Category Archives: Börsenspekulation

Der Konzern sitzt auf einem Berg von Cash. Nun kauft Apple seinen Aktionären innerhalb von knapp zwei Wochen Anteile im Wert von 14 Milliarden Dollar ab. Doch ein aggressiver Investor will noch mehr.

Apples Bargeld-Reserven sind gewaltig. Dutzende Milliarden Dollar hat der Konzern angehäuft und tut damit größtenteils: nichts. Das erzürnt manchen Apple-Aktionär. Der aggressive Investor Carl Icahn ist extra bei der Techfirma eingestiegen, um an den Bargeldschatz zu kommen. Er fordert, die Rücklagen an die Aktionäre auszuschütten.

Apple gehorcht: Innerhalb weniger Tage hat der Konzern Aktien im Wert von 14 Milliarden Dollar zurückgekauft. Unternehmenschef Tim Cook sagte dem Wall Street Journal, der Absturz der eigenen Aktien um acht Prozent nach der Bekanntgabe der Zahlen am 28. Januar habe die Firma überrascht. Daher habe sich der iPhone-Hersteller entschlossen, „aggressiv“ und „opportunistisch“ zu sein.

Cook zufolge hat Apple in den vergangenen zwölf Monaten Anteilsscheine im Wert von insgesamt mehr als 40 Milliarden Dollar zurückgekauft. Laut Cook ist das ein Rekord in der Konzernwelt.

Bei der Geldanlage galt schon immer: Aktuelle, fundierte Informationen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Besonders bei der derzeitigen Flut neuer Finanzprodukte finden nur informierte Anleger das für sie passende, lukrative Investment.
ANLEIHEN

oder Bonds geben Länder (öffentliche Anleihen), Hypothekenbanken (Pfandbriefe) oder Firmen (Industrieanleihen) aus, um sich über einen bestimmten Zeitraum für einen festgelegten Zinssatz Geld zu leihen. Sonderfall: Aktienanleihen. Sie bergen ein deutlich höheres Risiko als herkömmliche Anleihen: Bei Fälligkeit entscheiden nämlich die Banken, ob sie die Papiere mit Aktien oder mit Geld zurückzahlen.

BAISSE

bezeichnet eine lang anhaltende Phase starker Kursverluste. Eindrucksvolles Beispiel: der rund 80-prozentige Einbruch des Neuen Markts seit März 2000.

BLUE CHIPS

sind schwergewichtige Aktien von großen, international bekannten Unternehmen wie Siemens oder DaimlerChrysler.

CHARTS

bilden die Kursentwicklung von Wertpapieren oder Indizes grafisch ab und sind Grundlage der Chartanalyse. Auch wenn deren Erfolg weder eindeutig nachgewiesen noch bestritten werden konnte, lohnt für Anleger der Blick auf diese Methode wegen ihrer großen Anhängerschar.

COURTAGE

kassiert der Makler für den Abschluss eines Börsengeschäfts. Sie wird in Promille berechnet und liegt derzeit bei 0,8 Promille. So müssen Anleger bei einem Ordervolumen von 10 000 Euro acht Euro berappen.

DACHFONDS

kaufen Anteile anderer Fonds – selten zum Vorteil der Anleger: Nur wenige Dachfonds erwirtschaften eine überdurchschnittliche Rendite.

DISCOUNT-ZERTIFIKATE

unterscheiden sich von herkömmlichen Zertifikaten dadurch, dass der Wertzuwachs durch einen Höchstbetrag (Cap) begrenzt ist. Dafür bieten sie die Möglichkeit, günstiger als zu den aktuellen Kursen, also mit Discount, in den Markt einzusteigen.

DIVIDENDE

ist der auf eine Aktie anfallende Anteil der Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft. Sie ist abhängig von der allgemeinen Geschäftslage und daher schwankungsanfällig.

EMITTENTEN

geben Wertpapiere wie Anleihen, Aktien oder Optionsscheine aus und haften für die darin verbrieften Rechte. Die aktivsten Emittenten sind Unternehmen, Banken, Körperschaften und der Staat.

GELDMARKT

bezeichnet – im Unterschied zum Kapitalmarkt – den Markt für kurzfristige Guthaben und Kredite. Die Zinssätze von derzeit 1,5 bis 3,8 Prozent richten sich nach Angebot, Nachfrage und Laufzeit. Geldmarktfonds bieten sich als Parkmöglichkeit für Guthaben an.

GARANTIEPRODUKTE

zahlen am Laufzeitende entweder die volle Anlagesumme oder zumindest einen vorher festgelegten Anteil an den Anleger zurück. Nachteil: Steigen die Kurse, erhalten Anleger nicht den vollen Wertzuwachs. Beliebte Spielarten sind Garantiefonds und – weniger verbreitet – Garantiezertifikate.

GENUSSSCHEINE

stehen als Anlageform zwischen festverzinslichen Wertpapieren und Aktien. Sie verbriefen im Gegensatz zu Aktien keine Stimmrechte, sondern nur Rechte am Reingewinn oder Liquidationserlös einer AG. Hauptversammlungen sind daher für Inhaber von Genussscheinen ein Tabu. Anleger haben die Wahl zwischen Genussscheinen mit fester oder ergebnisabhängiger Ausschüttung und solchen mit Wandelrecht in Aktien.

HAUSSE

steht für einen nachhaltigen Anstieg der Wertpapierkurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarkts über einen mittleren bis längeren Zeitraum.

