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Der Gesundheitskonzern Fresenius kauft für gut 3 Milliarden Euro einen Großteil von Rhön-Klinikum und schafft damit einen Krankenhaus-Giganten in Deutschland. Mit dem Geschäft, das beide Konzerne in der Nacht verkündeten, nimmt der monatelange Kampf um die Vorherrschaft am deutschen Klinikmarkt eine unerwartete Wendung. „Die Blockade ist aufgehoben – die Kuh ist vom Eis“, sagte ein Beteiligter.

Fresenius war 2012 mit der Übernahme von Rhön-Klinikum gescheitert, weil sich der Konkurrenten Asklepios in letzter Minute bei der fränkischen Klinikkette eingekauft hatte. Kürzlich kündigte der Medizintechnikkonzern B. Braun an, seinen Anteil an Rhön auf über 25 Prozent aufzustocken, womit der Konzern einen Rhön-Verkauf dauerhaft hätte verhindern können. Braun und Asklepios wollten so die Schaffung eines übermächtigen Anbieters auf dem deutschen Klinikmarkt verhindern.

Nach zwei starken Tagen drohen dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Verluste. Von den verhaltenen Vorgaben aus Übersee gibt es keine Unterstützung. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand zuletzt bei 8.439 Punkten und damit 0,50 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Vortag. Im bisherigen Wochenverlauf hatte der Dax allerdings seine Korrektur aus der Vorwoche fast komplett wettgemacht – auf seinem gestrigen Tageshoch bei 8.526,42 Punkten fehlten ihm lediglich rund 30 Punkte zu seinem Rekordhoch aus der Vorwoche. Der Future auf den EuroStoxx 50 lässt aktuell einen 0,53 Prozent schwächeren Start des Leitindex der Eurozone erwarten.

In den USA fiel der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial seit dem Xetra-Schluss am Dienstag um 0,74 Prozent, während die wichtigsten Indizes Asiens wie der Hang-Seng und zuletzt auch der Nikkei schwächelten. Auf Konjunkturseite stehen am Vormittag Arbeitslosenzahlen aus Deutschland an. Ansonsten dürfte es eher ruhig bleiben.

KRITISCHER ARTIKEL ZU COMMERZBANK

Die Aktien der Commerzbank reagierten vorbörslich kaum auf einen kritischen „Handelsblatt“-Bericht: Beim Broker Lang & Schwarz (L&S) notierten sie bei 7,975 Euro und damit 0,31 Prozent unter dem gestrigen Xetra-Schlusskurs. Der Bericht verwies auf das auch nach einer Kapitalerhöhung mangelnde Vertrauen der Anleger in das Institut sowie die gestrige Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Schlimmstenfalls drohe bei der Index-Überprüfung Anfang September der Abstieg aus dem Dax . Dazu müsste die Aktie aber bei einem gleichbleibenden Streubesitz unter den aktuellen Bezugspreis der Kapitalerhöhung von 4,50 Euro fallen, heißt es unter Berufung auf Berechnungen einer Expertin. Ein Händler räumte dem Bericht wenig Bedeutung ein.

Im MDax legten die Aktien von Dürr vorbörslich um mehr als ein Prozent zu. Ein Händler sah indes einen Bericht der „Platow Börse“ als kleinen Stimmungsdämpfer, wenngleich die Aktie am Dienstag nach dem vorangegangenen faktischen Aktiensplit einen charttechnischen Ausbruch hingelegt habe. Der Börsenbrief erinnerte daran, dass die Titel des Anlagen- und Maschinenbauers durch die jüngste Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 1:1 und die damit verbundene Kurshalbierung nur optisch günstiger geworden sind. Zwar habe Dürr die Kursrally zuletzt mit starken Quartalszahlen unterfüttert. Doch mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 für das laufende Jahr sei die Aktie „kein Schnäppchen mehr“.

PFEIFFER VACUUM RECHNERISCH ERHOLT

Die Aktien von Pfeiffer Vaccum erholten sich am Mittwoch bei L&S rein rechnerisch von ihrem 18-prozentigen Kurseinbruch am Vortag . Zwar gaben die Papiere des Spezialpumpenherstellers optisch nach – bei Berücksichtigung der Dividendenausschüttung von 3,45 Euro je Aktie ergibt sich aber ein rechnerisches Plus. Das Unternehmen hatte die Anleger am Dienstag mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr verschreckt. Vorstandschef Manfred Bender rechnet mit rückläufigen Erlösen und Margen. Ein Analyst bezeichnete die Unternehmensprognosen dann auch als überraschend schwach. Laut Händlern strich Kepler Cheuvreux die Kaufempfehlung, HSBC hob die Papiere indes auf „Neutral“ an.

Nach den herben Verlusten vom Vortag ist der Dax am Freitag fester in den Handel gegangen. In den ersten Minuten legte der deutsche Leitindex 0,4 Prozent auf 8383,7 Punkte zu, nachdem er am Vortag um 2,1 Prozent abgesackt war. Mit Erleichterung registrierten die Anleger, dass der Tokioter Nikkei-Index seine Talfahrt vom Vortag nicht fortsetzte und nach einem extrem volatilen Handel im Plus schloss. Im Fokus der Investoren dürfte zudem der Ifo-Geschäftsklimaindex (10:00 Uhr) stehen, bei dem Analysten im Schnitt mit einen minimalen Anstieg auf 104,5 von 104,4 Zählern rechnen.

An der Dax-Spitze standen die Anteilsscheine von Thyssen-Krupp, die 1,4 Prozent gewannen. Die Analysten der HSBC stuften die Titel herauf auf „overweight“ von „neutral“. Zu den größten Verlierern im Leitindex zählten die Aktien von Daimler mit einem Minus von 0,7 Prozent, nachdem Barclays die Titel auf „underweight“ von „equal-weight“ heruntergenommen hatte. An der Wiener Börse verloren die Aktien der Raiffeisen Bank International 0,4 Prozent. Der langjährige Chef des Geldhauses, Herbert Stepic, zieht offenbar die Konsequenzen aus der Affäre um seine Immobiliengeschäfte und räumt seinen Stuhl. Der österreichische Leitindex legte 0,5 Prozent zu.
Deutsche Anleihen mit leichten Gewinnen

Deutsche Staatsanleihen sind am Freitag mit leichten Aufschlägen in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg zum Start um 0,08 Prozent auf 144,50 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,43 Prozent.

Nach dem Einbruch der Börse in Tokio am Donnerstag lagen die Notierungen auch am Freitag lange Zeit im Minus. Erst kurz vor Handelsschluss drehten die wichtigen japanischen Aktienindizes ins Plus. Der Zulauf in sichere Anlagen wie deutsche Anleihen war damit etwas moderater.

Im Tagesverlauf warten die Investoren gespannt auf die Unternehmensumfrage des Ifo-Instituts. Nach Einschätzung von Bankvolkswirten dürfte das Geschäftsklima im Mai stagnieren. Sollten die Erwartungen enttäuscht werden, würde der Frühindikator zum dritten Mal in Folge sinken und damit eine konjunkturelle Wende zum Schlechten hin signalisieren. Am Primärmarkt bleibt es wie vor dem Wochenende üblich ruhig.

Im deutschen Aktienhandel herrscht gute Laune: Kurz vor Beginn des Börsenmonats Mai nimmt der Leitindex Anlauf auf die Marke bei 7900 Punkte. Ganz oben auf der Agenda: Die Kapitalmaßnahme bei der Deutschen Bank und der Börsengang der RTL Group.

Dank freundlicher Vorgaben aus Übersee und gestützt auf Kursgewinne bei der Deutschen Bank kann der deutsche Aktienmarkt seinen Erholungskurs auch am zweiten Handelstag der Woche fortsetzen. Der Leitindex Dax legt zur Eröffnung gut 1 Prozent zu auf 7949 Punkte. Für den MDax geht es am Morgen um 0,88 Prozent auf 13.516 Punkte nach oben. Beim TecDax zeigt die Kurstafel ein Plus von 0,73 Prozent auf 931 Punkte. Der Eurostoxx50 steigt um 0,59 Prozent auf 2733 Punkte.

