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Seit einigen Jahren machen sie schon Furore: Bitcoins. Diese Parallelwährung wird vor allem im Internet verwendet, die Bezahlung damit ist absolut anonym, keine Zentralbank steuert sie, und die Zahl der digitalen Geldeinheiten kann nicht beliebig vermehrt werden.

Viele Kritiker der herrschenden Geldpolitik, die sich derzeit vor allem durch immer schneller rotierende Notenpressen auszeichnet, sehen darin folglich eine Alternative.

Doch sind es wirklich vor allem freiheitlich denkende Geister, die Bitcoins in der Realität nutzen? Oder dienen sie vielleicht ganz anderen Zwecken? Diesen Fragen gingen Aaron Yelowitz und Matthew Wilson von der Ökonomischen Fakultät der Universität von Kentucky nach. Und die Ergebnisse, die sie nun veröffentlicht haben, dürften manchen zu denken geben.

Nicht beliebig vermehrbar

Die virtuellen Münzen wurden 2009 aus der Taufe gehoben, von wem, das ist bis heute nicht ganz klar. Geschaffen werden die Einheiten in einem dezentralen, weltweiten Rechnernetzwerk mithilfe einer speziellen Software.

Dabei ist genau festgelegt, wie viele neue Bitcoins entstehen können, und diese Zahl nimmt im Laufe der Zeit stetig ab – ganz anders als bei den Notenbanken, wo einzelne Personen über die Schaffung neuen Geldes entscheiden. 14,5 Millionen der virtuellen Münzen gibt es derzeit, mit einem Wert von umgerechnet rund vier Milliarden Dollar.

Über kryptografische Techniken wird beim Bezahlen mit Bitcoins einerseits sichergestellt, dass jede digitale Einheit nicht mehrfach benutzt wird. Andererseits wird auf diese Weise aber auch der Bezahlvorgang anonymisiert – es lässt sich nicht nachvollziehen, wer die Bitcoins genutzt hat, ähnlich wie beim Bargeld. Das macht es daher auch für die ökonomische Analyse schwer.

Wissenschaftliche Untersuchung auf Umwegen

Diese Tatsache versuchten die Ökonomen der Universität Kentucky jedoch zu umgehen, indem sie Daten von Google Trends heranzogen. Sie untersuchten dabei, mit welchen anderen Schlagworten zusammen die Nutzer der Suchmaschine das Wort „Bitcoins“ suchten.

Sie waren sich, wie sie schreiben, dabei der Tatsache bewusst, dass eine solche Suche im Internet noch nicht auf eine entsprechende Nutzung der Bitcoins hinweist. Sie verweisen jedoch auf andere Studien, die starke Korrelationen zwischen Google-Suchen und deren Bezug zur Realität bei anderen Themen fanden.

Die Ökonomen gingen dabei von vier möglichen Nutzergruppen aus, die bislang in der Öffentlichkeit als typische Bitcoin-Verwender vermutet wurden: Computer-Enthusiasten, spekulative Investoren, politisch denkende Menschen, die sich gegen die Notenbank-Politik wenden, sowie Kriminelle. Diesen Gruppen gingen sie durch die Wahl entsprechender Schlagworte bei Google Trends in Kombination mit dem Begriff „Bitcoins“ nach.

Computer-Nerds und Kriminelle sind Bitcoin-Fans

Das Ergebnis fiel dabei recht eindeutig aus. „Wir fanden klare Hinweise, dass Computer-Enthusiasten und Kriminelle für das Interesse an Bitcoins entscheidend sind“, schreiben die Wissenschaftler. Dagegen finden sie „kaum oder gar keine Hinweise, dass politische oder investmentgetriebene Motive“ dieses Interesse befeuern.

Dass bei Computer-Fans das Interesse an Bitcoins hoch ist, überrascht dabei nicht. Schließlich sind es Programmierer, welche die digitale Währung geschaffen haben und letztlich auch verwalten. Mit ihren Rechnerkapazitäten „schürfen“ sie die neuen virtuellen „Münzen“ und bringen sie in Umlauf.

Dass auch Kriminelle die anonyme Währung gerne nutzen, ist ebenso naheliegend. Schließlich hatte das amerikanische FBI erst im Herbst 2013 den Internet-Marktplatz „Silk Road“ geschlossen, der im Anonymisierungsnetzwerk Tor mit Drogen, Waffen und anderen illegalen Gütern handelte, alles bezahlbar in Bitcoins.

Chinesische Zentralbank hat Bitcoins schon verboten

Nach dieser Aktion fiel der Bitcoin-Wechselkurs gegenüber dem Dollar auch um fast ein Viertel. Seither gibt es auch immer wieder Äußerungen von Politikern oder Notenbanken, welche die Legalität von Bitcoin-Transaktionen generell infrage stellen. Die chinesische Zentralbank beispielsweise hat die digitalen Münzen als Zahlungsmittel komplett verboten.

Dass die beiden anderen untersuchten Gruppen, also einerseits Kritiker der Notenbankpolitik und andererseits spekulativ orientierte Investoren, jedoch die Parallelwährung offenbar nur in geringem Maße schätzen und nutzen, dürfte doch die meisten Beobachter verwundern. Offenbar gibt es außerhalb der Klientel der Kriminellen doch nur ein geringes echtes Interesse an der Anonymität dieser digitalen Währung.