Monthly Archives: April 2013

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Im deutschen Aktienhandel herrscht gute Laune: Kurz vor Beginn des Börsenmonats Mai nimmt der Leitindex Anlauf auf die Marke bei 7900 Punkte. Ganz oben auf der Agenda: Die Kapitalmaßnahme bei der Deutschen Bank und der Börsengang der RTL Group.

Dank freundlicher Vorgaben aus Übersee und gestützt auf Kursgewinne bei der Deutschen Bank kann der deutsche Aktienmarkt seinen Erholungskurs auch am zweiten Handelstag der Woche fortsetzen. Der Leitindex Dax legt zur Eröffnung gut 1 Prozent zu auf 7949 Punkte. Für den MDax geht es am Morgen um 0,88 Prozent auf 13.516 Punkte nach oben. Beim TecDax zeigt die Kurstafel ein Plus von 0,73 Prozent auf 931 Punkte. Der Eurostoxx50 steigt um 0,59 Prozent auf 2733 Punkte.

Gewichtigstes Thema am Morgen ist die Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank: Bei der Maßnahme konnte das größte private Kreditinstitut Deutschlands knapp drei Milliarden Euro und damit mehr als erwartet einsammeln. Die Deutsche Bank platzierte bei Investoren de facto über Nacht 90 Mio. Aktien zum Preis von 32,90 Euro. Damit fließen dem Institut eigenen Angaben zufolge 2,96 Mrd. Euro zu. Angepeilt hatte die Bank bis zu 2,8 Mrd. Euro.

Der Bezugspreis entspricht dem Schlusskurs von Montag – kurz nach Marktschluss hatte das Institut die Kapitalerhöhung angekündigt und zugleich überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt. Am Dienstag zog die Aktie um 6,3 Prozent auf knapp 35 Euro an.

Knapp drei Milliarden Euro

Insgesamt nahm der Markt die Kapitalerhöhung relativ gnädig auf. „Sie nutzen halt das niedrige Zinsniveau, um die Sache hinter sich zu bringen“, fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Gemeinsam mit den überraschend starken Quartalszahlen dürfte es keine Probleme geben, die 2,8 Mrd. Euro am Markt unterzubringen, hieß es vorab. Vor allem die starke Kapitalausstattung nach den neuen Basel-3-Regeln wurde als Grund für den Optimismus genannt.

Dieser Schritt sei überfällig gewesen, schrieben die Analysten von JPMorgan. Sie stuften die Aktie auf „Overweight“ von „Neutral“ hoch. Die Kapitalerhöhung komme zwar überraschend, schrieb DZ Bank-Analyst Christoph Bast. Angesichts der starken Quartalsergebnisse der Deutschen Bank scheine der Zeitpunkt jedoch gut gewählt, meinte Bast. Er hält daher an seiner Kaufempfehlung fest. Die Papiere des größten deutschen Geldhauses legen trotz der Kapitalmaßnahme bis zu 5,5 Prozent zu auf 34,70 Euro.

„Auf das Thema ist lange spekuliert worden, nun ist es raus und künftige Erhöhungen sind erst einmal ausgeschlossen“, meinte ein anderer Händler mit Blick auf die Deutsche Bank. Passend dazu habe auch die UBS bessere Zahlen vorgelegt. Zudem hätten Analysten von Nomura die Aktie der Deutschen Bank hochgestuft. „Damit dürfte die Grundstimmung im Bank-Sektor heute sehr gut sein, was die Platzierung erleichtern wird“, sagte ein Händler.

Unter Verkaufsdruck stehen dagegen Fresenius Medical Care (FMC): Die Aktien verbilligen sich am Morgen um 4 Prozent auf 50,38 Euro. Der Dialyse-Konzern hatte im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht. Im Sog von FMC verlieren die Titel des Mutterkonzerns Fresenius 1,8 Prozent auf 94,89 Euro.

Gärende Zinsphantasien

„Die Gewinnentwicklung enttäuscht“, so ein Händler. Das sei überraschend, weil die Prognosetreffsicherheit in der Vergangenheit meistens sehr hoch gewesen sei. Nun liege das Ergebnis von FMC, wie schon im vorletzten Quartal, unter den Erwartungen. „Davon wird auch Fresenius belastet“, sagt ein Analyst. Am Markt heißt es zudem, derzeit seien eher Titel mit höherem Beta gefragt, also mit generell höheren Kursausschlägen.

