Monthly Archives: Juni 2013

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Die EU-Finanzminister haben sich auf einheitliche Regeln für die Rettung oder Schließung von Krisenbanken geeinigt: Steuerzahler müssen damit nicht mehr für die Pleiten von Geldhäusern aufkommen. Künftig sollen zunächst Besitzer, Gläubiger und Großanleger bei einer Bankenpleite zahlen.

Das teilte die irische EU-Ratspräsidentschaft am frühen Morgen in Brüssel nach etwa siebenstündigen Beratungen mit. „Die Einigung ist ein Meilenstein in unseren Bemühungen, den Teufelskreis zwischen Banken und Staaten zu zerschlagen“, sagte der irische Finanzminister Michael Noonan.

Die obersten Kassenhüter gaben damit unmittelbar vor Beginn des zweitägigen EU-Gipfels am Nachmittag ein Signal, dass es mit dem Großprojekt einer europäischen Bankenunion vorangeht. Die Bankenunion soll nach Jahren der Krise für mehr Vertrauen in europäische Geldhäuser und Finanzmärkte sorgen.

„Das ist ein wichtiger Schritt“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Es gelte in der gesamten EU nun das „Prinzip, dass wir in Zukunft, wenn Banken in Schwierigkeiten geraten, nicht die Steuerzahler in erster Linie bezahlen lassen“. Auch die Mitgliedstaaten müssten Verantwortung übernehmen. Sein französischer Amtskollege Pierre Moscovici sagte: „Das ist eine gute Einigung, die erlaubt, die Bankenunion aufzubauen und die Finanzstabilität in Europa zu erhöhen.“

Das Leid der Sparer wird noch länger dauern: Anders als die US-Notenbank will EZB-Präsident Draghi noch lange an der lockeren Geldpolitik festhalten. Der Ausstieg liege noch in weiter Ferne.
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach Angaben von EZB-Präsident Mario Draghi im Gegensatz zur US-Notenbank noch weit von einem Ausstieg aus einer lockeren Geldpolitik entfernt. Auf dem Wirtschaftstag der CDU betonte Draghi am Dienstag in Berlin, die Preisstabilität sei gewährleistet, und die wirtschaftlichen Aussichten erforderten eine üppige Geldpolitik. „Der Ausstieg liegt noch in weiter Ferne, da die Inflation niedrig ist und die Arbeitslosigkeit hoch ist“, betonte der EZB-Chef.

Die Ankündigung des umfassenden Anleihenkaufprogramms der EZB (OMT) habe sich insgesamt als erfolgreich erwiesen, sagte Draghi weiter. Ihr Ziel sei die Minderung von Risiken und namentlich der Unsicherheiten über die Zukunft des Euro gewesen. „Seit das OMT-Programm angekündigt wurde vor fast einem Jahr, sind seine Vorteile weithin anerkannt worden“, sagte der EZB-Präsident. Alle Beteiligten hätten profitiert.

Anleihenkäufe unter strikter Konditionalität
Draghi betonte, die Anleihenkäufe ständen unter strikter Konditionalität, unter der Bedingung eines ESM-Programms für das betreffende Land. „Die Regierungen haben keine Wahl zwischen Reformen und dem OMT“, stellte er klar. „OMT kommt nur mit Reformen“. Auch sei das Programm nicht darauf ausgerichtet, die Risikoaufschläge auf Anleihen von Euro-Ländern künstlich einander anzugleichen.

Die Ankündigung des Programms habe Europa stabiler und widerstandsfähiger gemacht für Investoren. Das Programm sei sogar noch wichtiger geworden angesichts der veränderten Rolle der Geldpolitik in der Welt, die mit neuen Unsicherheiten verbunden sei.

Topmanager heuern Imageberater an, wenn sie ihren Ruf wieder aufpolieren wollen. Die Branche der Geschlossenen Fonds hat es mit einer Imagekampagne versucht. Mit der wirbt sie um die Gunst der Anleger, die ihr zusehends abhandenkommt. Sie lobt ihre Fonds als „das kleine Wirtschaftswunder“.

