Nach zwei starken Tagen drohen dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Verluste. Von den verhaltenen Vorgaben aus Übersee gibt es keine Unterstützung. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand zuletzt bei 8.439 Punkten und damit 0,50 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Vortag. Im bisherigen Wochenverlauf hatte der Dax allerdings seine Korrektur aus der Vorwoche fast komplett wettgemacht – auf seinem gestrigen Tageshoch bei 8.526,42 Punkten fehlten ihm lediglich rund 30 Punkte zu seinem Rekordhoch aus der Vorwoche. Der Future auf den EuroStoxx 50 lässt aktuell einen 0,53 Prozent schwächeren Start des Leitindex der Eurozone erwarten.

In den USA fiel der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial seit dem Xetra-Schluss am Dienstag um 0,74 Prozent, während die wichtigsten Indizes Asiens wie der Hang-Seng und zuletzt auch der Nikkei schwächelten. Auf Konjunkturseite stehen am Vormittag Arbeitslosenzahlen aus Deutschland an. Ansonsten dürfte es eher ruhig bleiben.

KRITISCHER ARTIKEL ZU COMMERZBANK

Die Aktien der Commerzbank reagierten vorbörslich kaum auf einen kritischen „Handelsblatt“-Bericht: Beim Broker Lang & Schwarz (L&S) notierten sie bei 7,975 Euro und damit 0,31 Prozent unter dem gestrigen Xetra-Schlusskurs. Der Bericht verwies auf das auch nach einer Kapitalerhöhung mangelnde Vertrauen der Anleger in das Institut sowie die gestrige Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Schlimmstenfalls drohe bei der Index-Überprüfung Anfang September der Abstieg aus dem Dax . Dazu müsste die Aktie aber bei einem gleichbleibenden Streubesitz unter den aktuellen Bezugspreis der Kapitalerhöhung von 4,50 Euro fallen, heißt es unter Berufung auf Berechnungen einer Expertin. Ein Händler räumte dem Bericht wenig Bedeutung ein.

Im MDax legten die Aktien von Dürr vorbörslich um mehr als ein Prozent zu. Ein Händler sah indes einen Bericht der „Platow Börse“ als kleinen Stimmungsdämpfer, wenngleich die Aktie am Dienstag nach dem vorangegangenen faktischen Aktiensplit einen charttechnischen Ausbruch hingelegt habe. Der Börsenbrief erinnerte daran, dass die Titel des Anlagen- und Maschinenbauers durch die jüngste Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 1:1 und die damit verbundene Kurshalbierung nur optisch günstiger geworden sind. Zwar habe Dürr die Kursrally zuletzt mit starken Quartalszahlen unterfüttert. Doch mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 für das laufende Jahr sei die Aktie „kein Schnäppchen mehr“.

PFEIFFER VACUUM RECHNERISCH ERHOLT

Die Aktien von Pfeiffer Vaccum erholten sich am Mittwoch bei L&S rein rechnerisch von ihrem 18-prozentigen Kurseinbruch am Vortag . Zwar gaben die Papiere des Spezialpumpenherstellers optisch nach – bei Berücksichtigung der Dividendenausschüttung von 3,45 Euro je Aktie ergibt sich aber ein rechnerisches Plus. Das Unternehmen hatte die Anleger am Dienstag mit einer Gewinnwarnung für das laufende Jahr verschreckt. Vorstandschef Manfred Bender rechnet mit rückläufigen Erlösen und Margen. Ein Analyst bezeichnete die Unternehmensprognosen dann auch als überraschend schwach. Laut Händlern strich Kepler Cheuvreux die Kaufempfehlung, HSBC hob die Papiere indes auf „Neutral“ an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation