Monthly Archives: Oktober 2013

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Obwohl Banken beim Hauptrefinanzierungstender der Europäischen Zentralbank (EZB) auf den ersten Blick weniger Geld nachgefragt haben als zuletzt, bleibt die Überschussliquidität am Geldmarkt einem Händler zufolge stabil. Nachgefragt wurden 90,6 Milliarden Euro, während 91,2 Milliarden Euro zur Rückzahlung fällig werden. „Die EZB hat einen theoretischen Geldbedarf der Banken von 66 Milliarden Euro errechnet“, sagt der Händler. Allerdings sei in dieser Zahl der Überschuss aus der Mindestreserve der Banken von rund 103 Milliarden Euro nicht enthalten. „Das führt dazu, dass nach wie vor rund 200 Milliarden Euro überschüssiges Geld am Markt sind“, errechnet der Händler.

Gegen 11.40 Uhr wurden am Euro-Geldmarkt folgende Sätze genannt (Angaben in Prozent, Werte vom Vortag in Klammern). Die genannten Termine spiegeln lediglich Taxen wider, sie können je nach Bonität der Bank stark schwanken und abweichen.

Dem Kongress läuft die Zeit zur Anhebung des Schuldenlimits davon, die Märkte werden immer nervöser. Die Ratingagentur Fitch droht deshalb mit der Aberkennung des „AAA“ der USA.

In Europa gab es die vage Hoffnung, am Mittwoch mit einer Einigung im Streit um die Anhebung der Schuldenobergrenze aufzuwachen. Doch diese Hoffnung wurde bitter enttäuscht. Am Dienstag gab es neue Rückschläge im Streit zwischen Republikanern und Demokraten um eine Anhebung des Schuldenlimits. „Es war ein absolut verlorener Tag“, erklärte eine CNN-Reporterin.

In einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit drohen die USA bereits am Donnerstag an ihre Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen Dollar zu stoßen. Die USA hätten dann nur noch rund 35 Milliarden Dollar Cash, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Sollte es das Schuldenlimit nicht angehoben werden, droht der Regierung nach Angaben von Finanzminister Jack Lew. Dann könnten die Ausgaben die laufenden Einnahmen übersteigen. Ein Szenario, dass die gesamte Weltwirtschaft mit in den Abgrund reißen könnte.

Auch an den Märkten wächst die Nervosität: Die Ratingagentur Fitch drohte den USA mit dem Verlust ihres Spitzenratings. Die Agentur setzte das begehrte „AAA“ oder „Triple-A“ unter Beobachtung. Die Aktienkurse und der Dollar gerieten daraufhin nach Börsenschluss in New York leicht unter Druck.

Dabei schien eine Einigung zwischen Republikanern und Demokraten am Dienstag in Reichweite. Ein geplantes Abkommen sah eine leichte Anhebung der Schuldengrenze vor, so dass die Regierung zumindest bis zum 7. Februar ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen könne. Das Abkommen sollte zudem ermöglichen, dass die seit dem 1. Oktober geschlossenen Bundesbehörden bald wieder öffnen könnten. Dass der „Government Shutdown“ nun schon den 16. Tag andauert, gerät angesichts des dramatischen Schuldenstreits in Vergessenheit.

Doch als ein Deal im Senat in Reichweite schien, meldete sich plötzlich die Republikaner im Repräsentantenhaus zu Wort. Sie wollten ein schärferes Gesetz zimmern – das aber dem erzkonservativen Flügel der Republikaner von der Tea Party immer noch nicht weit genug ging. Der Vorstoß fand keine Mehrheit im Lager. Der Ball liegt nun wieder im Senat. Die Parteispitzen in der Parlamentskammer erklärten, ihre Gespräche wieder aufgenommen zu haben. Doch auch einen Senatsbeschluss müsste das Repräsentantenhaus noch absegnen.
„Es ist sehr, sehr ernst“

Es ist sehr, sehr ernst“, zitierte die „New York Times“ den einflussreichen republikanischen Senator John McCain. „Die Republikaner müssen verstehen, dass wir diese Schlacht verloren haben.“

Möglicherweise könnte erst Freitag oder gar Samstag abgestimmt werden, schreibt die „New York Times“. Entscheidend sei, dass es zuvor eine Einigung gebe – um die Märkte zu beruhigen. Auch bei früheren Finanzstreits war erst nach Ablauf der Frist eine endgültige Lösung gefunden worden.

Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain: „Es gibt kein Leben nach einem US-Zahlungsausfall“. Fiskalpolitik-Debatte in den USA bestimmt die Kurse. Börsen antizipieren eine Einigung beim US-Fiskalstreit. Das Spiel auf Zeit geht weiter. Unbemerkt tickende Zeitbomben. FED gibt weiter Gas. Weiter schwache Gold/Silberpreise.

Beim IWF-Treffen ist die Angst vor den Folgen einer US-Pleite spürbar. Beschwichtigungen lassen Spitzenbanker nicht gelten. Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain zu einem möglichen US-Bankrott: Er höre immer wieder Stimmen, dass das Finanzsystem mit einem kleinen Zahlungsausfall der Amerikaner schon fertigwerde. „Das stimmt absolut nicht“, mahnte Jain. „Das wäre eine sich schnell ausbreitende, tödliche Krankheit.“ Einen Bankrott der USA könne man nicht absichern. Der totale Kollaps des Weltfinanzsystems sei die Folge: „Es gibt kein Leben nach einem US-Zahlungsausfall“.

Die Debatte um die Fiskalpolitik in den USA bestimmte in den letzten Handelswochen auch die Kurse an den Weltbörsen. Nachdem der Dow Jones-Index zunächst von 15.600 auf 14.800 Indexpunkte korrigierte, konnte er sich seit dem 9. Oktober wieder von 14.800 auf über 15.200 Indexpunkte erholen. Dabei machte der Dow Jones-Index den größten Kurssprung am 10. Oktober von 14.800 auf 15.100 Indexpunkte als sich eine temporäre Lösung zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit andeutete.

Die Republikaner schlugen vor, die Schuldenobergrenze zunächst nicht für 1 Monat bis zum 22. November, sondern für 3 Monate zu verschieben, um eine technische Zahlungsfähigkeit der USA zu vermeiden. Zudem zeigten sie sich verhandlungsbereit und sprachen wieder mit den Demokraten. Dies langte den Börsen schon für eine Erholungsrally am 10. und 11. Oktober. Dabei wird dabei auch nur auf Zeit gespielt und es noch keine richtige Lösung in Sicht. Obama möchte aber keine temporäre Lösung, sondern dass sich die 445 Kongress-Abgeordneten und der US-Senat zusammenraufen und sich einer längerfristigen Lösung einigen. Ab jetzt beginnt die Zeit der „faulen Kompromisse“. Die US-Bevölkerung macht die Republikaner für die Verzögerung verantwortlich, die die „Obamacare“ (=Gesundheitsreform von Obama) abschaffen wollen, um Kosten zu sparen.

Am 17. Oktober wird die Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen USD überschritten und bis dahin müssen sich die Republikaner und Demokraten auf eine neue Schuldenobergrenze einigen. Fast zeitgleich soll aber auch der neue US-Haushalt verbschiedet werden, wobei sich hier die Republikaner und Demokraten noch nicht einig geworden sind, an welchen Stellen gespart und wo neue Steuern eingeführt werden sollen. Die Folge ist der sogenannte „Shutdown“, bei dem jetzt immer noch über 450.000 Staatsbedienstete in den Zwangsurlaub geschickt wurden. Die Folge daraus ist wiederum, dass auch einige wichtigen US-Statistiken bzw. Umfragen nicht fristgerecht erfolgen können wie die wichtigen US-Arbeitsmarktdaten und der US-Arbeitsmarktbericht, der eigentlich am 4. Oktober erfolgen sollte. Aber auch die Daten für die Verbraucherpreise, Baubeginne und die Erstanträge werden erst veröffentlicht, wenn der „Shutdown“ beendet ist, was noch nicht der Fall ist. Bisher kostete den USA der „Shutdown“ 1,6 Mrd USD. Bei jedem Tag „Shutdown“ kommen aber 160 Mio. USD an Kosten hinzu. Für amerikanische Verhältnisse sind das aber eher „Peanuts“. In Anbetracht von durchschnittlich 50 Mrd. USD Haushaltsbilanzdefizit im Monat ist dies also (noch) eine vernachlässigbare Größe. Wichtiger wäre es, die 50 Mrd. USD Haushaltbilanzdefizit im Monat zu vermindern. Immerhin beträgt das US-Haushaltsbilanzdefizit „nur“ noch 4% des BSP und nicht mehr 10% wie in 2009. Ich erwarte eine Einigung in den nächsten Wochen beim US-Haushaltsstreit, was dann in der Regel mit steigenden Kursen begleitet wird. Hernach kommt auch die Berichtssaison in den USA, wo ich überwiegend gute Unternehmensdaten erwarte.

Derweil hat Obama die Zeit genutzt und einen offiziellen Nachfolger von Ben Bernanke benannt für die Wahl im Januar 2014 benannt, wo die Amtszeit von FED-Chef Bernanke ausläuft. Es ist die Wirtschaftsprofessorin Janet Yellen, die die expansive Geldpolitik wohl fortsetzen wird. Auch dies wurde vom Markt positiv aufgenommen. Yellen wird versuchen, die Inflationsrate und die Arbeitslosenquote niedrig zu halten. Bisher ist die Inflationsrate von unter 2% in den USA kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn die Inflation stark ansteigen sollte, was im Konsumbereich bisher nicht nicht der Fall ist, auch wenn die Kartoffelpreise um 40% gestiegenen sind. Dafür sind die Weizenpreise um 20% gefallen. Insgesamt sind die Rohstoffpreise in diesem Jahr vor allem bei Industrie- und Edelmetallen stark gefallen, was eher auf eine Deflation als eine Inflation hindeutet, trotz der Gelddruckmaschinen der Notenbanken!

Auch der Goldpreis gab zuletzt wieder stak auf unter 1300 und der Silberpreis auf unter 22 USD/Unze und bleibt damit in diesem Jahr kräftig im Minus. Was wir beiher nur erleben ist eine globale „Asset-Inflation“ in den Bereichen Aktien und Immobilien, womit die Reichen „auf dem Papier“ immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Es gibt jetzt in vielen Ländern einen Immobilien-Bubble, so auch in Marokko, wo sich die Immobilienpreise in 10 Jahren fast verdreifacht haben. Auch in England droht ein Immobilien-Bubble. Welche dramatischen Folgen so ein Immobilien-Bubble haben kann, erlebten wir 2008/9 in den USA und nun in Spanien. Die Notenbanken kämpfen also eher gegen eine Deflation, denn eine Deflation könnte einen System-Crash verursachen, vor dem alle Angst haben. Auch in Europa ist die Inflationsrate mit unter 2% sehr niedrig.

Der IWF warnte, dass ein verfrühter Ausstieg aus dem QE3-Programm der FED den Weltbörsen 2,4 Billionen USD kosten könnte. Aber irgendwann kommt die Stunde die Wahrheit, denn bisher wird noch auf Zeit gespielt, aber es ticken jetzt fast unbemerkt verschiedene Zeitbomben. Zu achten ist auch weiterhin auf die Entwicklung in Europa, wo Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland jederzeit wieder für Negativ-Schlagzeilen sorgen können. Auch spielt die EZB nur auf Zeit und auch hier ticken die Zeitbomben fast unbemerkt weiter.

In Deutschland deutet sich nach den ersten Sondierungsgesprächen eine große Koalition an, die im nächsten Jahr dann vor ähnlich schwierigen Aufgaben wie die große Koalition im Jahr 2008 stehen könnte. Der DAX stieg von 8500 wieder auf 8758 Punkte, was nahe der Allzeit-Hochs ist. Falls sich die USA auf eine neue Schuldengrenze noch vor dem 17. Oktober einigen, rechne ich mit stark steigenden Kursen, was die Börsen jetzt ohne Einigung schon antizipieren. Wenn es aber zu keiner Einigung kommen sollte, werden die Börsen wieder scharf korrigieren.

Bei der Geldanlage galt schon immer: Aktuelle, fundierte Informationen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Besonders bei der derzeitigen Flut neuer Finanzprodukte finden nur informierte Anleger das für sie passende, lukrative Investment.
ANLEIHEN

oder Bonds geben Länder (öffentliche Anleihen), Hypothekenbanken (Pfandbriefe) oder Firmen (Industrieanleihen) aus, um sich über einen bestimmten Zeitraum für einen festgelegten Zinssatz Geld zu leihen. Sonderfall: Aktienanleihen. Sie bergen ein deutlich höheres Risiko als herkömmliche Anleihen: Bei Fälligkeit entscheiden nämlich die Banken, ob sie die Papiere mit Aktien oder mit Geld zurückzahlen.