Gewichtigstes Thema am Morgen ist die Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank: Bei der Maßnahme konnte das größte private Kreditinstitut Deutschlands knapp drei Milliarden Euro und damit mehr als erwartet einsammeln. Die Deutsche Bank platzierte bei Investoren de facto über Nacht 90 Mio. Aktien zum Preis von 32,90 Euro. Damit fließen dem Institut eigenen Angaben zufolge 2,96 Mrd. Euro zu. Angepeilt hatte die Bank bis zu 2,8 Mrd. Euro.

Der Bezugspreis entspricht dem Schlusskurs von Montag – kurz nach Marktschluss hatte das Institut die Kapitalerhöhung angekündigt und zugleich überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt. Am Dienstag zog die Aktie um 6,3 Prozent auf knapp 35 Euro an.

Knapp drei Milliarden Euro

Insgesamt nahm der Markt die Kapitalerhöhung relativ gnädig auf. „Sie nutzen halt das niedrige Zinsniveau, um die Sache hinter sich zu bringen“, fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Gemeinsam mit den überraschend starken Quartalszahlen dürfte es keine Probleme geben, die 2,8 Mrd. Euro am Markt unterzubringen, hieß es vorab. Vor allem die starke Kapitalausstattung nach den neuen Basel-3-Regeln wurde als Grund für den Optimismus genannt.

Dieser Schritt sei überfällig gewesen, schrieben die Analysten von JPMorgan. Sie stuften die Aktie auf „Overweight“ von „Neutral“ hoch. Die Kapitalerhöhung komme zwar überraschend, schrieb DZ Bank-Analyst Christoph Bast. Angesichts der starken Quartalsergebnisse der Deutschen Bank scheine der Zeitpunkt jedoch gut gewählt, meinte Bast. Er hält daher an seiner Kaufempfehlung fest. Die Papiere des größten deutschen Geldhauses legen trotz der Kapitalmaßnahme bis zu 5,5 Prozent zu auf 34,70 Euro.

„Auf das Thema ist lange spekuliert worden, nun ist es raus und künftige Erhöhungen sind erst einmal ausgeschlossen“, meinte ein anderer Händler mit Blick auf die Deutsche Bank. Passend dazu habe auch die UBS bessere Zahlen vorgelegt. Zudem hätten Analysten von Nomura die Aktie der Deutschen Bank hochgestuft. „Damit dürfte die Grundstimmung im Bank-Sektor heute sehr gut sein, was die Platzierung erleichtern wird“, sagte ein Händler.

Unter Verkaufsdruck stehen dagegen Fresenius Medical Care (FMC): Die Aktien verbilligen sich am Morgen um 4 Prozent auf 50,38 Euro. Der Dialyse-Konzern hatte im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht. Im Sog von FMC verlieren die Titel des Mutterkonzerns Fresenius 1,8 Prozent auf 94,89 Euro.

Gärende Zinsphantasien

„Die Gewinnentwicklung enttäuscht“, so ein Händler. Das sei überraschend, weil die Prognosetreffsicherheit in der Vergangenheit meistens sehr hoch gewesen sei. Nun liege das Ergebnis von FMC, wie schon im vorletzten Quartal, unter den Erwartungen. „Davon wird auch Fresenius belastet“, sagt ein Analyst. Am Markt heißt es zudem, derzeit seien eher Titel mit höherem Beta gefragt, also mit generell höheren Kursausschlägen.

Gestützt wird die allgemein freundliche Stimmung am Markt von der Zinssenkungsfantasie vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Erwartet wird von vielen Marktteilnehmer ein Zinsschnitt auf 0,5 Prozent. „Die Grundstimmung bleibt auch zum Monatsende positiv“, meint Chris Weston, Marktstratege bei IG Markets.