HEDGE-FONDS

setzen auf hochspekulative Termingeschäfte wie Optionen oder Futures. Oft teilweise kreditfinanziert, profitieren sie auch von fallenden Notierungen. Nur für risikobereite Anleger.

IMMOBILIENFONDS

investieren in Grundstücke oder Gebäude. Geschlossene Immobilienfonds eignen sich wegen der Möglichkeit von Verlustzuweisungen besonders für Anleger mit hohem Steuersatz. Offene Immobilienfonds erwirtschaften ihre Ausschüttungen hingegen in der Regel durch Mieteinnahmen und können jederzeit an der Börse ge- und verkauft werden.

INDEXZERTIFIKATE

sind börsennotierte Schuldverschreibungen, die den Anleger langfristig an der Entwicklung eines bestimmten Markts oder Segments partizipieren lassen. Der Anleger kauft mit dem Indexzertifikat praktisch einen ganzen Index. Vorteil: Es fallen keine Ausgabeaufschläge oder Verwaltungsgebühren wie bei Investmentfonds an. Nachteil: Er kann niemals besser abschließen als der Index.

Von GENUSSSCHEIN bis KONSERVATIVE ANLAGESTRATEGIE

INSIDER

erfahren auf Grund ihrer beruflichen Stellung kursrelevante Informationen über ein Unternehmen früher als die Öffentlichkeit. Insidergeschäfte gelten vom moralischen, wirtschaftlichen und juristischen Standpunkt aus als verwerflich.

INSTITUTIONELLE ANLEGER

verfügen über erhebliche Finanzmittel – oft in Milliardenhöhe. Typische Vertreter sind Pensions- und Investmentfonds, Versicherungen oder Bausparkassen. Oft beeinflussen sie mit ihren Orders die Kurse.

INVESTMENTFONDS

sammeln über die Ausgabe von Fondsanteilen Kapital, um es in Wertpapieren oder Immobilien anzulegen. Bei offenen Fonds wird der Kurs börsentäglich festgelegt, und die Investmentgesellschaft ist zur Rücknahme der Anteile verpflichtet. Geschlossene Fonds, auch Closed-End-Funds genannt, übernehmen diese Garantie hingegen nicht. Hier richtet sich der Wert nach dem Preis, den die Marktteilnehmer zahlen wollen.

KONSERVATIVE ANLAGESTRATEGIE

baut im Gegensatz zur spekulativen Geldanlage auf Sicherheit und Rendite. Im Vordergrund steht der Vermögenserhalt. Anleger erzielen mit dieser Strategie ihre Erträge auf nervenschonende Weise.

Von KURS-GEWINN-VERHÄLTNIS bis PFANDBRIEFE

KURS-GEWINN-VERHÄLTNIS (KGV)

stellt den Bezug zwischen dem Gesamtgewinn bezogen auf eine Aktie und dem aktuellen Kurs dieser Aktie dar. Eine Aktie, die 30 Euro kostet und drei Euro Gewinn pro Aktie erwirtschaftet, hat ein KGV von zehn. Je niedriger das KGV, desto günstiger – unter Ertragsgesichtspunkten – ist die Aktie. Ein Vergleich ist jedoch nur innerhalb einer Branche aussagekräftig.

LANGLÄUFER

sind Anleihen mit einer Gesamt- oder Restlaufzeit von mindestens zehn bis 15 Jahren. Im Gegensatz zu Kurzläufern reagieren ihre Kurse auf Zinsänderungen stärker. Anleger bevorzugen daher in Phasen niedriger Zinsen Kurzläufer, bei hohen Zinsen Anleihen mit langer Restlaufzeit.

LEASING-FONDS

finanzieren Leasing-Objekte wie Gewerbeimmobilien oder Verwaltungsgebäude. Anleger sind an den Einnahmen beteiligt und können Aufwendungen steuersparend geltend machen. Bei Leasing-Fonds erhalten Anleger einen festen Geldbetrag zurück.

MARKTKAPITALISIERUNG

gibt den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens an. Sie errechnet sich durch Multiplikation des Börsenkurses mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien.

MILCHMÄDCHENHAUSSE

bezeichnet die letzte Phase einer Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten, wenn breite Bevölkerungsschichten, die sich sonst nicht für die Börse interessieren, in der Hoffnung auf immer weiter steigende Kurse kaufen.

NENNWERT

bezeichnet den Betrag, der auf einer Wertpapierurkunde abgedruckt ist, bei deutschen Aktien in der Regel ein Euro. Bei Anleihen gibt er den Betrag an, den der Emittent dem Inhaber schuldet.

NETTODIVIDENDE

kassieren einkommensteuerpflichtige Anleger nach Abzug der 25-prozentigen Körperschaftsteuer.

NICHTZYKLISCHE AKTIEN

sind von wirtschaftlichen Entwicklungen relativ unabhängig. Typische Branchen sind Nahrungsmittel und Getränke. Wegen ihrer geringeren Schwankungen bevorzugen Anleger diese Papiere besonders in turbulenten Börsenzeiten.

OPTIONSANLEIHEN

berechtigen ihre Inhaber, während einer festgelegten Zeit zu einem bestimmten Preis Aktien des ausgebenden Unternehmens zu erwerben. Dafür erhalten Investoren Zinsen unter Marktniveau.