Das Wort „wundern“ träfe es allerdings in diesem Fall besser. Denn tatsächlich konnten sich viele Anleger nur wundern, was die Branche zuletzt so trieb. Sie übertraf andere Anlageformen mühelos in einem – im Verbreiten schlechter Nachrichten: Die Renditen sanken, die einstigen Steuervorteile sind längst perdu, und auf jährliche Ausschüttungen warten viele Anleger vergeblich. Viele Schiffsfonds gerieten in Schieflage, etliche davon fahren bereits volle Fahrt voraus in die Pleite, und es werden wohl noch einige folgen. Auch mit Filmbeteiligungen und Schrottimmobilien haben Anleger viel Geld versenkt. Soll man so einer Branche gutes Geld hinterherwerfen?

Viele Sparer tun das nicht mehr. Die Branche sammelte 2012 so wenig Geld ein wie noch nie, nur 4,5 Milliarden Euro. Selbst im Krisenjahr 2008 waren es mehr. Branchenkenner wie Florian Schoeller, Chef der Ratingagentur Scope, attestieren den Fonds inzwischen ein Glaubwürdigkeitsproblem, Analysten sprechen von Vertrauenskrise.
Risikoreiches Investment

Deshalb aber gleich die ganze Anlageklasse abzuschreiben wäre vorschnell. Zumal die Renditen zwar sinken, aber im Schnitt immer noch 5,3 Prozent pro Jahr drin sind – nach Steuern, bei guten Fonds. Manche Branchenbeobachter sehen die Schrumpfung des Marktes deshalb eher wohlwollend und sagen: Jetzt trenne sich die Spreu vom Weizen – sowohl bei Anbietern als auch bei Anlegern.

In der Vergangenheit nämlich brachten viele Initiatoren Fonds auf den Markt, die schlecht erdacht und noch schlechter gemanagt waren. Viele davon fuhren Verluste ein. Auch dubiose Anbieter mischten mit, bei denen man bezweifeln kann, ob sie je am Erfolg der Anleger orientiert waren.

Und obwohl geschlossene Fonds ein risikoreiches Investment sind, verkauften Banken und Vertriebe die Papiere als „sichere Beteiligungen“ massenhaft an Kleinsparer, sogar auf Kredit oder in Form von Sparplänen. Viele Anleger mussten später geleistete Ausschüttungen wieder zurückzahlen, die eingesparten Steuern nachzahlen oder sogar ihre gesamten Einlagen als Totalausfall abschreiben. Etliche Geprellte zogen deshalb vor Gericht. All das hat den schlechten Ruf der Branche zementiert.
Der Anleger wird zum Unternehmer

Einige Banken haben deshalb inzwischen den Vertrieb der Fonds eingestellt. Denn was viele Käufer nicht wissen: Mit den Beteiligungen gehen Sparer selbst ein unternehmerisches Risiko ein. Der Fondsinitiator realisiert ein bestimmtes Projekt, er finanziert etwa ein Flugzeug, kauft ein Bürohochhaus, baut eine Windkraftanlage oder schickt ein Containerschiff zur See, an dem die Anleger Miteigentümer werden. Anders als bei offenen Fonds, wo das Geld der Anleger als Sondervermögen geschützt ist, wird der Sparer bei geschlossenen Beteiligungen direkt an den Gewinnen und Verlusten beteiligt, die das Objekt einfährt. Wird das Hochhaus schlecht vermietet oder am Ende mit Verlust verkauft, verliert der Anteilseigner viel Geld. Hinzu kommt: Während der Laufzeit von mindestens sieben bis zehn Jahren kommen die Anleger nicht an ihr Geld, daher haben die geschlossenen Fonds ihren Namen. Sie müssen zudem mindestens 10.000 bis 20.000 Euro anlegen.