Keine großen Impulse lösen die Zahlen der Deutschen Börse. Der Marktbetreiber hatte seine Ergebnisse am Vorabend vorgelegt. „Sie sparen sich ihre Gewinne zusammen“, meinte ein Händler zu den leicht übertroffenen Erwartungen. Am Grundproblem von verlorenen Marktanteilen an ECNs oder der steigenden Abhängigkeit vom Hochfrequenzhandel änderten sie jedoch nichts. Die Aktien der Deutschen Börse legen am Morgen 1,6 Prozent zu auf 47,46 Euro.

Technisch dürfte der Dax seinen flachen Abwärtstrend um 7850 Punkte nun nachhaltig überwinden, hieß es aus dem Lager der charttechnisch orientierten Beobachter. Ein Anstieg über 7900 könnte einen weiteren Anlauf an die 8000er Marke ermöglichen, meinten Chartanalysten.

Solarbranche im Blick

Erholungspotenzial sehen Marktteilnehmer bei Wacker Chemie. Die Erstquartalsergebnisse liegen im Rahmen der Erwartungen. „Nach dem deutlichen Rückschlag der vergangenen Wochen sollte sich der Kurs nun erholen“, sagte ein Händler. Ein Test des Abwärtstrends bei etwa 55 Euro sei möglich. Am Morgen liegen die Aktien von Wacker Chemie 3 Prozent im Plus bei 54,84 Euro.

Bei Solarworld bleibt abzuwarten, wie die Anleger die vorläufigen Jahreszahlen aufnehmen. Nach dem Schock von bis zu 560 Mio. Euro Verlust im vergangenen Jahr, fallen die nun berechneten Werte besser aus. Allerdings bleibt dennoch eine Verlustausweitung jenseits der 50 Prozent – bei einem gleichzeitigem Umsatzeinbruch von mehr als 40 Prozent. Zuletzt weicht der Kurs um knapp 1 Prozent zurück auf 0,70 Euro.

Neue Aktie mit MDax-Chancen

Mit dem Läuten einer symbolischen Börsenglocke begrüßten Händler am Morgen einen neuen Titel aus dem Mediensektor in Frankfurt: Die Aktien der RTL Group starteten an ihrem ersten Tag im regulierten Handel an der Frankfurter Börse am Dienstag mit 55,50 Euro. Das entspricht dem Verkaufspreis, den Bertelsmann am Vortag für seine Aktien festgelegt hatte. Mitte April hatte Bertelsmann eine Preisspanne von 54 bis 62 Euro genannt.

Bislang hielt der Konzern mehr als 92 Prozent der Aktien. Jetzt wird ein Paket von gut 17 Prozent für rund 1,4 Mrd. Euro verkauft. Die RTL Group ist der TV-Sender mit den europaweit stärksten Werbeeinnahmen. Mit dem Erlös will Bertelsmann Zukunftsprojekte finanzieren.

Europas größter privater Fernsehkonzern RTL wird von Dienstag an auch an der Frankfurter Börse notiert. Mit einem mehr als verdreifachten Streubesitz hat RTL gute Chancen, in den Nebenwerteindex MDax aufzusteigen. Bertelsmann verringert den Anteil an seiner profitabelsten Sparte, um Geld für Investitionen in neue Geschäftsfelder locker zu machen. Der neue Konzernchef Thomas Rabe will Digital- und Bildungsangebote sowie das Geschäft mit Musikrechten und Fachinformationen ausbauen.

Zusätzliche Impulse dürften am Vormittag von den Zahlen zum spanischen Bruttoinlandsprodukt ausgehen. Am Nachmittag werden in den USA unter anderem der Einkaufsmanagerindex Chicago und Zahlen zum Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Sollte der S&P-500 über die Marke von 1600 Punkte steigen, würde der Aufschwung am US-Markt laut Händlern weiter gestärkt.

Seit Juni 2012 befindet sich die Aktie des Börsenbetreibers in einem Aufwärtstrend. Nun steht laut Charttechnik eine wichtige Weichenstellung für die nächsten Monate an. Welche Produkte sich für die Szenarien eignen.