OPTIONSSCHEINE

verbriefen das Recht, einen Basiswert (Aktie, Devisen, Edelmetalle usw.) während einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Preis in einem vereinbarten Verhältnis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put).

PARI

wird eine Anleihe ausgegeben, wenn sie genau mit ihrem Nennwert übereinstimmt. Sie hat dann einen Kurs von 100 Prozent.

PENNY STOCKS

sind hochspekulative Aktien mit extrem niedrigem Kurswert von weniger als einem Dollar.

PFANDBRIEFE

werden von Hypothekenbanken ausgegeben und dienen der Finanzierung von Baukrediten. Sie zählen zu den besonders risikoarmen Geldanlagen und erfreuen sich besonders bei konservativen Investoren großer Beliebtheit.

QUELLENSTEUER

wird am Entstehungsort, der „Quelle“, auf Einkünfte aus Kapitalvermögen abgezogen. Beispiel: Kapitalertragsteuer auf Dividenden.

RATING

klassifiziert die Kreditwürdigkeit eines Schuldners nach Kriterien wie Verschuldungsgrad oder Länderrisiko. Die bekanntesten Rating-Agenturen sind Moody´s und Standard & Poor´s. Die Skala reicht von AAA bzw. Aaa (höchste Bonität) bis D (in Zahlungsschwierigkeiten).

RENDITE

gibt den Ertrag einer Anlage in Prozent des investierten Kapitals an. Bei Aktien errechnet sie sich durch Multiplikation der Dividende mit 100 und Teilung des Produkts durch den Kurswert. Bei Anleihen ergibt sich die Rendite aus dem Nominalzins und dem Kurs. So bringt ein Fünfprozenter (Laufzeit drei Jahre) bei einem Kurs von 90 Prozent eine Rendite von gut acht Prozent.

TAFELGESCHÄFTE

tätigen Anleger am Bankschalter. Die effektiven Wertpapiere, also die Stücke selbst, erhält der Käufer, der sie auch verwahrt. Der Fiskus erfährt von den Zinsen oft nichts.

VALUE-STRATEGIE

verfolgen vorsichtige Anleger, die auf günstig bewertete Aktien mit nachhaltiger Gewinn- und Umsatzstabilität setzen und sich in unsicheren Börsenphasen vor allzu stark schwankenden Kursen schützen wollen.

Von QUELLENSTEUER bis ZERTIFIKATE

VENTURE CAPITAL

dient zur Finanzierung neuartiger, riskanter, aber auch zukunftsträchtiger und chancenreicher Projekte. Während früher hohe Mindestanlagesummen nötig waren, gibt´s mittlerweile zahlreiche Fonds.

VOLATILITÄT

misst die Schwankungsbreite und damit das Risiko eines Wertpapiers. So weisen Aktien eine höhere Volatilität auf als Anleihen.

VORZUGSAKTIEN/VORZÜGE

verwöhnen ihre Inhaber gegenüber den Stammaktien mit einer höheren Dividende. Sie dürfen auf Hauptversammlungen aber nicht abstimmen.

WANDELANLEIHEN

bieten sich für Anleger an, die zwar von steigenden Aktienkursen profitieren, aber nicht das Risiko einer reinen Aktienanlage eingehen wollen. Käufer der Wandelanleihen haben das Recht, aber nicht die Pflicht, diese in Aktien der Firma zu tauschen.

ZEROBONDS

oder Null-Kupon-Anleihen bieten im Gegensatz zu herkömmlichen Anleihen keine laufende Verzinsung. Sie werden weit unter Nominalwert emittiert und bei Fälligkeit zum Nominalwert eingelöst. Besonders interessant für Anleger, die steuerpflichtige Kapitalerträge in Zeiten mit niedrigerem Einkommen verlagern wollen. Beispiel: Wird ein Zerobond zu 70 Prozent herausgegeben, zahlt ihn der Emittent in fünf Jahren zu 100 Prozent zurück. Erst dann verbucht der Anleger (auch steuerlich) die gesamten Zinseinnahmen.

ZERTIFIKATE

Der Gesundheitskonzern Fresenius kauft für gut 3 Milliarden Euro einen Großteil von Rhön-Klinikum und schafft damit einen Krankenhaus-Giganten in Deutschland. Mit dem Geschäft, das beide Konzerne in der Nacht verkündeten, nimmt der monatelange Kampf um die Vorherrschaft am deutschen Klinikmarkt eine unerwartete Wendung. „Die Blockade ist aufgehoben – die Kuh ist vom Eis“, sagte ein Beteiligter.

Fresenius war 2012 mit der Übernahme von Rhön-Klinikum gescheitert, weil sich der Konkurrenten Asklepios in letzter Minute bei der fränkischen Klinikkette eingekauft hatte. Kürzlich kündigte der Medizintechnikkonzern B. Braun an, seinen Anteil an Rhön auf über 25 Prozent aufzustocken, womit der Konzern einen Rhön-Verkauf dauerhaft hätte verhindern können. Braun und Asklepios wollten so die Schaffung eines übermächtigen Anbieters auf dem deutschen Klinikmarkt verhindern.

