Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Im kommenden Jahr werde ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um zwei Prozent erwartet, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin. Damit hält die Regierung an ihrer Prognose von Februar fest, als sie den Jahreswirtschaftsbericht vorgelegt hatte.

Die deutsche Wirtschaft befinde sich „in einem soliden Aufschwung“, sagte Gabriel. Das Wachstum stehe „auf einem breiten und stabilen Fundament“, treibende Kraft sei dabei die Binnenwirtschaft. Wegen des anhaltenden Aufschwungs auf dem Arbeitsmarkt würden auch die Beschäftigung und die Einkommen weiter steigen. Es sei damit zu rechnen, dass die verfügbaren Einkommen der Privathaushalte in diesem Jahr um 2,9 Prozent und im kommenden Jahr um 3,3 Prozent erneut kräftig zulegen würden.

Die Ukraine-Krise hat unterdessen die Stimmung deutscher Finanzexperten erneut gedämpft. Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fielen im April im Vergleich zum Vormonat um 3,4 Punkte auf 43,2 Punkte, teilte das ZEW am Dienstag mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 45,0 Punkte gerechnet. Die Wirtschaft habe sich zudem in den vergangenen Monaten so rasant entwickelt, dass das Tempo nun langsamer werde, sagte ZEW-Konjunkturexperte Jesper Riedler.

Die Beurteilung der aktuellen Lage hatte sich dagegen überraschend aufgehellt. Der Indikator stieg um 8,2 Punkte auf 59,5 Zähler auf den höchsten Stand seit Juli 2011. Volkswirte hatten hier nur mit einem Anstieg auf 51,5 Punkte gerechnet. Dabei machte sich laut Ökonomen die zuletzt gute Auftragslage sowie optimistische Stimmungsumfragen bei Unternehmen und Verbrauchern positiv bemerkbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation