Monthly Archives: Juli 2013

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Der Euro-Geldmarkt hat sich am Dienstagvormittag in allen Laufzeiten nahezu unbewegt gezeigt. Ein Marktteilnehmer verwies auf einen ruhigen Handel.

Gegen 10.00 Uhr lauteten die Geldmarktzinssätze eines österreichischen Bankeninstituts demnach:

Taggeld 0,01 0,11 3 Monate 0,06 0,25 12 Monate 0,31 0,56

Das Fixing der Eonia-/Euribor-Zinssätze per 29. Juli lautete:

Taggeld 0,092 1 Woche 0,107 12 Monate 0,535

Ein junges Paar aus den USA will drei Monate ohne Geld leben – jedenfalls ohne herkömmliches Geld. 90 Tage lang wollen sie nur mit der digitalen Währung Bitcoin auskommen. Das ist eine echte Herausforderung, denn die wenigsten Anbieter von Waren und Dienstleistungen akzeptieren Bitcoins bisher.

90 Tage lang wollen Austin Craig (30) und Beccy Bingham Craig (29) aus dem US-Bundesstaat Utah ohne echtes Geld leben und nur Bitcoins benutzen – zum Bezahlen der Einkäufe, der Miete und der Restaurantrechnung. Das berichtete das Wirtschaftsmagazin „Forbes“. Den Versuch dokumentiert das Paar in einem Film, der 2014 gezeigt werden soll: „Life on Bitcoin“.

Das Vorhaben klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Bitcoin ist eine 2009 eingeführte digitale Währung – Münzen oder Scheine gibt es nicht, von Banken ist der Bitcoin unabhängig. Das Geld wird in Online-Börsen gehandelt und kann in Euro, britische Pfund, US-Dollar und andere Währungen getauscht werden. Jede Transaktion ist mit einer digitalen Signatur versehen und wird in einem Netzwerk protokolliert. Spezielle kryptografische Schlüssel sollen zusätzlich Fälschungsicherheit garantieren. Zahlungen können nicht rückgängig gemacht werden. Zocker können mit dem Bitcoin handeln. Das ist aber ein gewagtes Spiel, denn der Kurs kann schonmal um 20 Prozent schwanken – an einem Tag.

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Das Problem für Fans der neuartigen Währung sind die geringe Verbreitung und die fehlenden Bezahlmöglichkeiten. Laut Schätzungen waren im September 2011 in etwa 60.000 Bitcoins (kurz BTC) im Umlauf, im Oktober des Folgejahres nur noch 20.000. Ein BTC ist derzeit 70 Euro wert, das ist so viel wie nie.

Das Ehepaar Craig konnte immerhin die eigenen Arbeitgeber dazu überreden, sie für den Testzeitraum nur mit der Netzwährung zu bezahlen. Das digitale Geld konnten sie mit Ausnahme bei einem Sandwich-Imbiss in ihrem Wohnort aber nur online ausgeben, und das auch nur für ausgewählte Produkte oder Dienstleistungen.

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Die Auswahl an Bitcoin-Shoppingmöglichkeiten ist noch stark begrenzt. Dennoch gibt es einige Akzeptanzstellen: Die Enthüllungsplattform Wikileaks akzeptiert Bitcoins, der Bund für Umwelt- und Naturschutz Berlin, das Zimmervermietungsportal „9flats“ und der Shop für selbstgemachte Produkte „Etsy“, der Bloghoster WordPress, das Social-Media-Portal Reddit, Onlineglücksspiele wie „WinPoker“ und das Auktionshaus „bitmit.net“. In den USA nehmen auch manche Autohäuser und Lieferdienste die Internetwährung an.
In Deutschland ist sie kaum verbreitet, einige Bitcoin-Vorreiter gibt es in Berlin. Im Stadtteil Kreuzberg kann die digitale Avantgarde in etwa zwölf Shops und Restaurants die Rechnung virtuell begleichen. Wo Bitcoins genommen werden, darüber informiert meist ein Aufkleber im Schaufenster. Die Bitcoin-Anhänger hoffen, dass die Währung zum ersten echten globalen Zahlungsmittel wird.

Geldanlagen stellen entweder auf das Erreichen eines Ertragsziels ab – in diesem Fall wird das einzugehende Risiko zur Variablen – oder sie richten sich nach einem maximal erträglichen Risiko aus und akzeptieren den danach zu erzielenden Ertrag. Risiko ist an den Finanzmärkten über die Kenngröße Volatilität (annualisierte, quadrierte Standardabweichung der Rendite eines Finanzinstrumentes) nicht nur berechenbar, sondern auch – zumindest teilweise – beherrschbar geworden. Setzt man eine bestimmte, maximal tolerierbare Volatilität ins Verhältnis zu einer Anlagesumme, so stellt der Value at Risk denjenigen Verlustbetrag dar, der mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit (i.d.R. liegt das Konfidenzintervall bei 99 Prozent) innerhalb eines Zeitraumes nicht überschritten werden sollte. Hieraus ergibt sich ein anteiliges Risikobudget, das für risikobehaftete Anlagen – etwa Aktien – zur Verfügung steht, die Differenz zur Anlagesumme wird in risikofreie Anlagen – etwa den Geldmarkt – investiert. Aus den periodisch betrachteten Änderungen der Schwankungsbreite des Marktes leitet sich folglich eine veränderte Investitionsquote ab.