Gestützt wird die allgemein freundliche Stimmung am Markt von der Zinssenkungsfantasie vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Erwartet wird von vielen Marktteilnehmer ein Zinsschnitt auf 0,5 Prozent. „Die Grundstimmung bleibt auch zum Monatsende positiv“, meint Chris Weston, Marktstratege bei IG Markets.

Keine großen Impulse lösen die Zahlen der Deutschen Börse. Der Marktbetreiber hatte seine Ergebnisse am Vorabend vorgelegt. „Sie sparen sich ihre Gewinne zusammen“, meinte ein Händler zu den leicht übertroffenen Erwartungen. Am Grundproblem von verlorenen Marktanteilen an ECNs oder der steigenden Abhängigkeit vom Hochfrequenzhandel änderten sie jedoch nichts. Die Aktien der Deutschen Börse legen am Morgen 1,6 Prozent zu auf 47,46 Euro.

Technisch dürfte der Dax seinen flachen Abwärtstrend um 7850 Punkte nun nachhaltig überwinden, hieß es aus dem Lager der charttechnisch orientierten Beobachter. Ein Anstieg über 7900 könnte einen weiteren Anlauf an die 8000er Marke ermöglichen, meinten Chartanalysten.

Solarbranche im Blick

Erholungspotenzial sehen Marktteilnehmer bei Wacker Chemie. Die Erstquartalsergebnisse liegen im Rahmen der Erwartungen. „Nach dem deutlichen Rückschlag der vergangenen Wochen sollte sich der Kurs nun erholen“, sagte ein Händler. Ein Test des Abwärtstrends bei etwa 55 Euro sei möglich. Am Morgen liegen die Aktien von Wacker Chemie 3 Prozent im Plus bei 54,84 Euro.

Bei Solarworld bleibt abzuwarten, wie die Anleger die vorläufigen Jahreszahlen aufnehmen. Nach dem Schock von bis zu 560 Mio. Euro Verlust im vergangenen Jahr, fallen die nun berechneten Werte besser aus. Allerdings bleibt dennoch eine Verlustausweitung jenseits der 50 Prozent – bei einem gleichzeitigem Umsatzeinbruch von mehr als 40 Prozent. Zuletzt weicht der Kurs um knapp 1 Prozent zurück auf 0,70 Euro.

Neue Aktie mit MDax-Chancen

Mit dem Läuten einer symbolischen Börsenglocke begrüßten Händler am Morgen einen neuen Titel aus dem Mediensektor in Frankfurt: Die Aktien der RTL Group starteten an ihrem ersten Tag im regulierten Handel an der Frankfurter Börse am Dienstag mit 55,50 Euro. Das entspricht dem Verkaufspreis, den Bertelsmann am Vortag für seine Aktien festgelegt hatte. Mitte April hatte Bertelsmann eine Preisspanne von 54 bis 62 Euro genannt.

Bislang hielt der Konzern mehr als 92 Prozent der Aktien. Jetzt wird ein Paket von gut 17 Prozent für rund 1,4 Mrd. Euro verkauft. Die RTL Group ist der TV-Sender mit den europaweit stärksten Werbeeinnahmen. Mit dem Erlös will Bertelsmann Zukunftsprojekte finanzieren.

Europas größter privater Fernsehkonzern RTL wird von Dienstag an auch an der Frankfurter Börse notiert. Mit einem mehr als verdreifachten Streubesitz hat RTL gute Chancen, in den Nebenwerteindex MDax aufzusteigen. Bertelsmann verringert den Anteil an seiner profitabelsten Sparte, um Geld für Investitionen in neue Geschäftsfelder locker zu machen. Der neue Konzernchef Thomas Rabe will Digital- und Bildungsangebote sowie das Geschäft mit Musikrechten und Fachinformationen ausbauen.

Zusätzliche Impulse dürften am Vormittag von den Zahlen zum spanischen Bruttoinlandsprodukt ausgehen. Am Nachmittag werden in den USA unter anderem der Einkaufsmanagerindex Chicago und Zahlen zum Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Sollte der S&P-500 über die Marke von 1600 Punkte steigen, würde der Aufschwung am US-Markt laut Händlern weiter gestärkt.