BAISSE

bezeichnet eine lang anhaltende Phase starker Kursverluste. Eindrucksvolles Beispiel: der rund 80-prozentige Einbruch des Neuen Markts seit März 2000.

BLUE CHIPS

sind schwergewichtige Aktien von großen, international bekannten Unternehmen wie Siemens oder DaimlerChrysler.

CHARTS

bilden die Kursentwicklung von Wertpapieren oder Indizes grafisch ab und sind Grundlage der Chartanalyse. Auch wenn deren Erfolg weder eindeutig nachgewiesen noch bestritten werden konnte, lohnt für Anleger der Blick auf diese Methode wegen ihrer großen Anhängerschar.

COURTAGE

kassiert der Makler für den Abschluss eines Börsengeschäfts. Sie wird in Promille berechnet und liegt derzeit bei 0,8 Promille. So müssen Anleger bei einem Ordervolumen von 10 000 Euro acht Euro berappen.

DACHFONDS

kaufen Anteile anderer Fonds – selten zum Vorteil der Anleger: Nur wenige Dachfonds erwirtschaften eine überdurchschnittliche Rendite.

DISCOUNT-ZERTIFIKATE

unterscheiden sich von herkömmlichen Zertifikaten dadurch, dass der Wertzuwachs durch einen Höchstbetrag (Cap) begrenzt ist. Dafür bieten sie die Möglichkeit, günstiger als zu den aktuellen Kursen, also mit Discount, in den Markt einzusteigen.

DIVIDENDE

ist der auf eine Aktie anfallende Anteil der Gewinnausschüttung einer Aktiengesellschaft. Sie ist abhängig von der allgemeinen Geschäftslage und daher schwankungsanfällig.

EMITTENTEN

geben Wertpapiere wie Anleihen, Aktien oder Optionsscheine aus und haften für die darin verbrieften Rechte. Die aktivsten Emittenten sind Unternehmen, Banken, Körperschaften und der Staat.

GELDMARKT

bezeichnet – im Unterschied zum Kapitalmarkt – den Markt für kurzfristige Guthaben und Kredite. Die Zinssätze von derzeit 1,5 bis 3,8 Prozent richten sich nach Angebot, Nachfrage und Laufzeit. Geldmarktfonds bieten sich als Parkmöglichkeit für Guthaben an.

GARANTIEPRODUKTE

zahlen am Laufzeitende entweder die volle Anlagesumme oder zumindest einen vorher festgelegten Anteil an den Anleger zurück. Nachteil: Steigen die Kurse, erhalten Anleger nicht den vollen Wertzuwachs. Beliebte Spielarten sind Garantiefonds und – weniger verbreitet – Garantiezertifikate.

GENUSSSCHEINE

stehen als Anlageform zwischen festverzinslichen Wertpapieren und Aktien. Sie verbriefen im Gegensatz zu Aktien keine Stimmrechte, sondern nur Rechte am Reingewinn oder Liquidationserlös einer AG. Hauptversammlungen sind daher für Inhaber von Genussscheinen ein Tabu. Anleger haben die Wahl zwischen Genussscheinen mit fester oder ergebnisabhängiger Ausschüttung und solchen mit Wandelrecht in Aktien.

HAUSSE

steht für einen nachhaltigen Anstieg der Wertpapierkurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarkts über einen mittleren bis längeren Zeitraum.

HEDGE-FONDS

setzen auf hochspekulative Termingeschäfte wie Optionen oder Futures. Oft teilweise kreditfinanziert, profitieren sie auch von fallenden Notierungen. Nur für risikobereite Anleger.

IMMOBILIENFONDS

investieren in Grundstücke oder Gebäude. Geschlossene Immobilienfonds eignen sich wegen der Möglichkeit von Verlustzuweisungen besonders für Anleger mit hohem Steuersatz. Offene Immobilienfonds erwirtschaften ihre Ausschüttungen hingegen in der Regel durch Mieteinnahmen und können jederzeit an der Börse ge- und verkauft werden.