Die Bundesregierung hat nun für den bisher unregulierten grauen Markt ein Gesetz auf den Weg gebracht, das am 22. Juli in Kraft treten soll. Es soll vor allem Kleinsparer abhalten, viel Geld in geschlossene Beteiligungen zu investieren. Künftig dürfen Fonds, die etwa nur eine Immobilie finanzieren und deshalb besonders riskant sind, erst ab einer Stückelung von 20.000 Euro an Privatleute verkauft werden.
Verluste sind nicht selten

Ohnehin rät Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband, „nicht mehr als fünf Prozent des freien Vermögens in geschlossene Fonds zu investieren“. Wer also für 10.000 Euro eine Flugzeug- oder Immobilienbeteiligung kauft, sollte mindestens 200 000 Euro übrig haben, um den Komplettverlust der 10.000 Euro im schlimmsten Fall verkraften zu können.

Ganz selten sind Verluste nämlich nicht, listete der Branchenverband VGF in einer Leistungsbilanz von 799 Fonds über 40 Jahre auf. Demnach floppte immerhin jeder fünfte Fonds. Am besten schlugen sich Immobilienfonds, die zu 94 Prozent mit Erfolg liefen und im Schnitt auf einen Vermögenszuwachs von 73 Prozent über die Laufzeit kamen, rund sieben Prozent im Jahr.

“Solche Renditen gehören eher der Vergangenheit an“, sagt zwar Tilman Welther, Autor des Branchendienstes Fondstelegramm. Doch fünf Prozent Rendite seien für Anleger mit den Sachwertbeteiligungen drin, das sagt auch die Ratingagentur Scope. Bei den Immobilienbeteiligungen und der Windkraft sehen Analysten gute Chancen. Von den Flugzeugfonds schlagen sich einige gut, und selbst bei den Schiffsbetreibern geben noch einige Vollgas für den Anleger.

Im April erst haben Europas Finanzminister ein Hilfspaket für Zypern geschnürt – doch jetzt bittet die zyprische Regierung offenbar wieder um Finanzhilfe. Präsident Nikos Anastasiadis habe einen Brief an die europäischen Verantwortlichen geschrieben, in dem er um Hilfe für die größte Bank der Insel, die Bank of Cyprus bat, berichtet das „Wall Street Journal“.

Das im April vereinbarte Rettungspaket umfasst 10 Milliarden Euro. Viele Finanzminister der Eurozone zögerten zunächst, ein Bankensystem zu stützen, dessen Kunden oft aus Russland stammen und dort oft die Steuern umgehen. Am Ende wurde eine Bank geschlossen, auch die Bankkunden mussten auf Geld verzichten – nach Protesten wurden nur die Kunden herangezogen, die mehr als 100.000 Euro auf den Konten hatten.

Inzwischen hat die Europäische Zentralbank bekannt gegeben, dass Zyperns Bürger mehr Vermögen haben als die vieler anderer Staaten. Außerdem wurde öffentlich deutlich, dass Zyperns Banken auch an gewagten Spekulationen auf griechische Staatsanleihen gescheitert sind: Sie kauften auch dann noch Anleihen, als deren Wertverlust schon absehbar war. Auch Einzelpersonen kamen in den vergangenen Wochen in den Fokus: Anfang Juni hat der Staat vorübergehend milliardenschwere Vermögen von drei Managern der abgewickelten Laiki-Bank eingefroren.

Andererseits haben Sparpakete in der Fachdiskussion an Beliebtheit verloren. Eine wichtige Sparstudie kam wegen eines Excel-Fehlers in die Diskussion, auch der Internationale Währungsfonds weicht seine Haltung zum Sparen immer weiter auf.

Zyperns Präsident Nikos Anastasiadis bemängelt nun laut „Wall Street Journal“, dass die große Rettungsaktion vom April „ohne sorgfältige Vorbereitung“ erfolgt sei. Darum sei Zyperns Wirtschaft gefährdet. Die bedrohte Bank of Cyprus sei nicht nur für das Bankensystem relevant, sondern für die gesamte Wirtschaft.

Sechs Monate vor dem Ministertreffen der Welthandelsorganisation (WTO) auf Bali bekommen die Befürworter des Freihandels Rückenwind: Ein Bericht des unabhängigen Peterson Institute for International Economics in Washington, der der „Welt“ exklusiv vorliegt, beziffert die potenziellen Gewinne einer zügigen Handelsöffnung auf jährlich mehr als zwei Billionen Dollar.

Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) könne um bis zu 2,2 Billionen Dollar zulegen, wenn in sieben Verhandlungsfeldern Einigung erzielt würde, schreiben die Autoren.

