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Alle 210.000 Blöcke halbiert sich die Belohnung, die erfolgreiche Bitcoin-Miner für ihre Schürfarbeit bekommen. Seit Samstag sind es nur noch 12,5 Bitcoin.

Bitcoinminer erhalten ab jetzt nur noch 12,5 statt 25 Bitcoin, wenn sie einen Datenblock in das dezentrale Kassenbuch der Blockchain eintragen (aktuell rund 7315 Euro). Mit Erreichen des Blocks Nummer 420.000, eingetragen von einem Miner aus dem Pool F2Pool, halbierte sich die Belohnung am gestrigen Samstagnachmittag. Der im Protokoll der Kryptowährung verankerte Mechanismus sieht eine solche Halbierung alle 210.000 Blöcke vor.

Die von manchen Beobachtern befürchteten drastischen Kursstürze oder Abfälle in der zum Mining versammelten Hashingleistung sind bislang nicht eingetreten. Der Bitcoinpreis liegt zur Stunde etwas unter 650 US-Dollar.
Begrenzt auf 21 Millionen Bitcoins

Der als Mining bezeichnete Prozess dient zur Verarbeitung von Transaktionen im Netzwerk des Bitcoin. Die Teilnehmer lassen ihre Rechner um die Wette einen Hashwert suchen. Wer als erstes zum Ergebnis kommt, darf einen Datenblock mit Transaktionen in die Blockchain eintragen und dafür neue Bitcoins einstreichen. Mit dieser Belohnung wird nicht nur ein Anreiz für die verausgabte Rechnerleistung gegeben – sie dient auch zur Geldschöpfung des banken- und staatenlosen Kryptogelds. Da die Geldmenge auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt ist, muss sich die Belohnung jedoch im Laufe der Zeit reduzieren.

Ursprünglich waren dies 50 Bitcoin, zwei Halbierungen sind nun bereits absolviert, die nächste auf 6,25 Bitcoin wird im Sommer 2020 erwartet. Endgültig soll schätzungsweise im Jahr 2100 Schluss mit neu geschürften Bitcoins sein; die abnehmende Belohnung aus dem System soll nach und nach durch Transaktionsgebühren von den Nutzern ersetzt werden. Derzeit sind bereits über 15 Millionen Bitcoin im Umlauf, mehr als zwei Drittel der vorgesehenen Geldmenge also schon erreicht.
90 Prozent der Erzeugungskosten für Strom

Ob es noch mittelfristig Auswirkungen gibt, bleibt zu abzuwarten. Miner können natürlich jederzeit ihre ASIC-Hardware abschalten, wenn Stromkosten und Belohnung in keinem rentablen Verhältnis mehr stehen. „Das wichtigste ist es, der effizienteste Miner zu sein“, erklärte Marco Streng, Mitgründer der Firma Genesis Mining, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Das Unternehmen betreibt unter anderem Mining-Anlagen im Rechenzentrumsstil in Island, Kanada und den USA. Den Erzeugungspreis pro Bitcoin gibt Streng mit 200 US-Dollar an. Generell mache Strom 90 bis 95 Prozent der Kosten aus, zitiert der Bericht Valery Vavilov, Chef des Mining-Hardware-Herstellers Bitfury, der selbst im großen Stil schürft.

Sollte die Hashingleistung stark absinken, dürfte es mindestens für mehrere Tage Stau bei der Verarbeitung von Transaktionen geben. Zumindest bis die nächste Anpassung erreicht ist: Im Bitcoinprotokoll ist vorgesehen, dass sich die Schwierigkeit der Mining-Berechnung rund alle 14 Tage den Veränderungen der Miningleistung angleicht. „Wenn andere das Handtuch schmeißen und den Markt verlassen, bleibt ein größeres Stück vom Kuchen für uns“, zeigte sich Streng gegenüber Reuters zuversichtlich.

Insgesamt wurde die Halbierung in der Bitcoin-Community vielerorts enthusiastisch gefeiert. Viele setzen wohl darauf, dass mit abnehmender Zufuhr frischer Bitcoins die bereits bestehenden Kryptomünzen an Wert zulegen.