Bei der Geldanlage galt schon immer: Aktuelle, fundierte Informationen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Besonders bei der derzeitigen Flut neuer Finanzprodukte finden nur informierte Anleger das für sie passende, lukrative Investment.
ANLEIHEN

oder Bonds geben Länder (öffentliche Anleihen), Hypothekenbanken (Pfandbriefe) oder Firmen (Industrieanleihen) aus, um sich über einen bestimmten Zeitraum für einen festgelegten Zinssatz Geld zu leihen. Sonderfall: Aktienanleihen. Sie bergen ein deutlich höheres Risiko als herkömmliche Anleihen: Bei Fälligkeit entscheiden nämlich die Banken, ob sie die Papiere mit Aktien oder mit Geld zurückzahlen.

BAISSE

bezeichnet eine lang anhaltende Phase starker Kursverluste. Eindrucksvolles Beispiel: der rund 80-prozentige Einbruch des Neuen Markts seit März 2000.

BLUE CHIPS

sind schwergewichtige Aktien von großen, international bekannten Unternehmen wie Siemens oder DaimlerChrysler.

CHARTS

bilden die Kursentwicklung von Wertpapieren oder Indizes grafisch ab und sind Grundlage der Chartanalyse. Auch wenn deren Erfolg weder eindeutig nachgewiesen noch bestritten werden konnte, lohnt für Anleger der Blick auf diese Methode wegen ihrer großen Anhängerschar.

COURTAGE

kassiert der Makler für den Abschluss eines Börsengeschäfts. Sie wird in Promille berechnet und liegt derzeit bei 0,8 Promille. So müssen Anleger bei einem Ordervolumen von 10 000 Euro acht Euro berappen.

DACHFONDS

kaufen Anteile anderer Fonds – selten zum Vorteil der Anleger: Nur wenige Dachfonds erwirtschaften eine überdurchschnittliche Rendite.

DISCOUNT-ZERTIFIKATE

unterscheiden sich von herkömmlichen Zertifikaten dadurch, dass der Wertzuwachs durch einen Höchstbetrag (Cap) begrenzt ist. Dafür bieten sie die Möglichkeit, günstiger als zu den aktuellen Kursen, also mit Discount, in den Markt einzusteigen.

DIVIDENDE

ist der auf eine Aktie anfallende Anteil der Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft. Sie ist abhängig von der allgemeinen Geschäftslage und daher schwankungsanfällig.

EMITTENTEN

geben Wertpapiere wie Anleihen, Aktien oder Optionsscheine aus und haften für die darin verbrieften Rechte. Die aktivsten Emittenten sind Unternehmen, Banken, Körperschaften und der Staat.

GELDMARKT

bezeichnet – im Unterschied zum Kapitalmarkt – den Markt für kurzfristige Guthaben und Kredite. Die Zinssätze von derzeit 1,5 bis 3,8 Prozent richten sich nach Angebot, Nachfrage und Laufzeit. Geldmarktfonds bieten sich als Parkmöglichkeit für Guthaben an.

GARANTIEPRODUKTE

zahlen am Laufzeitende entweder die volle Anlagesumme oder zumindest einen vorher festgelegten Anteil an den Anleger zurück. Nachteil: Steigen die Kurse, erhalten Anleger nicht den vollen Wertzuwachs. Beliebte Spielarten sind Garantiefonds und – weniger verbreitet – Garantiezertifikate.

GENUSSSCHEINE

stehen als Anlageform zwischen festverzinslichen Wertpapieren und Aktien. Sie verbriefen im Gegensatz zu Aktien keine Stimmrechte, sondern nur Rechte am Reingewinn oder Liquidationserlös einer AG. Hauptversammlungen sind daher für Inhaber von Genussscheinen ein Tabu. Anleger haben die Wahl zwischen Genussscheinen mit fester oder ergebnisabhängiger Ausschüttung und solchen mit Wandelrecht in Aktien.

HAUSSE

steht für einen nachhaltigen Anstieg der Wertpapierkurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarkts über einen mittleren bis längeren Zeitraum.

HEDGE-FONDS

setzen auf hochspekulative Termingeschäfte wie Optionen oder Futures. Oft teilweise kreditfinanziert, profitieren sie auch von fallenden Notierungen. Nur für risikobereite Anleger.

