbares Schmuckstück entscheidet, sollte das weniger aus Anlagegründen machen. Zwar setzen die Menschen in Krisenzeiten gerne auf Sachwerte. Juweliere, Schmuck- und Uhrenhändler in Deutschland konnten vor zwei Jahren mit gut fünf Milliarden Euro einen Rekordumsatz verzeichnen. Doch unter Experten gilt ein Diamantencollier oder Brillantring nicht als Wertanlage im klassischen Sinne.

„Das ist mehr eine werthaltige Investition“, sagt Branchenverbandsgeschäftsführer Joachim Dünkelmann. Vor allem bei Erbstücken liege der emotionale Wert oft höher als der Wiederverkaufspreis. „Wir verkaufen Glücksgefühle, nicht Aktien.“
Dass Schmuck keine Wertsteigerung garantiert, darauf verweisen auch Verbraucherschützer. Der Wiederverkauf hänge von vielen Faktoren ab. Zu beachten sei, ob es sich um ein Sammlerstück handelt oder wie hoch der Materialwert eingeschätzt wird. „Und das Werturteil geben letztlich Juweliere oder Gutachter ab“, sagt Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern.
Naturperlen sind stark nachgefragt

Wichtig seien Expertisen der führenden gemmologischen Institute, rät Nina Lindau-Thöne vom Kunstauktionshaus Van Ham in Köln. Schmuck werde meist aus emotionalen Gründen erworben. Für gängige Stücke werde bei Auktionen oft nur ein Viertel des ursprünglichen Verkaufspreises erzielt. Stark gefragt seien momentan Naturperlen sowie Diamantware im oberen Farb- und Reinheitsgrad. Als Wertanlage eigneten sich auch „feine Rubine und unbehandelte Saphire, aber einer guten Größe“.