Die Aktie der Deutsche Börse ist derzeit  aus charttechnischer Sicht ein interessantes Wertpapier. Das Papier notiert nämlich auf einer sogenannten Kreuzunterstützung. Diese Form der Unterstützung wird aus zwei verschiedenen Widerstandslinien gebildet.

Die horizontale Widerstandslinie im Bereich von 46 Euro hat die Aktie seit Anfang des Jahres mehrmals getestet. Bislang ist der Chart stets nach oben abgeprallt. „Und diesem Niveau von 46 Euro nähert sich von unten auch die Aufwärtstrendlinie, womit dieser Bereich zu einer Kreuzunterstützung wird“, erläutert Charttechniker Hans-Dieter Schulz, der den Dax-Wert analysiert hat. Die Aktie befindet sich seit Juni letzten Jahres in einer Aufwärtsbewegung, in deren Verlauf sich ein Trendkanal gebildet hat.

Für Schulz gibt es zwei  Szenarien: Dreht die Aktie der Deutschen Börse nun im Bereich der wichtigen Unterstützung nach oben, winkt ein neuer Test des Widerstands bei 51 bis 52 Euro. Für diese Möglichkeit bietet sich eine Vielzahl an Produkten an.

Für offensive Anleger sind Sprint- und Outperformance-Zertifikate eine gute Chance. Diese hebeln Gewinne ab einer vorher festgelegten Marke, die Verluste darunter sind aber nicht höher als bei einem Direktinvestment.  Der Hebel bei dem Outperformanceprodukt der DZ Bank (WKN: DZ89QU) liegt bei 1,5. Startpunkt (Strike) ist die 46-Euro-Marke, Laufzeit bis 28 Juni 2013. Ähnlich sind die Konditionen bei dem Sprinter der DZ Bank (WKN: DZ89S0), der eine identische Laufzeit hat. Nur werden hier Kurssteigerungen innerhalb der Spanne 46 bis 56 verdoppelt. Von weiteren Gewinnen profitieren die Anleger aber nicht mehr.

 

Von Fans geliebt, von Anteilseigner fallengelassen: Die Apple-Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit 2011. Apple ist damit nicht mehr das wertvollste Unternehmen – und mächtiger sind auch andere.

Es ist der tiefste Stand der Apple-Aktie seit Ende 2011. An der Wall Street in New York fiel der Kurs am Mittwoch bis Handelsschluss um 5,5 Prozent auf 402,80 Dollar. Kurzzeitig notierte die Aktie sogar unter 400 Dollar. Die Anleger zweifeln an der Fähigkeit des Technologiekonzerns, angesichts zunehmend aggressiver Konkurrenz seine Marktanteile zu halten, wie Analysten sagten.

Mit dem Kursverfall sank der Börsenwert von Apple auf 378,25 Milliarden Dollar. Damit ist der Konzern nicht mehr das nach Börsenwert wertvollste Unternehmen der Welt – der erste Platz ging an den Ölmulti ExxonMobil mit einem Börsenwert von 385,68 Milliarden Dollar.
Weniger iPads und iPhones

Für Unruhe bei den Anlegern hatte der Apple-Zulieferer Cirrus Logic gesorgt, der am Dienstagabend gewarnt hatte, sein Umsatz werde im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres um bis zu 27 Prozent im Vergleich zum Vorquartal sinken. Presseberichten zufolge fielen zudem die Verkäufe des neuen iPad im Vergleich zum Vorquartal um bis zu 30 Prozent. Die Unternehmensberatung Berstein Research senkte außerdem ihre Absatzprognose für iPads und iPhones – und damit die Prognose für Umsatz und Gewinn des Konzerns im ersten Quartal. Apple wird seine Quartalszahlen in der kommenden Woche vorlegen.
Apple verliert an Macht

Und als ob das nicht schon genug der schlechten Nachrichten ist, erschien auch noch die „Forbes“-Rankingliste der weltweit mächtigsten Unternehmen. Laut dem US-Magazin liegen zwei chinesische Banken auf den Spitzenplätzen. Der US-Erdölkonzern ExxonMobil, der vergangenes Jahr den ersten Rang belegte, musste nun der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) weichen. Die China Construction Bank schaffte es von Platz 13 auf den zweiten Platz. ExxonMobil fiel auf den fünften Rang hinter zwei US-Unternehmen: JPMorgan Chase (Platz drei) und General Electric (Platz vier).