IMMOBILIENFONDS

investieren in Grundstücke oder Gebäude. Geschlossene Immobilienfonds eignen sich wegen der Möglichkeit von Verlustzuweisungen besonders für Anleger mit hohem Steuersatz. Offene Immobilienfonds erwirtschaften ihre Ausschüttungen hingegen in der Regel durch Mieteinnahmen und können jederzeit an der Börse ge- und verkauft werden.

INDEXZERTIFIKATE

sind börsennotierte Schuldverschreibungen, die den Anleger langfristig an der Entwicklung eines bestimmten Markts oder Segments partizipieren lassen. Der Anleger kauft mit dem Indexzertifikat praktisch einen ganzen Index. Vorteil: Es fallen keine Ausgabeaufschläge oder Verwaltungsgebühren wie bei Investmentfonds an. Nachteil: Er kann niemals besser abschließen als der Index.

Von GENUSSSCHEIN bis KONSERVATIVE ANLAGESTRATEGIE

INSIDER

erfahren auf Grund ihrer beruflichen Stellung kursrelevante Informationen über ein Unternehmen früher als die Öffentlichkeit. Insidergeschäfte gelten vom moralischen, wirtschaftlichen und juristischen Standpunkt aus als verwerflich.

INSTITUTIONELLE ANLEGER

verfügen über erhebliche Finanzmittel – oft in Milliardenhöhe. Typische Vertreter sind Pensions- und Investmentfonds, Versicherungen oder Bausparkassen. Oft beeinflussen sie mit ihren Orders die Kurse.

INVESTMENTFONDS

sammeln über die Ausgabe von Fondsanteilen Kapital, um es in Wertpapieren oder Immobilien anzulegen. Bei offenen Fonds wird der Kurs börsentäglich festgelegt, und die Investmentgesellschaft ist zur Rücknahme der Anteile verpflichtet. Geschlossene Fonds, auch Closed-End-Funds genannt, übernehmen diese Garantie hingegen nicht. Hier richtet sich der Wert nach dem Preis, den die Marktteilnehmer zahlen wollen.

KONSERVATIVE ANLAGESTRATEGIE

baut im Gegensatz zur spekulativen Geldanlage auf Sicherheit und Rendite. Im Vordergrund steht der Vermögenserhalt. Anleger erzielen mit dieser Strategie ihre Erträge auf nervenschonende Weise.

Von KURS-GEWINN-VERHÄLTNIS bis PFANDBRIEFE

KURS-GEWINN-VERHÄLTNIS (KGV)

stellt den Bezug zwischen dem Gesamtgewinn bezogen auf eine Aktie und dem aktuellen Kurs dieser Aktie dar. Eine Aktie, die 30 Euro kostet und drei Euro Gewinn pro Aktie erwirtschaftet, hat ein KGV von zehn. Je niedriger das KGV, desto günstiger – unter Ertragsgesichtspunkten – ist die Aktie. Ein Vergleich ist jedoch nur innerhalb einer Branche aussagekräftig.

LANGLÄUFER

sind Anleihen mit einer Gesamt- oder Restlaufzeit von mindestens zehn bis 15 Jahren. Im Gegensatz zu Kurzläufern reagieren ihre Kurse auf Zinsänderungen stärker. Anleger bevorzugen daher in Phasen niedriger Zinsen Kurzläufer, bei hohen Zinsen Anleihen mit langer Restlaufzeit.

LEASING-FONDS

finanzieren Leasing-Objekte wie Gewerbeimmobilien oder Verwaltungsgebäude. Anleger sind an den Einnahmen beteiligt und können Aufwendungen steuersparend geltend machen. Bei Leasing-Fonds erhalten Anleger einen festen Geldbetrag zurück.

MARKTKAPITALISIERUNG

gibt den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens an. Sie errechnet sich durch Multiplikation des Börsenkurses mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien.

MILCHMÄDCHENHAUSSE

bezeichnet die letzte Phase einer Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten, wenn breite Bevölkerungsschichten, die sich sonst nicht für die Börse interessieren, in der Hoffnung auf immer weiter steigende Kurse kaufen.

NENNWERT

bezeichnet den Betrag, der auf einer Wertpapierurkunde abgedruckt ist, bei deutschen Aktien in der Regel ein Euro. Bei Anleihen gibt er den Betrag an, den der Emittent dem Inhaber schuldet.

NETTODIVIDENDE

kassieren einkommensteuerpflichtige Anleger nach Abzug der 25-prozentigen Körperschaftsteuer.