INDEXZERTIFIKATE

sind börsennotierte Schuldverschreibungen, die den Anleger langfristig an der Entwicklung eines bestimmten Markts oder Segments partizipieren lassen. Der Anleger kauft mit dem Indexzertifikat praktisch einen ganzen Index. Vorteil: Es fallen keine Ausgabeaufschläge oder Verwaltungsgebühren wie bei Investmentfonds an. Nachteil: Er kann niemals besser abschließen als der Index.

Von GENUSSSCHEIN bis KONSERVATIVE ANLAGESTRATEGIE

INSIDER

erfahren auf Grund ihrer beruflichen Stellung kursrelevante Informationen über ein Unternehmen früher als die Öffentlichkeit. Insidergeschäfte gelten vom moralischen, wirtschaftlichen und juristischen Standpunkt aus als verwerflich.

INSTITUTIONELLE ANLEGER

verfügen über erhebliche Finanzmittel – oft in Milliardenhöhe. Typische Vertreter sind Pensions- und Investmentfonds, Versicherungen oder Bausparkassen. Oft beeinflussen sie mit ihren Orders die Kurse.

INVESTMENTFONDS

sammeln über die Ausgabe von Fondsanteilen Kapital, um es in Wertpapieren oder Immobilien anzulegen. Bei offenen Fonds wird der Kurs börsentäglich festgelegt, und die Investmentgesellschaft ist zur Rücknahme der Anteile verpflichtet. Geschlossene Fonds, auch Closed-End-Funds genannt, übernehmen diese Garantie hingegen nicht. Hier richtet sich der Wert nach dem Preis, den die Marktteilnehmer zahlen wollen.

KONSERVATIVE ANLAGESTRATEGIE

baut im Gegensatz zur spekulativen Geldanlage auf Sicherheit und Rendite. Im Vordergrund steht der Vermögenserhalt. Anleger erzielen mit dieser Strategie ihre Erträge auf nervenschonende Weise.

Von KURS-GEWINN-VERHÄLTNIS bis PFANDBRIEFE

KURS-GEWINN-VERHÄLTNIS (KGV)

stellt den Bezug zwischen dem Gesamtgewinn bezogen auf eine Aktie und dem aktuellen Kurs dieser Aktie dar. Eine Aktie, die 30 Euro kostet und drei Euro Gewinn pro Aktie erwirtschaftet, hat ein KGV von zehn. Je niedriger das KGV, desto günstiger – unter Ertragsgesichtspunkten – ist die Aktie. Ein Vergleich ist jedoch nur innerhalb einer Branche aussagekräftig.

LANGLÄUFER

sind Anleihen mit einer Gesamt- oder Restlaufzeit von mindestens zehn bis 15 Jahren. Im Gegensatz zu Kurzläufern reagieren ihre Kurse auf Zinsänderungen stärker. Anleger bevorzugen daher in Phasen niedriger Zinsen Kurzläufer, bei hohen Zinsen Anleihen mit langer Restlaufzeit.

LEASING-FONDS

finanzieren Leasing-Objekte wie Gewerbeimmobilien oder Verwaltungsgebäude. Anleger sind an den Einnahmen beteiligt und können Aufwendungen steuersparend geltend machen. Bei Leasing-Fonds erhalten Anleger einen festen Geldbetrag zurück.

MARKTKAPITALISIERUNG

gibt den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens an. Sie errechnet sich durch Multiplikation des Börsenkurses mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien.

MILCHMÄDCHENHAUSSE

bezeichnet die letzte Phase einer Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten, wenn breite Bevölkerungsschichten, die sich sonst nicht für die Börse interessieren, in der Hoffnung auf immer weiter steigende Kurse kaufen.

NENNWERT

bezeichnet den Betrag, der auf einer Wertpapierurkunde abgedruckt ist, bei deutschen Aktien in der Regel ein Euro. Bei Anleihen gibt er den Betrag an, den der Emittent dem Inhaber schuldet.

NETTODIVIDENDE

kassieren einkommensteuerpflichtige Anleger nach Abzug der 25-prozentigen Körperschaftsteuer.

NICHTZYKLISCHE AKTIEN

sind von wirtschaftlichen Entwicklungen relativ unabhängig. Typische Branchen sind Nahrungsmittel und Getränke. Wegen ihrer geringeren Schwankungen bevorzugen Anleger diese Papiere besonders in turbulenten Börsenzeiten.