Nach zwei starken Tagen drohen dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Verluste. Von den verhaltenen Vorgaben aus Übersee gibt es keine Unterstützung. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand zuletzt bei 8.439 Punkten und damit 0,50 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Vortag. Im bisherigen Wochenverlauf hatte der Dax allerdings seine Korrektur aus der Vorwoche fast komplett wettgemacht – auf seinem gestrigen Tageshoch bei 8.526,42 Punkten fehlten ihm lediglich rund 30 Punkte zu seinem Rekordhoch aus der Vorwoche. Der Future auf den EuroStoxx 50 lässt aktuell einen 0,53 Prozent schwächeren Start des Leitindex der Eurozone erwarten.

In den USA fiel der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial seit dem Xetra-Schluss am Dienstag um 0,74 Prozent, während die wichtigsten Indizes Asiens wie der Hang-Seng und zuletzt auch der Nikkei schwächelten. Auf Konjunkturseite stehen am Vormittag Arbeitslosenzahlen aus Deutschland an. Ansonsten dürfte es eher ruhig bleiben.

KRITISCHER ARTIKEL ZU COMMERZBANK

Die Aktien der Commerzbank reagierten vorbörslich kaum auf einen kritischen „Handelsblatt“-Bericht: Beim Broker Lang & Schwarz (L&S) notierten sie bei 7,975 Euro und damit 0,31 Prozent unter dem gestrigen Xetra-Schlusskurs. Der Bericht verwies auf das auch nach einer Kapitalerhöhung mangelnde Vertrauen der Anleger in das Institut sowie die gestrige Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Schlimmstenfalls drohe bei der Index-Überprüfung Anfang September der Abstieg aus dem Dax . Dazu müsste die Aktie aber bei einem gleichbleibenden Streubesitz unter den aktuellen Bezugspreis der Kapitalerhöhung von 4,50 Euro fallen, heißt es unter Berufung auf Berechnungen einer Expertin. Ein Händler räumte dem Bericht wenig Bedeutung ein.

Im MDax legten die Aktien von Dürr vorbörslich um mehr als ein Prozent zu. Ein Händler sah indes einen Bericht der „Platow Börse“ als kleinen Stimmungsdämpfer, wenngleich die Aktie am Dienstag nach dem vorangegangenen faktischen Aktiensplit einen charttechnischen Ausbruch hingelegt habe. Der Börsenbrief erinnerte daran, dass die Titel des Anlagen- und Maschinenbauers durch die jüngste Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 1:1 und die damit verbundene Kurshalbierung nur optisch günstiger geworden sind. Zwar habe Dürr die Kursrally zuletzt mit starken Quartalszahlen unterfüttert. Doch mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 für das laufende Jahr sei die Aktie „kein Schnäppchen mehr“.

PFEIFFER VACUUM RECHNERISCH ERHOLT

Die Aktien von Pfeiffer Vaccum erholten sich am Mittwoch bei L&S rein rechnerisch von ihrem 18-prozentigen Kurseinbruch am Vortag . Zwar gaben die Papiere des Spezialpumpenherstellers optisch nach – bei Berücksichtigung der Dividendenausschüttung von 3,45 Euro je Aktie ergibt sich aber ein rechnerisches Plus. Das Unternehmen hatte die Anleger am Dienstag mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr verschreckt. Vorstandschef Manfred Bender rechnet mit rückläufigen Erlösen und Margen. Ein Analyst bezeichnete die Unternehmensprognosen dann auch als überraschend schwach. Laut Händlern strich Kepler Cheuvreux die Kaufempfehlung, HSBC hob die Papiere indes auf „Neutral“ an.

Nach den herben Verlusten vom Vortag ist der Dax am Freitag fester in den Handel gegangen. In den ersten Minuten legte der deutsche Leitindex 0,4 Prozent auf 8383,7 Punkte zu, nachdem er am Vortag um 2,1 Prozent abgesackt war. Mit Erleichterung registrierten die Anleger, dass der Tokioter Nikkei-Index seine Talfahrt vom Vortag nicht fortsetzte und nach einem extrem volatilen Handel im Plus schloss. Im Fokus der Investoren dürfte zudem der Ifo-Geschäftsklimaindex (10:00 Uhr) stehen, bei dem Analysten im Schnitt mit einen minimalen Anstieg auf 104,5 von 104,4 Zählern rechnen.

An der Dax-Spitze standen die Anteilsscheine von Thyssen-Krupp, die 1,4 Prozent gewannen. Die Analysten der HSBC stuften die Titel herauf auf „overweight“ von „neutral“. Zu den größten Verlierern im Leitindex zählten die Aktien von Daimler mit einem Minus von 0,7 Prozent, nachdem Barclays die Titel auf „underweight“ von „equal-weight“ heruntergenommen hatte. An der Wiener Börse verloren die Aktien der Raiffeisen Bank International 0,4 Prozent. Der langjährige Chef des Geldhauses, Herbert Stepic, zieht offenbar die Konsequenzen aus der Affäre um seine Immobiliengeschäfte und räumt seinen Stuhl. Der österreichische Leitindex legte 0,5 Prozent zu.
Deutsche Anleihen mit leichten Gewinnen

Deutsche Staatsanleihen sind am Freitag mit leichten Aufschlägen in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg zum Start um 0,08 Prozent auf 144,50 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,43 Prozent.

Nach dem Einbruch der Börse in Tokio am Donnerstag lagen die Notierungen auch am Freitag lange Zeit im Minus. Erst kurz vor Handelsschluss drehten die wichtigen japanischen Aktienindizes ins Plus. Der Zulauf in sichere Anlagen wie deutsche Anleihen war damit etwas moderater.

Im Tagesverlauf warten die Investoren gespannt auf die Unternehmensumfrage des Ifo-Instituts. Nach Einschätzung von Bankvolkswirten dürfte das Geschäftsklima im Mai stagnieren. Sollten die Erwartungen enttäuscht werden, würde der Frühindikator zum dritten Mal in Folge sinken und damit eine konjunkturelle Wende zum Schlechten hin signalisieren. Am Primärmarkt bleibt es wie vor dem Wochenende üblich ruhig.

Im deutschen Aktienhandel herrscht gute Laune: Kurz vor Beginn des Börsenmonats Mai nimmt der Leitindex Anlauf auf die Marke bei 7900 Punkte. Ganz oben auf der Agenda: Die Kapitalmaßnahme bei der Deutschen Bank und der Börsengang der RTL Group.

Dank freundlicher Vorgaben aus Übersee und gestützt auf Kursgewinne bei der Deutschen Bank kann der deutsche Aktienmarkt seinen Erholungskurs auch am zweiten Handelstag der Woche fortsetzen. Der Leitindex Dax legt zur Eröffnung gut 1 Prozent zu auf 7949 Punkte. Für den MDax geht es am Morgen um 0,88 Prozent auf 13.516 Punkte nach oben. Beim TecDax zeigt die Kurstafel ein Plus von 0,73 Prozent auf 931 Punkte. Der Eurostoxx50 steigt um 0,59 Prozent auf 2733 Punkte.

Gewichtigstes Thema am Morgen ist die Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank: Bei der Maßnahme konnte das größte private Kreditinstitut Deutschlands knapp drei Milliarden Euro und damit mehr als erwartet einsammeln. Die Deutsche Bank platzierte bei Investoren de facto über Nacht 90 Mio. Aktien zum Preis von 32,90 Euro. Damit fließen dem Institut eigenen Angaben zufolge 2,96 Mrd. Euro zu. Angepeilt hatte die Bank bis zu 2,8 Mrd. Euro.

Der Bezugspreis entspricht dem Schlusskurs von Montag – kurz nach Marktschluss hatte das Institut die Kapitalerhöhung angekündigt und zugleich überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt. Am Dienstag zog die Aktie um 6,3 Prozent auf knapp 35 Euro an.

Knapp drei Milliarden Euro

Insgesamt nahm der Markt die Kapitalerhöhung relativ gnädig auf. „Sie nutzen halt das niedrige Zinsniveau, um die Sache hinter sich zu bringen“, fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Gemeinsam mit den überraschend starken Quartalszahlen dürfte es keine Probleme geben, die 2,8 Mrd. Euro am Markt unterzubringen, hieß es vorab. Vor allem die starke Kapitalausstattung nach den neuen Basel-3-Regeln wurde als Grund für den Optimismus genannt.

Dieser Schritt sei überfällig gewesen, schrieben die Analysten von JPMorgan. Sie stuften die Aktie auf „Overweight“ von „Neutral“ hoch. Die Kapitalerhöhung komme zwar überraschend, schrieb DZ Bank-Analyst Christoph Bast. Angesichts der starken Quartalsergebnisse der Deutschen Bank scheine der Zeitpunkt jedoch gut gewählt, meinte Bast. Er hält daher an seiner Kaufempfehlung fest. Die Papiere des größten deutschen Geldhauses legen trotz der Kapitalmaßnahme bis zu 5,5 Prozent zu auf 34,70 Euro.

„Auf das Thema ist lange spekuliert worden, nun ist es raus und künftige Erhöhungen sind erst einmal ausgeschlossen“, meinte ein anderer Händler mit Blick auf die Deutsche Bank. Passend dazu habe auch die UBS bessere Zahlen vorgelegt. Zudem hätten Analysten von Nomura die Aktie der Deutschen Bank hochgestuft. „Damit dürfte die Grundstimmung im Bank-Sektor heute sehr gut sein, was die Platzierung erleichtern wird“, sagte ein Händler.

Unter Verkaufsdruck stehen dagegen Fresenius Medical Care (FMC): Die Aktien verbilligen sich am Morgen um 4 Prozent auf 50,38 Euro. Der Dialyse-Konzern hatte im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht. Im Sog von FMC verlieren die Titel des Mutterkonzerns Fresenius 1,8 Prozent auf 94,89 Euro.

Gärende Zinsphantasien

„Die Gewinnentwicklung enttäuscht“, so ein Händler. Das sei überraschend, weil die Prognosetreffsicherheit in der Vergangenheit meistens sehr hoch gewesen sei. Nun liege das Ergebnis von FMC, wie schon im vorletzten Quartal, unter den Erwartungen. „Davon wird auch Fresenius belastet“, sagt ein Analyst. Am Markt heißt es zudem, derzeit seien eher Titel mit höherem Beta gefragt, also mit generell höheren Kursausschlägen.

Gestützt wird die allgemein freundliche Stimmung am Markt von der Zinssenkungsfantasie vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Erwartet wird von vielen Marktteilnehmer ein Zinsschnitt auf 0,5 Prozent. „Die Grundstimmung bleibt auch zum Monatsende positiv“, meint Chris Weston, Marktstratege bei IG Markets.

