Monthly Archives: Januar 2015

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Als Donnerstagfrüh der Kurs des Schweizer Franken durch die Decke ging und es schien, als sei sein jäher Höhenflug nicht mehr aufzuhalten, da stockte auch so manchem polnischen Häuslebauer der Atem. „Als ich hörte, dass der Franken-Kurs so stark gestiegen war, geriet ich an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Nicht nur ich, sondern Hunderttausende Polen erleben jetzt ihre Franken-Hölle und hatten einen schrecklichen Morgen“, sagt einer von ihnen.

Geschätzt 700.000 Polen haben ihre Häuser oder Wohnungen mit einem Schweizer-Franken-Kredit finanziert, nichts Besonderes in diesem Teil Europas. Denn die Zinsen für Kredite in Landeswährung sind hoch. Wer sich in Westwährung verschuldet, zahlt viel weniger. Die damit verbunden Kursrisiken blendeten viele aus oder rechneten sie sich schön. Nicht selten bestärkt von Bankberatern. Das Motto: Die Schweiz ist ein stabiles Land, was soll da schon passieren?
Gerichte als letzte Chance

Tatsächlich wertete der Franken bereits 2008 und 2009 kräftig auf, was die Tilgung verteuert. Denn die Polen verdienen ja keine Franken, sondern Zloty und müssen teuer umtauschen. Schon seit Jahren gibt es den Verein Pro Futuris von Tomasz Sadlik, der Kreditnehmern hilft. „Der einzige Ausweg ist meist das Gericht. Denn oft haben die Banken sich nicht an den gesetzlichen Rahmen gehalten. Immerhin hat die polnische Finanzaufsicht bereits 2007 vor diesen Fremdwährungskrediten gewarnt. Uns aber erzählte man, der Franken sei stabil und es gebe überhaupt keine Risiken“, so Sadlik.