OPTIONSANLEIHEN

berechtigen ihre Inhaber, während einer festgelegten Zeit zu einem bestimmten Preis Aktien des ausgebenden Unternehmens zu erwerben. Dafür erhalten Investoren Zinsen unter Marktniveau.

OPTIONSSCHEINE

verbriefen das Recht, einen Basiswert (Aktie, Devisen, Edelmetalle usw.) während einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Preis in einem vereinbarten Verhältnis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put).

PARI

wird eine Anleihe ausgegeben, wenn sie genau mit ihrem Nennwert übereinstimmt. Sie hat dann einen Kurs von 100 Prozent.

PENNY STOCKS

sind hochspekulative Aktien mit extrem niedrigem Kurswert von weniger als einem Dollar.

PFANDBRIEFE

werden von Hypothekenbanken ausgegeben und dienen der Finanzierung von Baukrediten. Sie zählen zu den besonders risikoarmen Geldanlagen und erfreuen sich besonders bei konservativen Investoren großer Beliebtheit.

QUELLENSTEUER

wird am Entstehungsort, der „Quelle“, auf Einkünfte aus Kapitalvermögen abgezogen. Beispiel: Kapitalertragsteuer auf Dividenden.

RATING

klassifiziert die Kreditwürdigkeit eines Schuldners nach Kriterien wie Verschuldungsgrad oder Länderrisiko. Die bekanntesten Rating-Agenturen sind Moody´s und Standard & Poor´s. Die Skala reicht von AAA bzw. Aaa (höchste Bonität) bis D (in Zahlungsschwierigkeiten).

RENDITE

gibt den Ertrag einer Anlage in Prozent des investierten Kapitals an. Bei Aktien errechnet sie sich durch Multiplikation der Dividende mit 100 und Teilung des Produkts durch den Kurswert. Bei Anleihen ergibt sich die Rendite aus dem Nominalzins und dem Kurs. So bringt ein Fünfprozenter (Laufzeit drei Jahre) bei einem Kurs von 90 Prozent eine Rendite von gut acht Prozent.

TAFELGESCHÄFTE

tätigen Anleger am Bankschalter. Die effektiven Wertpapiere, also die Stücke selbst, erhält der Käufer, der sie auch verwahrt. Der Fiskus erfährt von den Zinsen oft nichts.

VALUE-STRATEGIE

verfolgen vorsichtige Anleger, die auf günstig bewertete Aktien mit nachhaltiger Gewinn- und Umsatzstabilität setzen und sich in unsicheren Börsenphasen vor allzu stark schwankenden Kursen schützen wollen.

Von QUELLENSTEUER bis ZERTIFIKATE

VENTURE CAPITAL

dient zur Finanzierung neuartiger, riskanter, aber auch zukunftsträchtiger und chancenreicher Projekte. Während früher hohe Mindestanlagesummen nötig waren, gibt´s mittlerweile zahlreiche Fonds.

VOLATILITÄT

misst die Schwankungsbreite und damit das Risiko eines Wertpapiers. So weisen Aktien eine höhere Volatilität auf als Anleihen.

VORZUGSAKTIEN/VORZÜGE

verwöhnen ihre Inhaber gegenüber den Stammaktien mit einer höheren Dividende. Sie dürfen auf Hauptversammlungen aber nicht abstimmen.

WANDELANLEIHEN

bieten sich für Anleger an, die zwar von steigenden Aktienkursen profitieren, aber nicht das Risiko einer reinen Aktienanlage eingehen wollen. Käufer der Wandelanleihen haben das Recht, aber nicht die Pflicht, diese in Aktien der Firma zu tauschen.

ZEROBONDS

oder Null-Kupon-Anleihen bieten im Gegensatz zu herkömmlichen Anleihen keine laufende Verzinsung. Sie werden weit unter Nominalwert emittiert und bei Fälligkeit zum Nominalwert eingelöst. Besonders interessant für Anleger, die steuerpflichtige Kapitalerträge in Zeiten mit niedrigerem Einkommen verlagern wollen. Beispiel: Wird ein Zerobond zu 70 Prozent herausgegeben, zahlt ihn der Emittent in fünf Jahren zu 100 Prozent zurück. Erst dann verbucht der Anleger (auch steuerlich) die gesamten Zinseinnahmen.

ZERTIFIKATE