NICHTZYKLISCHE AKTIEN

sind von wirtschaftlichen Entwicklungen relativ unabhängig. Typische Branchen sind Nahrungsmittel und Getränke. Wegen ihrer geringeren Schwankungen bevorzugen Anleger diese Papiere besonders in turbulenten Börsenzeiten.

OPTIONSANLEIHEN

berechtigen ihre Inhaber, während einer festgelegten Zeit zu einem bestimmten Preis Aktien des ausgebenden Unternehmens zu erwerben. Dafür erhalten Investoren Zinsen unter Marktniveau.

OPTIONSSCHEINE

verbriefen das Recht, einen Basiswert (Aktie, Devisen, Edelmetalle usw.) während einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Preis in einem vereinbarten Verhältnis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put).

PARI

wird eine Anleihe ausgegeben, wenn sie genau mit ihrem Nennwert übereinstimmt. Sie hat dann einen Kurs von 100 Prozent.

PENNY STOCKS

sind hochspekulative Aktien mit extrem niedrigem Kurswert von weniger als einem Dollar.

PFANDBRIEFE

werden von Hypothekenbanken ausgegeben und dienen der Finanzierung von Baukrediten. Sie zählen zu den besonders risikoarmen Geldanlagen und erfreuen sich besonders bei konservativen Investoren großer Beliebtheit.

QUELLENSTEUER

wird am Entstehungsort, der „Quelle“, auf Einkünfte aus Kapitalvermögen abgezogen. Beispiel: Kapitalertragsteuer auf Dividenden.

RATING

klassifiziert die Kreditwürdigkeit eines Schuldners nach Kriterien wie Verschuldungsgrad oder Länderrisiko. Die bekanntesten Rating-Agenturen sind Moody´s und Standard & Poor´s. Die Skala reicht von AAA bzw. Aaa (höchste Bonität) bis D (in Zahlungsschwierigkeiten).

RENDITE

gibt den Ertrag einer Anlage in Prozent des investierten Kapitals an. Bei Aktien errechnet sie sich durch Multiplikation der Dividende mit 100 und Teilung des Produkts durch den Kurswert. Bei Anleihen ergibt sich die Rendite aus dem Nominalzins und dem Kurs. So bringt ein Fünfprozenter (Laufzeit drei Jahre) bei einem Kurs von 90 Prozent eine Rendite von gut acht Prozent.

TAFELGESCHÄFTE

tätigen Anleger am Bankschalter. Die effektiven Wertpapiere, also die Stücke selbst, erhält der Käufer, der sie auch verwahrt. Der Fiskus erfährt von den Zinsen oft nichts.

VALUE-STRATEGIE

verfolgen vorsichtige Anleger, die auf günstig bewertete Aktien mit nachhaltiger Gewinn- und Umsatzstabilität setzen und sich in unsicheren Börsenphasen vor allzu stark schwankenden Kursen schützen wollen.

Von QUELLENSTEUER bis ZERTIFIKATE

VENTURE CAPITAL

dient zur Finanzierung neuartiger, riskanter, aber auch zukunftsträchtiger und chancenreicher Projekte. Während früher hohe Mindestanlagesummen nötig waren, gibt´s mittlerweile zahlreiche Fonds.

VOLATILITÄT

misst die Schwankungsbreite und damit das Risiko eines Wertpapiers. So weisen Aktien eine höhere Volatilität auf als Anleihen.

VORZUGSAKTIEN/VORZÜGE

verwöhnen ihre Inhaber gegenüber den Stammaktien mit einer höheren Dividende. Sie dürfen auf Hauptversammlungen aber nicht abstimmen.

WANDELANLEIHEN

bieten sich für Anleger an, die zwar von steigenden Aktienkursen profitieren, aber nicht das Risiko einer reinen Aktienanlage eingehen wollen. Käufer der Wandelanleihen haben das Recht, aber nicht die Pflicht, diese in Aktien der Firma zu tauschen.

ZEROBONDS

oder Null-Kupon-Anleihen bieten im Gegensatz zu herkömmlichen Anleihen keine laufende Verzinsung. Sie werden weit unter Nominalwert emittiert und bei Fälligkeit zum Nominalwert eingelöst. Besonders interessant für Anleger, die steuerpflichtige Kapitalerträge in Zeiten mit niedrigerem Einkommen verlagern wollen. Beispiel: Wird ein Zerobond zu 70 Prozent herausgegeben, zahlt ihn der Emittent in fünf Jahren zu 100 Prozent zurück. Erst dann verbucht der Anleger (auch steuerlich) die gesamten Zinseinnahmen.

ZERTIFIKATE

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