Vontobel setzt diese Strategie mit dem Managed Risk Total Return Open End Index-Zertifikat (ISIN: DE000VFP4276) auf dem Schweizer Aktienmarkt um. Die beiden Investitionskomponenten, eine Anlage im Swiss Market Index (Total Return) und eine Geldmarktanlage (Schweizer Franken 1-Monats-LIBOR abzgl. 0,25 Prozent), werden auf monatlicher Basis rekombiniert. Zwar lag die Performance des Total Return-Index auf Sicht eines Jahres währungsbereinigt mit plus 25 Prozent höher als die Rendite der Strategie (plus 16,5 Prozent), jedoch lässt sich die risikomindernde Wirkung der Geldmarktbeimischung direkt an der Volatilität des Zertifikates ablesen: Diese liegt im 12-Monats-Rückblick bei gerade einmal 7 Prozent, während es der SMI (TR) 14 Prozent bringt; im kurzfristigeren 3-Monats-Vergleich ist die Differenz noch wesentlich höher (20 Prozent im Index gegenüber 7 Prozent in der Strategie).

Für die monatliche Neugewichtung werden 0,08 Prozent Managementgebühr fällig (jährlich 0,96 Prozent). Dies scheint vertretbar, da sämtliche Dividendenzahlungen des Total Return-Index und Zinsen der Cash-Komponente der Strategie zugeschlagen werden. Die Geld-Brief-Spanne liegt bei 0,77 Prozent.

Der Eurozone droht dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge in diesem Jahr eine noch tiefere Rezession. Die Wirtschaft der 17 Euro-Länder werde 2013 um 0,6 Prozent schrumpfen, teilte der IWF in seinem in Washington veröffentlichten Ausblick mit. Auch die weltwirtschaftliche Entwicklung sieht der Währungsfonds pessimistischer und senkte seine diesjährige Wachstumsprognose leicht auf 3,1 Prozent.

Für die Eurozone war der Währungsfonds in seiner Frühjahrsprognose noch von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent ausgegangen. Die Konjunktur in der Währungsgemeinschaft wird den Angaben zufolge vor allem durch eine schwache Binnennachfrage, gesunkene Zuversicht bei Bürgern und Unternehmen sowie die anhaltenden Kürzungen in den Haushalten vieler Länder belastet. Zudem bestünden weiter Zweifel an der Stabilität des europäischen Bankensystems. Auch für 2014 erwartet der IWF im Euroraum nur ein mageres Wachstum von 0,9 Prozent.

Die diesjährige Wachstumsprognose für Deutschland halbierten die IWF-Experten auf 0,3 Prozent. 2014 soll die deutsche Wirtschaft dann wieder um 1,3 Prozent wachsen, 0,1 Prozentpunkte weniger als bislang angenommen. Frankreich steckt mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent in diesem Jahr in der Rezession. Auch in Italien (minus 1,8 Prozent) und Spanien (minus 1,6 Prozent) sind die wirtschaftlichen Probleme größer als bei der letzten IWF-Schätzung gedacht.

Neben der Krise im Euroraum lastet auch das schwächere Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern auf der globalen Wirtschaftslage. „Nach Jahren des starken Wachstums sind Abwärtstrends vor allem in den Schwellenländern bemerkbar“, sagte IWF-Chefökonom Olivier Blanchard. Der Währungsfonds senkte die Wachstumsprognose für die Schwellenländer für dieses Jahr von 5,3 auf 5,0 Prozent und für 2014 von 5,7 auf 5,4 Prozent. Staaten wie China, Russland, Indien und Brasilien drohe auch längerfristig ein gedämpftes Wachstum.

Auch die Entwicklung in den USA bereitet den IWF-Ökonomen Sorgen. Die Einschnitte bei den Staatsausgaben hätten das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt verlangsamt. Die US-Wirtschaft werde in diesem Jahr um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 2,7 Prozent zulegen – jeweils 0,2 Prozentpunkte weniger als bisher prognostiziert.

Insgesamt korrigierte der IWF seine Wachstumsprognose für 2013 um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent nach unten. Im kommenden Jahr dürfte das Weltwirtschaftswachstum ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte geringer ausfallen und damit 3,8 Prozent betragen.

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibt schlecht. Am Morgen verlor der Dax ganze 2,1 Prozent auf 7.737 Punkte. Auslöser des Kursrutsches sind schwache Wirtschaftsdaten aus China und eine sich anbahnende Regierungskrise in Portugal. Bereits gestern gingen die Anleger angesichts schlechter Aussichten für die Weltwirtschaft in Deckung.

Das Euro-Krisenland Portugal bewegt sich allem Anschein nach einer Regierungskrise entgegen. Ministerpräsident Pedro Passos Coelho warnte vor politischer Instabilität. Zuvor war nach dem Finanzminister auch der Außenminister Paulo Portas zurückgetreten. Zuletzt sickerte durch, dass vermutlich sogar weitere Minister in Portugal zurücktreten wollen. Landwirtschaftsminister Assuncao Cristas und Sozialminister Pedro Mota Soares, die wie Portas der konservativen CDS-PP angehören, wollten demnach noch am Mittwoch ihre Ämter niederlegen. Die Spitze CDS-PP wolle im Laufe des Tages ihr weiteres Vorgehen abstimmen, berichtete die Zeitung „Diario de Noticias“. Ohne die Partei hat der konservative Ministerpräsident Pedro Passos Coelho keine Mehrheit im Parlament.

„Die Krise kehrt zurück, sobald Regierungen unter Druck geraten, wie derzeit in Portugal zu beobachten“, sagte Finanzmarkt-Experte Kit Juckes von der Societe Generale.

„Besonders prekär ist die Situation dadurch, dass der Außenminister gleichzeitig der führende Vertreter des wichtigsten Koalitionspartners des portugiesischen Ministerpräsidenten ist“, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Der Leitindex der Lissaboner Börse gab 6,2 Prozent nach. Besonders deutlich rauschten portugiesische Banken in den Keller. Die Banco Portugues verlor satte 14 Prozent, die Banco Espirito Santo gab über elf Prozent nach.