Der Bundesbank-Chef ist bereits in den vergangenen Monaten nicht gerade mit Lobliedern auf die EZB-Krisenpolitik aufgefallen. Nun holt Jens Weidmann zum nächsten Schlag aus – und nimmt die Zentralbank-Strategie Stück für Stück auseinander.
Querschläger Weidmann lässt nicht locker: In einer Stellungnahme für das Bundesverfassungsgericht hat der deutsche Notenbanker erneut die Europäische Zentralbank (EZB) für ihre Ankündigung angegriffen, im Bedarfsfall unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern der Eurozone aufzukaufen. Er kritisiert darin nach einem Bericht des „Handelsblatts“ vom Freitag, dass mit dem Kaufprogramm (OMT) „gezielt Anleihen schlechterer Bonität“ erworben würden, wodurch die Risiken stiegen. Die Käufe „können überdies die Unabhängigkeit der Zentralbanken belasten“, wird aus dem 29-seitigen Papier, das auf 21. Dezember 2012 datiert, weiter zitiert. Und: „Befindet sich die Geldpolitik erst einmal auf einem derartigen abschüssigen Kurs, ist eine Umkehr nur schwer und unter großen Kosten möglich.“

Riskannte Notfallkredite an Griechenland

Zumal, wie Weidmanns Notenbank betont, alles andere als gesichert ist, dass die Krisenländer im Umkehrschluss tatsächlich im Gegenzug strenge Reformen umsetzen müssen. Griechenland sei ein Beispiel dafür. „Diese Erfahrungen begründen auch Befürchtungen, dass der Umgang mit Konditionalität im Rahmen des OMT-Programms selbst in zweifelhaften Fällen nicht vor erheblichen Käufen – und damit Risikoumverteilungen durch die Bilanzen des Euro-Systems — schützen wird“, so die Bundesbank.

Der Umgang mit Griechenland dient der Bundesbank auch insofern als Negativbeispiel, als das Land sich im vergangenen Jahr nur mithilfe von Notkrediten aus dem sogenannten Emergency Liquidity Assitance (ELA) über Wasser gehalten hatte. Die EZB habe hier ein hohes Risiko gefahren, schließlich sei ein Ausscheiden Athens aus dem Euro „keinesfalls zu jedem Zeitpunkt als unwahrscheinlich einzustufen“ gewesen.

Politik an hohen Finanzierungskosten selbst schuld

Auch die Gründe, mit denen sich die EZB die Anleihekäufe zu rechtfertigen versucht, überzeugen die Bundesbank nicht: Die unterschiedlich hohen Zinsen für die Unternehmen in den Euro-Ländern jedenfalls hält sie für kein ausreichendes Argument. Höhere Finanzierungskosten für den privaten Sektor könnten auch „höhere nationale fiskalische Risiken widerspiegeln“, heißt es laut „Handelsblatt“ in der Stellungnahme. Die EZB hält er folglich für schlicht nicht zuständig: „Dies wäre keine geldpolitisch zu bekämpfende Entwicklung, sondern die unmittelbare Folge der national eigenverantwortlichen Finanzpolitik.“

Seit Juni 2012 befindet sich die Aktie des Börsenbetreibers in einem Aufwärtstrend. Nun steht laut Charttechnik eine wichtige Weichenstellung für die nächsten Monate an. Welche Produkte sich für die Szenarien eignen.

Die Aktie der Deutsche Börse ist derzeit  aus charttechnischer Sicht ein interessantes Wertpapier. Das Papier notiert nämlich auf einer sogenannten Kreuzunterstützung. Diese Form der Unterstützung wird aus zwei verschiedenen Widerstandslinien gebildet.

Die horizontale Widerstandslinie im Bereich von 46 Euro hat die Aktie seit Anfang des Jahres mehrmals getestet. Bislang ist der Chart stets nach oben abgeprallt. „Und diesem Niveau von 46 Euro nähert sich von unten auch die Aufwärtstrendlinie, womit dieser Bereich zu einer Kreuzunterstützung wird“, erläutert Charttechniker Hans-Dieter Schulz, der den Dax-Wert analysiert hat. Die Aktie befindet sich seit Juni letzten Jahres in einer Aufwärtsbewegung, in deren Verlauf sich ein Trendkanal gebildet hat.

Für Schulz gibt es zwei  Szenarien: Dreht die Aktie der Deutschen Börse nun im Bereich der wichtigen Unterstützung nach oben, winkt ein neuer Test des Widerstands bei 51 bis 52 Euro. Für diese Möglichkeit bietet sich eine Vielzahl an Produkten an.