Apple schafft es nur auf Position 15, gleichauf mit der US-Supermarktkette Wal-Mart. Den Aufstieg der beiden chinesischen Banken erklärt das Magazin mit dem zweistelligen Wachstum ihrer Umsätze und Gewinne. Von insgesamt 2000 aufgelisteten Unternehmen stammen 543 (+19) aus den USA. Japan bleibt mit 251 Firmen (-7) auf dem zweiten Rang. China ist mit 136 Unternehmen wie im vergangenen Jahr die Nummer drei.

Der Dax hat am Mittwoch seine kräftigen Gewinne vom Vortag weitgehend verteidigt. MDax und TecDax bauten ihr kräftiges Vortagesplus zeitweise sogar aus. Das Augenmerk richtet sich bereits auf die Zinsentscheidungen und Geldpolitik der Notenbanken in Japan und Europa.

Der deutsche Leitindex gab am Morgen um moderate 0,21 Prozent auf 7927 Punkte nach. Der MDax erreichte zeitweise abermals ein neues Rekordhoch, bevor er sich mit minus 0,04 Prozent bei 13 517 Punkten kaum verändert zeigte. Der TecDax stieg um moderate 0,03 Prozent auf 941 Punkte.

Mit Spannung wird auf die Notenbanksitzungen, vor allem die in Japan, geschaut. Die Bank of Japan kam zu einer zweitägigen Sitzung zusammen, um über ihre Geldpolitik und den Leitzins zu beraten. Spekuliert wird auf rasche weitere Lockerungen. In Europa richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Europäische Zentralbank (EZB), die am Donnerstag ebenfalls über den Leitzins entscheiden wird.

US-Absatzzahlen legten am Dienstag nach Börsenschluss Daimler und BMW vor. Die beiden Oberklassehersteller setzten im März mehr Wagen ab als im Vorjahr, wobei BMW weiter zweistellig zulegen konnte. Daimler-Papiere zeigten sich kaum verändert mit plus 0,01 Prozent, während die von BMW 0,80 Prozent hinzu gewannen.

Die Landesbank Berlin bringt ein Zertifikat, das bei Kursrückgängen in den Geldmarkt flüchtet. Das hilft jedoch nicht immer. Denn hinter der Notfall-Umschichte steckt eine simple mathematische Regel.

Ich will besser sein als der Dax! Dieses Ziel verfolgen neben Fondsmanagern und Vermögensverwaltern auch viele Privatanleger. Vermeintliche Erfolgsstrategien gibt es wie Sand am Meer. Doch nur wenigen Ansätzen gelingt es, nachhaltig eine bessere Performance als der deutsche Leitindex zu erzielen. Ein mit Blick auf die historischen Daten sehr vielversprechendes Modell hat vor wenigen Jahren die WestLB entwickelt und 2010 folgerichtig auch ein entsprechendes Anlageprodukt aufgelegt.

Nach der Übernahme des Zertifikatgeschäfts der Düsseldorfer durch die Helaba wird das „Strategie-Index-Zertifikat“ aber nicht mehr aktiv zum Kauf angeboten. Kunden, die das Papier im Depot haben, können es noch bis September über die Börse veräußern. Danach wird der Handel des bereits gekündigten Zertifikats komplett eingestellt (WKN: WLB8CZ).

Aus diesem Grund haben die Kollegen der Landesbank Berlin die Idee nun aufgegriffen und als „Dax-Strategie“-Zertifikat in ihr Produktportfolio aufgenommen. Ein Tausch oder auch Neuinvestments sind während der Zeichnungsfrist bis zum 27. März und danach im normalen Handel möglich.

beim alten wie auch beim neuen Produkt entweder in den Dax investiert oder zum aktuellen Geldmarktsatz (Eonia) verzinst. Als Basis dieser Strategie dient das ebenso vertraute wie psychologisch oft schwer umzusetzende Erfolgsrezept „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“. Konkret wird das Kapital jedes Jahr zum 1. April und zum 1. Oktober komplett in den Dax-Future gesteckt.