Keine großen Impulse lösen die Zahlen der Deutschen Börse. Der Marktbetreiber hatte seine Ergebnisse am Vorabend vorgelegt. „Sie sparen sich ihre Gewinne zusammen“, meinte ein Händler zu den leicht übertroffenen Erwartungen. Am Grundproblem von verlorenen Marktanteilen an ECNs oder der steigenden Abhängigkeit vom Hochfrequenzhandel änderten sie jedoch nichts. Die Aktien der Deutschen Börse legen am Morgen 1,6 Prozent zu auf 47,46 Euro.

Technisch dürfte der Dax seinen flachen Abwärtstrend um 7850 Punkte nun nachhaltig überwinden, hieß es aus dem Lager der charttechnisch orientierten Beobachter. Ein Anstieg über 7900 könnte einen weiteren Anlauf an die 8000er Marke ermöglichen, meinten Chartanalysten.

Solarbranche im Blick

Erholungspotenzial sehen Marktteilnehmer bei Wacker Chemie. Die Erstquartalsergebnisse liegen im Rahmen der Erwartungen. „Nach dem deutlichen Rückschlag der vergangenen Wochen sollte sich der Kurs nun erholen“, sagte ein Händler. Ein Test des Abwärtstrends bei etwa 55 Euro sei möglich. Am Morgen liegen die Aktien von Wacker Chemie 3 Prozent im Plus bei 54,84 Euro.

Bei Solarworld bleibt abzuwarten, wie die Anleger die vorläufigen Jahreszahlen aufnehmen. Nach dem Schock von bis zu 560 Mio. Euro Verlust im vergangenen Jahr, fallen die nun berechneten Werte besser aus. Allerdings bleibt dennoch eine Verlustausweitung jenseits der 50 Prozent – bei einem gleichzeitigem Umsatzeinbruch von mehr als 40 Prozent. Zuletzt weicht der Kurs um knapp 1 Prozent zurück auf 0,70 Euro.

Neue Aktie mit MDax-Chancen

Mit dem Läuten einer symbolischen Börsenglocke begrüßten Händler am Morgen einen neuen Titel aus dem Mediensektor in Frankfurt: Die Aktien der RTL Group starteten an ihrem ersten Tag im regulierten Handel an der Frankfurter Börse am Dienstag mit 55,50 Euro. Das entspricht dem Verkaufspreis, den Bertelsmann am Vortag für seine Aktien festgelegt hatte. Mitte April hatte Bertelsmann eine Preisspanne von 54 bis 62 Euro genannt.

Bislang hielt der Konzern mehr als 92 Prozent der Aktien. Jetzt wird ein Paket von gut 17 Prozent für rund 1,4 Mrd. Euro verkauft. Die RTL Group ist der TV-Sender mit den europaweit stärksten Werbeeinnahmen. Mit dem Erlös will Bertelsmann Zukunftsprojekte finanzieren.

Europas größter privater Fernsehkonzern RTL wird von Dienstag an auch an der Frankfurter Börse notiert. Mit einem mehr als verdreifachten Streubesitz hat RTL gute Chancen, in den Nebenwerteindex MDax aufzusteigen. Bertelsmann verringert den Anteil an seiner profitabelsten Sparte, um Geld für Investitionen in neue Geschäftsfelder locker zu machen. Der neue Konzernchef Thomas Rabe will Digital- und Bildungsangebote sowie das Geschäft mit Musikrechten und Fachinformationen ausbauen.

Zusätzliche Impulse dürften am Vormittag von den Zahlen zum spanischen Bruttoinlandsprodukt ausgehen. Am Nachmittag werden in den USA unter anderem der Einkaufsmanagerindex Chicago und Zahlen zum Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Sollte der S&P-500 über die Marke von 1600 Punkte steigen, würde der Aufschwung am US-Markt laut Händlern weiter gestärkt.

Seit Juni 2012 befindet sich die Aktie des Börsenbetreibers in einem Aufwärtstrend. Nun steht laut Charttechnik eine wichtige Weichenstellung für die nächsten Monate an. Welche Produkte sich für die Szenarien eignen.

Die Aktie der Deutsche Börse ist derzeit  aus charttechnischer Sicht ein interessantes Wertpapier. Das Papier notiert nämlich auf einer sogenannten Kreuzunterstützung. Diese Form der Unterstützung wird aus zwei verschiedenen Widerstandslinien gebildet.

Die horizontale Widerstandslinie im Bereich von 46 Euro hat die Aktie seit Anfang des Jahres mehrmals getestet. Bislang ist der Chart stets nach oben abgeprallt. „Und diesem Niveau von 46 Euro nähert sich von unten auch die Aufwärtstrendlinie, womit dieser Bereich zu einer Kreuzunterstützung wird“, erläutert Charttechniker Hans-Dieter Schulz, der den Dax-Wert analysiert hat. Die Aktie befindet sich seit Juni letzten Jahres in einer Aufwärtsbewegung, in deren Verlauf sich ein Trendkanal gebildet hat.

Für Schulz gibt es zwei  Szenarien: Dreht die Aktie der Deutschen Börse nun im Bereich der wichtigen Unterstützung nach oben, winkt ein neuer Test des Widerstands bei 51 bis 52 Euro. Für diese Möglichkeit bietet sich eine Vielzahl an Produkten an.