Diese Summe entspricht rund 60 Prozent dessen, was ganz Deutschland im Jahr erwirtschaftet. Die weltweiten Exporte könnten dem Bericht zufolge um bis zu 2,4 Billionen Euro wachsen. Dadurch würden insgesamt rund 34 Millionen Arbeitsplätze getragen.

Konkret nennen die Autoren sieben Abkommen, die unabhängig voneinander und in einzelnen Schritten erzielt werden könnten. Die bei Weitem größten Gewinne würden ein internationales Dienstleistungs- sowie ein Handelsabkommen bringen. Sie könnten das weltweite BIP um jeweils rund eine Billion Dollar beflügeln.

Die sogenannte Doha-Runde der WTO zur Liberalisierung des Welthandels war zuletzt 2008 im damals bereits vierten Anlauf gescheitert. Die Autoren der Dankfabrik Peterson plädieren nun für ein „WTO Recovery Paket“ in diesem Jahr.

Die japanische Notenbank will mit einer massiven Geldspritze den heimischen Bondmarkt beruhigen. Die Bank of Japan kündigte am Mittwoch an, am Freitag 2,8 Billionen Yen (rund 21 Milliarden Euro) in den Geldmarkt zu pumpen und damit drei mal soviel wie gewöhnlich an einem einzelnen Tag. So soll der rasante Anstieg der Renditen für japanische Staatsanleihen gebremst werden. Für zehnjährige Bonds waren sie zuletzt auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr geklettert. Nach der Ankündigung gaben die Renditen wieder nach. Sie wurde als Signal gewertet, dass die Notenbank keinen übermäßigen Renditeanstieg tolerieren wird.

Die durch die lockere Geldpolitik der japanischen Notenbank ausgelöste Yen-Schwäche hatte zuletzt zu einem Ausverkauf am Bondmarkt geführt. Hintergrund ist die Furcht vor Inflation und die Börsenrally, denn wegen des billigen Notenbank-Geldes investieren die Anleger derzeit lieber in Aktien. Der Tokioter Leitindex Nikkei knackte am Mittwoch die Marke von 15.000 Punkten und notierte so hoch wie zuletzt Anfang 2008.

Vorab ein Geständnis: Ich spiele Lotto. Zwei Kästchen. Jeden Samstag. Was nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit natürlich Irrsinn ist. Aber wenn schon die Statistik hinter jeder Hecke eine unangenehme Überraschung für mich bereithält – jeder dritte Deutsche erkrankt an Krebs, jeder dreihundertste wird innerhalb eines Jahres Einbruchsopfer – dann will ich doch dem Zufall bei den schönen Dingen die Tür wenigstens einen kleinen Spalt öffnen. Und vielleicht nie wieder arbeiten und mich in Kommentaren bei SPIEGEL ONLINE beschimpfen lassen müssen!

Nie mehr arbeiten. Wer will das nicht? Ein US-Blogger macht jedenfalls derzeit mediale Karriere, weil er mit 30 in Rente gegangen ist: „Mr. Money Mustache“ lebt dank Sparsamkeit und guten Anlagen mit seiner Familie in seinem bezahlten Eigenheim und von 25.000 Dollar (knapp 20.000 Euro) jährlichen Mieteinnahmen. Und ist damit glücklich.

Was die Frage aufwirft: Wie viel Geld bräuchte man denn, um mit – sagen wir realistischer – 40 Jahren lebenslang einen jährlichen Zahlungsstrom von 20.000 Euro pro Jahr zu generieren wie Mr. Money Mustache? Damit ließe sich bescheiden auch in Deutschland leben (und falls Sie 100.000 brauchen, multiplizieren Sie die folgenden Summen entsprechend mit fünf).

Dreh- und Angelpunkt einer solchen Überlegung ist stets der risikofreie Zins: Im Schnitt magere 1,7 Prozent Rendite pro Jahr streicht ein, wer sein Geld in langlaufende deutsche Staatsanleihen steckt. Die rekordtiefen Zinsen sorgen dafür, dass zum einen erheblich mehr aufgewendet werden muss als noch vor gut zehn Jahren – und sie erfassen auch andere Anlageformen. Die Summen ähneln sich nämlich verdächtig.