Kursplus im zweiten und vierten Quartal

Diese Termine beruhen auf der Erfahrung, dass das zweite und das vierte Quartal historisch betrachtet die durchschnittlich besten Ergebnisse liefern. „Dies lässt sich zum einen auf die Reinvestition der Dividenden im zweiten Quartal zurückführen und zum anderen auf die traditionelle Jahresendrallye, in der viel Kapital seinen Weg in den Markt findet“, sagt Dirk Winkler von der Landesbank Berlin.

Sobald der Dax ausgehend von dem an diesen beiden Terminen festgelegten Referenzwert mehr als acht Prozent verliert, erfolgt zum Schlusskurs des Folgetages automatisch eine Umschichtung in den Geldmarkt. Das Kapital wird dann zum EONIA-Satz verzinst, der aktuell allerdings weniger als 0,1 Prozent pro Jahr beträgt. In dieser Phase geht es aber auch weniger ums Geldverdienen als vielmehr darum, dass die Anleger durch den frühzeitigen Ausstieg vor stärkeren Rückschlägen geschützt werden.

Die gewählte Stop-Loss-Marke resultiert aus diversen Rückrechnungen, bei denen eine Absturz-Höhe von eben diesen acht Prozent im historischen Vergleich die besten Resultate erzielte. Erst wenn der Dax seinen Referenzwert wieder überschritten hat (oder einer der beiden oben genannten Termine erreicht wird), wandert das Geld zurück in den Dax-Future. Den Aufwand zur Überprüfung der Strategieregeln lässt sich die Emittentin allerdings gut bezahlen – mit einer jährlichen Gebühr von 1,3 Prozent. Hinzu kommen Transaktionskosten für den jeweiligen Kauf oder Verkauf der Dax-Future-Kontrakte (WKN: LBB0J9). Wer einsteigt, muss also auf möglichst klare Markttrends hoffen.

Die Vergangenheit wiederholt sich selten

Dass diese doch recht einfache Strategie tatsächlich einen erheblichen Mehrwert bringen kann, zeigen langfristige historische Daten. Seit 1988 hätten Anleger eine jährliche Rendite von 13 Prozent (vor Kosten) erzielt. Der Dax hingegen konnte im selben Zeitraum lediglich 8,5 Prozent pro Jahr zulegen. Absolut betrachtet lesen sich die Unterschiede noch viel bemerkenswerter. Hier steht ein Plus von über 2100 Prozent bei der Strategie einem Dax-Plus von „nur“ 760 Prozent gegenüber.

Euphorie ist trotz dieser beeindruckenden Zahlen jedoch fehl am Platz. Schließlich werden die Anlageregeln bei solchen Strategien immer so ausgewählt, dass sie in der Vergangenheit möglichst gute Ergebnisse geliefert hätten. Eine Garantie für die erfolgreiche Fortsetzung in der Zukunft beinhaltet das nicht. Und so fällt die bisherige Bilanz des gekündigten Zertifikats der WestLB auch nur durchschnittlich aus.

Seit Auflegung im April 2010 haben Investoren zwar rund 28 Prozent gewonnen. Der Dax hat im selben Zeitraum mit einem Plus von knapp 30 Prozent aber noch leicht besser abgeschnitten. Absolut betrachtet war das Ergebnis damit allenfalls zufriedenstellend. Das Ziel, besser als der Dax zu sein, wurde allerdings verfehlt. Denn der Markt unterliegt eben doch noch anderen Gesetzen und hält sich nicht immer an statistisch erzeugte Zeitfenster.

Dabei schien sich die Erfolgsgeschichte zuerst tatsächlich fortzusetzen. Während des Crashs im Spätsommer 2011 gelang dem Zertifikat durch den schnellen Wechsel in den Geldmarkt eine deutliche Outperformance. Dieser Vorsprung wurde Mitte des vergangenen Jahres aber komplett wieder eingebüßt. Der Index galoppierte einfach davon.