Für offensive Anleger sind Sprint- und Outperformance-Zertifikate eine gute Chance. Diese hebeln Gewinne ab einer vorher festgelegten Marke, die Verluste darunter sind aber nicht höher als bei einem Direktinvestment.  Der Hebel bei dem Outperformanceprodukt der DZ Bank (WKN: DZ89QU) liegt bei 1,5. Startpunkt (Strike) ist die 46-Euro-Marke, Laufzeit bis 28 Juni 2013. Ähnlich sind die Konditionen bei dem Sprinter der DZ Bank (WKN: DZ89S0), der eine identische Laufzeit hat. Nur werden hier Kurssteigerungen innerhalb der Spanne 46 bis 56 verdoppelt. Von weiteren Gewinnen profitieren die Anleger aber nicht mehr.

 

Von Fans geliebt, von Anteilseigner fallengelassen: Die Apple-Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit 2011. Apple ist damit nicht mehr das wertvollste Unternehmen – und mächtiger sind auch andere.

Es ist der tiefste Stand der Apple-Aktie seit Ende 2011. An der Wall Street in New York fiel der Kurs am Mittwoch bis Handelsschluss um 5,5 Prozent auf 402,80 Dollar. Kurzzeitig notierte die Aktie sogar unter 400 Dollar. Die Anleger zweifeln an der Fähigkeit des Technologiekonzerns, angesichts zunehmend aggressiver Konkurrenz seine Marktanteile zu halten, wie Analysten sagten.

Mit dem Kursverfall sank der Börsenwert von Apple auf 378,25 Milliarden Dollar. Damit ist der Konzern nicht mehr das nach Börsenwert wertvollste Unternehmen der Welt – der erste Platz ging an den Ölmulti ExxonMobil mit einem Börsenwert von 385,68 Milliarden Dollar.
Weniger iPads und iPhones

Für Unruhe bei den Anlegern hatte der Apple-Zulieferer Cirrus Logic gesorgt, der am Dienstagabend gewarnt hatte, sein Umsatz werde im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres um bis zu 27 Prozent im Vergleich zum Vorquartal sinken. Presseberichten zufolge fielen zudem die Verkäufe des neuen iPad im Vergleich zum Vorquartal um bis zu 30 Prozent. Die Unternehmensberatung Berstein Research senkte außerdem ihre Absatzprognose für iPads und iPhones – und damit die Prognose für Umsatz und Gewinn des Konzerns im ersten Quartal. Apple wird seine Quartalszahlen in der kommenden Woche vorlegen.
Apple verliert an Macht

Und als ob das nicht schon genug der schlechten Nachrichten ist, erschien auch noch die „Forbes“-Rankingliste der weltweit mächtigsten Unternehmen. Laut dem US-Magazin liegen zwei chinesische Banken auf den Spitzenplätzen. Der US-Erdölkonzern ExxonMobil, der vergangenes Jahr den ersten Rang belegte, musste nun der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) weichen. Die China Construction Bank schaffte es von Platz 13 auf den zweiten Platz. ExxonMobil fiel auf den fünften Rang hinter zwei US-Unternehmen: JPMorgan Chase (Platz drei) und General Electric (Platz vier).

Apple schafft es nur auf Position 15, gleichauf mit der US-Supermarktkette Wal-Mart. Den Aufstieg der beiden chinesischen Banken erklärt das Magazin mit dem zweistelligen Wachstum ihrer Umsätze und Gewinne. Von insgesamt 2000 aufgelisteten Unternehmen stammen 543 (+19) aus den USA. Japan bleibt mit 251 Firmen (-7) auf dem zweiten Rang. China ist mit 136 Unternehmen wie im vergangenen Jahr die Nummer drei.

Der Dax hat am Mittwoch seine kräftigen Gewinne vom Vortag weitgehend verteidigt. MDax und TecDax bauten ihr kräftiges Vortagesplus zeitweise sogar aus. Das Augenmerk richtet sich bereits auf die Zinsentscheidungen und Geldpolitik der Notenbanken in Japan und Europa.

Der deutsche Leitindex gab am Morgen um moderate 0,21 Prozent auf 7927 Punkte nach. Der MDax erreichte zeitweise abermals ein neues Rekordhoch, bevor er sich mit minus 0,04 Prozent bei 13 517 Punkten kaum verändert zeigte. Der TecDax stieg um moderate 0,03 Prozent auf 941 Punkte.

Mit Spannung wird auf die Notenbanksitzungen, vor allem die in Japan, geschaut. Die Bank of Japan kam zu einer zweitägigen Sitzung zusammen, um über ihre Geldpolitik und den Leitzins zu beraten. Spekuliert wird auf rasche weitere Lockerungen. In Europa richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Europäische Zentralbank (EZB), die am Donnerstag ebenfalls über den Leitzins entscheiden wird.

US-Absatzzahlen legten am Dienstag nach Börsenschluss Daimler und BMW vor. Die beiden Oberklassehersteller setzten im März mehr Wagen ab als im Vorjahr, wobei BMW weiter zweistellig zulegen konnte. Daimler-Papiere zeigten sich kaum verändert mit plus 0,01 Prozent, während die von BMW 0,80 Prozent hinzu gewannen.

Die Landesbank Berlin bringt ein Zertifikat, das bei Kursrückgängen in den Geldmarkt flüchtet. Das hilft jedoch nicht immer. Denn hinter der Notfall-Umschichte steckt eine simple mathematische Regel.