Mit Bundesanleihen 39 Jahre lang jährlich 20.000 Euro generieren

Unterstellen wir modellhaft (und mit dem Wissen, dass sich Steuern, Abgaben und Zinsen natürlich auch dramatisch ändern können), dass ein 40 Jahre alter Mann, nennen wir ihn Herr Geldbart, eine durchschnittliche Lebenserwartung hat. Das sind mit 40 aus heutiger Sicht 79 Jahre. Lassen wir aus Gründen der Vereinfachung Zahlungen für und Leistungen aus Sozialversicherungen außen vor.

Das erlaubt, den Betrag zu ermitteln, den man braucht, um mit Bundesanleihen 39 Jahre lang jährlich 20.000 Euro zu generieren: Es sind 620.000 Euro – nach Steuern, aber ohne Berücksichtigung der Inflation. Unterstellen wir für die Teuerung zwei Prozent und ziehen in Betracht, dass Herr Geldbarts zinsenfinanzierte Rente so bis ins Alter mehr als die Hälfte an Kaufkraft verliert, muss er 900.000 Euro anlegen, um sich Jahr für Jahr zwei Prozent mehr zu gönnen. Das ist rund die Hälfte mehr als noch vor zehn Jahren vonnöten gewesen wäre.

Nun will Herr Geldbart womöglich nicht auf sein statistisch pünktliches Ableben pokern, sondern eine lebenslange Garantierente einstreichen. Tastet er sein Kapital nie an und will rein von Zinsen nach Abgeltungsteuer leben, braucht er bereits 1,6 Millionen Euro.

Naheliegender ist dann aber, mit einem Versicherer ins Geschäft zu kommen – mit sogenannten Sofortrentenversicherungen gegen eine Einmalzahlung. Doch auch die Assekuranz ächzt unter niedrigen Zinsen und garantiert nur noch 1,75 Prozent pro Jahr – vor Kosten. Um 20.000 Euro pro Jahr Garantierente einzustreichen, muss Herr Geldbart derzeit rund 750.000 Euro auf den Tisch legen (vor gut zehn Jahren war es halb so viel). Dafür stellen die Versicherer auch unverbindlich in Aussicht, etwas mehr als 20.000 Euro zu erwirtschaften – und verbindlich, lebenslang zu zahlen, selbst wenn Herr Geldbart so alt wird wie Jopi Heesters (und falls es die Versicherung dann noch gibt).

40 Jahre Geduld? Da sind Aktien eine veritable Alternative

Natürlich kann es Herr Geldbart auch machen wie Mr. Money Mustache und sein Einkommen aus Mieteinnahmen bestreiten. Damit steigen natürlich die Risiken, und es kommen unbekannte Variablen hinzu: Solvenz, Leerstand, Renovierung. Zieht man aber modellhaft die von der Bundesbank ermittelten aktuellen Großstadt-Mietrenditen von 4,1 Prozent für Bestandsimmobilien und 3,4 Prozent für Neubauten heran, subtrahiert ein halbes Prozent Instandhaltungskosten vom Kaufpreis pro Jahr für Neubauten und ein Prozent für Bestandimmobilien, so muss sich Herr Geldbart sich mit gut 650.000 Euro auf die Suche nach geeigneten Immobilien machen, um 20.000 Euro jährlich einzustreichen.

Gelegentliche Leser dieser Rubrik kennen meine Affinität zu Aktien – und mit 40 Jahren Geduld ist ein Auszahlplan aus Aktienvermögen auch eine veritable Alternative, falls Herr Geldbart über ordentliche Nerven verfügt. Gehen wir enorm pessimistisch davon aus, dass Herr Geldbart ein katastrophales Timing beweist und es unmittelbar nach seiner Einmalanlage in einen DAX-Indexfonds (aus dem er sich jährlich 20.000 Euro entnimmt) zu einem Crash kommt und sich die Kurse glatt halbieren.