Jahr für Jahr kommen Studien zum selben Ergebnis: Die meisten Fondsmanager sind hochbezahlte Nieten. Denn der Mehrzahl der aktiv gemanagten Aktienfonds gelingt es nicht, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Je länger der Untersuchungszeitraum, desto geringer der Prozentsatz der Investmentvehikel, die ihre Benchmark übertreffen. „Über zehn Jahre hinweg schlagen nicht einmal 20 Prozent der Manager ihren Index“, weiß Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Die wenigen positiven Ausnahmen unter den Fondsmanagern hätten „schlichtweg Glück“, meinen die US-Finanzwissenschaftler Eugene F. Fama von der Chicago Business School und Kenneth R. French vom Darmouth College. „Auf Dauer gelingt es keinem Fondsmanager seinen Vergleichsindex zu schlagen“, lautet ihre These. Sie raten deshalb Anlegern davon ab, zu aktiv gemanagten Fonds zu greifen.

Dieser Meinung ist auch Nauhauser: „Die Ausgabeaufschläge von bis zu 5 Prozent und die jährlichen Verwaltungskosten von bis zu 2 Prozent können sich Anleger sparen.“

Stattdessen raten die Kritiker zu Investments in die seit Beginn der Finanzkrise umstrittenen börsengehandelte Indexfonds. Die im Branchenjargon Exchange Traded Funds, kurz ETFs, genannten Vehikel bilden passiv einen Index wie den Dax nach. Die jährlichen Verwaltungskosten betragen zum Teil nur 0,12 Prozent. Ausgabeaufschläge gibt es nicht. Da die Anteile direkt über die Börsen geordert werden können, fallen nur die geringen Handelsgebühren an.

ETF-Markt boomt – Indexfonds als günstigere Alternative

„Mit Indexfonds sparen Anleger erhebliche Kosten und erzielen langfristig sogar eine bessere Performance“, sagt Nauhauser. Der Verbund der Honorarberater (VDH) empfiehlt sogar für die Altersvorsorge Indexfonds. „ETFs ermöglichen ein Ansparen zu einer deutlich geringeren Kostenbelastung und damit zu einer langfristig besseren Wertentwicklung“, sagt Geschäftsführer Dieter Rauch.

Da ist es kein Wunder, dass der ETF-Markt boomt. Nach einer Erhebung der Deutschen Börse ist die Zahl der Indexfonds hierzulande seit der Jahrtausendwende pro Jahr um 74 Prozent auf inzwischen rund 1200 gestiegen. 72,1 Milliarden Euro hatten Profiinvestoren und private Anleger nach Angaben des Fondsverbands BVI zu Jahresbeginn in ETFs investiert. Das entsprach mehr als 15 Prozent der 459 Milliarden Euro, die zu diesem Zeitpunkt insgesamt in Aktien- und Anleihefonds angelegt waren.

Auch in anderen Ländern werden Indexfonds bei Anlegern immer beliebter. Europaweit stieg bei iShares, dem weltweit größten ETF-Anbieter, das verwaltete Fondsvolumen seit Anfang 2003 von 20 Milliarden US-Dollar auf aktuell 375 Milliarden US-Dollar (289,6 Milliarden Euro). Weltweit ruhen bereits mehr als 1300 Milliarden Euro in Indexfonds. Selbst für Investments in Staats- und Unternehmensanleihen gibt es inzwischen passende Produkte. „Im vergangenen Jahr legten Investoren weltweit 70 Milliarden Dollar in Anleihe-ETFs an“, weiß Peter Scharl, Leiter des institutionellen Vertriebs in Deutschland von iShares.

Es gibt im Internet einige Börsenspiele, ich für meinen Teil kann das Börsenspiel http://boersenspiel.faz.net empfehlen. Dabei geht es los mit 50.000 EUR. Die Aktienkurse sind in Echtzeit, naja fast Echtzeit abzüglich 20 Minuten aber dafür im GEgensatz zu anderen Börsenspielen Bug somit Fehlerfrei.