Ich will besser sein als der Dax! Dieses Ziel verfolgen neben Fondsmanagern und Vermögensverwaltern auch viele Privatanleger. Vermeintliche Erfolgsstrategien gibt es wie Sand am Meer. Doch nur wenigen Ansätzen gelingt es, nachhaltig eine bessere Performance als der deutsche Leitindex zu erzielen. Ein mit Blick auf die historischen Daten sehr vielversprechendes Modell hat vor wenigen Jahren die WestLB entwickelt und 2010 folgerichtig auch ein entsprechendes Anlageprodukt aufgelegt.

Nach der Übernahme des Zertifikatgeschäfts der Düsseldorfer durch die Helaba wird das „Strategie-Index-Zertifikat“ aber nicht mehr aktiv zum Kauf angeboten. Kunden, die das Papier im Depot haben, können es noch bis September über die Börse veräußern. Danach wird der Handel des bereits gekündigten Zertifikats komplett eingestellt (WKN: WLB8CZ).

Aus diesem Grund haben die Kollegen der Landesbank Berlin die Idee nun aufgegriffen und als „Dax-Strategie“-Zertifikat in ihr Produktportfolio aufgenommen. Ein Tausch oder auch Neuinvestments sind während der Zeichnungsfrist bis zum 27. März und danach im normalen Handel möglich.

beim alten wie auch beim neuen Produkt entweder in den Dax investiert oder zum aktuellen Geldmarktsatz (Eonia) verzinst. Als Basis dieser Strategie dient das ebenso vertraute wie psychologisch oft schwer umzusetzende Erfolgsrezept „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“. Konkret wird das Kapital jedes Jahr zum 1. April und zum 1. Oktober komplett in den Dax-Future gesteckt.

Kursplus im zweiten und vierten Quartal

Diese Termine beruhen auf der Erfahrung, dass das zweite und das vierte Quartal historisch betrachtet die durchschnittlich besten Ergebnisse liefern. „Dies lässt sich zum einen auf die Reinvestition der Dividenden im zweiten Quartal zurückführen und zum anderen auf die traditionelle Jahresendrallye, in der viel Kapital seinen Weg in den Markt findet“, sagt Dirk Winkler von der Landesbank Berlin.

Sobald der Dax ausgehend von dem an diesen beiden Terminen festgelegten Referenzwert mehr als acht Prozent verliert, erfolgt zum Schlusskurs des Folgetages automatisch eine Umschichtung in den Geldmarkt. Das Kapital wird dann zum EONIA-Satz verzinst, der aktuell allerdings weniger als 0,1 Prozent pro Jahr beträgt. In dieser Phase geht es aber auch weniger ums Geldverdienen als vielmehr darum, dass die Anleger durch den frühzeitigen Ausstieg vor stärkeren Rückschlägen geschützt werden.

Die gewählte Stop-Loss-Marke resultiert aus diversen Rückrechnungen, bei denen eine Absturz-Höhe von eben diesen acht Prozent im historischen Vergleich die besten Resultate erzielte. Erst wenn der Dax seinen Referenzwert wieder überschritten hat (oder einer der beiden oben genannten Termine erreicht wird), wandert das Geld zurück in den Dax-Future. Den Aufwand zur Überprüfung der Strategieregeln lässt sich die Emittentin allerdings gut bezahlen – mit einer jährlichen Gebühr von 1,3 Prozent. Hinzu kommen Transaktionskosten für den jeweiligen Kauf oder Verkauf der Dax-Future-Kontrakte (WKN: LBB0J9). Wer einsteigt, muss also auf möglichst klare Markttrends hoffen.

Die Vergangenheit wiederholt sich selten

Dass diese doch recht einfache Strategie tatsächlich einen erheblichen Mehrwert bringen kann, zeigen langfristige historische Daten. Seit 1988 hätten Anleger eine jährliche Rendite von 13 Prozent (vor Kosten) erzielt. Der Dax hingegen konnte im selben Zeitraum lediglich 8,5 Prozent pro Jahr zulegen. Absolut betrachtet lesen sich die Unterschiede noch viel bemerkenswerter. Hier steht ein Plus von über 2100 Prozent bei der Strategie einem Dax-Plus von „nur“ 760 Prozent gegenüber.

Euphorie ist trotz dieser beeindruckenden Zahlen jedoch fehl am Platz. Schließlich werden die Anlageregeln bei solchen Strategien immer so ausgewählt, dass sie in der Vergangenheit möglichst gute Ergebnisse geliefert hätten. Eine Garantie für die erfolgreiche Fortsetzung in der Zukunft beinhaltet das nicht. Und so fällt die bisherige Bilanz des gekündigten Zertifikats der WestLB auch nur durchschnittlich aus.

Seit Auflegung im April 2010 haben Investoren zwar rund 28 Prozent gewonnen. Der Dax hat im selben Zeitraum mit einem Plus von knapp 30 Prozent aber noch leicht besser abgeschnitten. Absolut betrachtet war das Ergebnis damit allenfalls zufriedenstellend. Das Ziel, besser als der Dax zu sein, wurde allerdings verfehlt. Denn der Markt unterliegt eben doch noch anderen Gesetzen und hält sich nicht immer an statistisch erzeugte Zeitfenster.

Dabei schien sich die Erfolgsgeschichte zuerst tatsächlich fortzusetzen. Während des Crashs im Spätsommer 2011 gelang dem Zertifikat durch den schnellen Wechsel in den Geldmarkt eine deutliche Outperformance. Dieser Vorsprung wurde Mitte des vergangenen Jahres aber komplett wieder eingebüßt. Der Index galoppierte einfach davon.