Der US-Online-Einzelhändler Amazon will Insiderinformationen zufolge groß in den Markt für Lebensmittel einsteigen. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten am Dienstag, nach der jahrelangen Testphase von „AmazonFresh“ in Seattle seien ähnliche Angebote in Los Angeles – vielleicht noch diese Woche – und im Laufe des Jahres auch in San Francisco geplant.

Sollte sich das Geschäft gut entwickeln, könnte AmazonFresh 2014 in 20 weiteren Ballungsgebieten angeboten werden, einige davon außerhalb der USA. Eine Amazon-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

Im amerikanischen Lebensmittelmarkt wurde 2012 ein Umsatz von 568 Milliarden Dollar erzielt. Seit mindestens fünf Jahren liefert Amazon über sein Pilotprogramm in Seattle auch frische Lebensmittel wie Eier, Erdbeeren und Fleisch aus. Dabei setzt der US-Konzern eigene Lastwagen ein.

Die erste Schwierigkeit hat Mario Draghi gemeistert. In der vergangenen Woche gelang es dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), trotz des Widerstands aus Deutschland, eine Senkung des Leitzinses auf ein neues Rekordtief durchzusetzen. Doch das nächste Problem wartet schon auf ihn. Am 11. und 12. Juni muss er vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sein umstrittenes Anleihenkaufprogramm verteidigen – und eine ganze Menge deutet darauf hin, dass die Karlsruher Richter entschlossen sind, es den Notenbankern nicht leicht zu machen.

Die mündliche Verhandlung Anfang Juni ist Teil der verfassungsrechtlichen Prüfung des Euro-Rettungsfonds ESM. Im vergangenen September hatte das Bundesverfassungsgericht in einer Eilentscheidung Klagen gegen die deutsche Ratifizierung des ESM abgewiesen. Aber die Richter hatten bereits damals angekündigt, die Politik der EZB im Hauptsacheverfahren intensiv zu prüfen. Es geht dabei vor allem um den Beschluss der Notenbank, im Ernstfall Staatsanleihen der Krisenländer zu erwerben, um dadurch die Zinsen in diesen Ländern zu drücken.

In München wird über ein Ende und einen Neuanfang entschieden: Auf der Hauptversammlung des Nutzfahrzeug- und Motorenherstellers MAN stimmen die Aktionäre über den Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit Europas größtem Autobauer Volkswagen ab.

Der ist allerdings nur eine Formalität, denn mehr als 75 Prozent der Stimmrechte sind bereits im Besitz von Volkswagen. Mit dem Vertrag sichert sich Volkswagen nun den vollen Zugriff auf die Kasse des Münchener Traditionsunternehmens. „MAN ist nun Teil der Volkswagen-Familie. Wir schlagen damit ein neues Kapitel in unserer traditionsreichen Unternehmensgeschichte auf“, sagte Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen in München. Und dieses Kapitel werde langfristig eine Erfolgsgeschichte sein, zeigte er sich überzeugt.

An der Allianz hatte Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piech über Jahre hinweg gebastelt. Zukünftig will man im Verbund mit Scania und Volkswagens Nutzfahrzeugsparte Wettbewerber wie Volvo und den weltgrößten Lkw-Hersteller Daimler angreifen. Synergien von 200 Millionen Euro sollen in der Beschaffung und Entwicklung gehoben werden.
An der Übernahme hatte es jedoch schon im Vorfeld der Versammlung immer wieder Kritik gehagelt, auch heute dürften viele Aktionäre die Gelegenheit nutzen, ihrem Ärger Luft zu machen.

Denn das Abfindungsangebot von Volkswagen wurde im Vorfeld in Branchenkreisen als zu niedrig empfunden. So sollen Aktionäre pro Stamm- und Vorzugsaktie 80,89 Euro erhalten, was unter dem derzeitigen Börsenkurs von 84,42 Euro liegt. Pachta-Reyhofen erklärte auf der Hauptversammlung hingegen, die Ausgleichszahlungen seien „angemessen“.
Seit dem Pflichtangebot von Volkswagen im Jahr 2011 hätten sich die gesamtwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Rahmenbedingungen deutlich geändert, sagte der Manager weiter. Damals zahlte Volkswagen pro Stammaktie 95 Euro.