Für offensive Anleger sind Sprint- und Outperformance-Zertifikate eine gute Chance. Diese hebeln Gewinne ab einer vorher festgelegten Marke, die Verluste darunter sind aber nicht höher als bei einem Direktinvestment.  Der Hebel bei dem Outperformanceprodukt der DZ Bank (WKN: DZ89QU) liegt bei 1,5. Startpunkt (Strike) ist die 46-Euro-Marke, Laufzeit bis 28 Juni 2013. Ähnlich sind die Konditionen bei dem Sprinter der DZ Bank (WKN: DZ89S0), der eine identische Laufzeit hat. Nur werden hier Kurssteigerungen innerhalb der Spanne 46 bis 56 verdoppelt. Von weiteren Gewinnen profitieren die Anleger aber nicht mehr.

 

Von Fans geliebt, von Anteilseigner fallengelassen: Die Apple-Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit 2011. Apple ist damit nicht mehr das wertvollste Unternehmen – und mächtiger sind auch andere.

Es ist der tiefste Stand der Apple-Aktie seit Ende 2011. An der Wall Street in New York fiel der Kurs am Mittwoch bis Handelsschluss um 5,5 Prozent auf 402,80 Dollar. Kurzzeitig notierte die Aktie sogar unter 400 Dollar. Die Anleger zweifeln an der Fähigkeit des Technologiekonzerns, angesichts zunehmend aggressiver Konkurrenz seine Marktanteile zu halten, wie Analysten sagten.

Mit dem Kursverfall sank der Börsenwert von Apple auf 378,25 Milliarden Dollar. Damit ist der Konzern nicht mehr das nach Börsenwert wertvollste Unternehmen der Welt – der erste Platz ging an den Ölmulti ExxonMobil mit einem Börsenwert von 385,68 Milliarden Dollar.
Weniger iPads und iPhones

Für Unruhe bei den Anlegern hatte der Apple-Zulieferer Cirrus Logic gesorgt, der am Dienstagabend gewarnt hatte, sein Umsatz werde im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres um bis zu 27 Prozent im Vergleich zum Vorquartal sinken. Presseberichten zufolge fielen zudem die Verkäufe des neuen iPad im Vergleich zum Vorquartal um bis zu 30 Prozent. Die Unternehmensberatung Berstein Research senkte außerdem ihre Absatzprognose für iPads und iPhones – und damit die Prognose für Umsatz und Gewinn des Konzerns im ersten Quartal. Apple wird seine Quartalszahlen in der kommenden Woche vorlegen.
Apple verliert an Macht

Und als ob das nicht schon genug der schlechten Nachrichten ist, erschien auch noch die „Forbes“-Rankingliste der weltweit mächtigsten Unternehmen. Laut dem US-Magazin liegen zwei chinesische Banken auf den Spitzenplätzen. Der US-Erdölkonzern ExxonMobil, der vergangenes Jahr den ersten Rang belegte, musste nun der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) weichen. Die China Construction Bank schaffte es von Platz 13 auf den zweiten Platz. ExxonMobil fiel auf den fünften Rang hinter zwei US-Unternehmen: JPMorgan Chase (Platz drei) und General Electric (Platz vier).

Apple schafft es nur auf Position 15, gleichauf mit der US-Supermarktkette Wal-Mart. Den Aufstieg der beiden chinesischen Banken erklärt das Magazin mit dem zweistelligen Wachstum ihrer Umsätze und Gewinne. Von insgesamt 2000 aufgelisteten Unternehmen stammen 543 (+19) aus den USA. Japan bleibt mit 251 Firmen (-7) auf dem zweiten Rang. China ist mit 136 Unternehmen wie im vergangenen Jahr die Nummer drei.

Die Bank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist die größte nationale Förderbank der Welt und nach der Bilanzsumme die drittgrößte Bank Deutschlands. Banken müssen Risiken berechnen, deshalb spielte die KfW jetzt den Zusammenbruch der Euro-Zone durch. „Wir tun das nicht, weil wir das erwarten“, erklärte der KfW-Finanzchef Bernd Loewen am Dienstag in Frankfurt. Allerdings müssten große Finanzinstitute auf ein solches Szenario vorbereitet sein.

Das direkte finanzielle Engagement der KfW sei in den europäischen Peripherieländern überschaubar, so Loewen. Trotzdem könnten Verwerfungen an den Märkten nach einem Zusammenbruch der Euro-Zone auch die KfW-Bankengruppe treffen. „Aufgrund der Zweit- und Drittrundeneffekte würden wir an die Grenzen unserer Risikotragfähigkeit geführt“, glaubt der Finanzchef. Für die KfW seht fest: „Die europäische Finanzindustrie könnte ein solches Szenario in der Summe nicht tragen.“

Die Simulationsrechnungen spielten auch das Szenario durch, dass ein oder mehrere Länder aus der Euro-Zone austreten. Damit wolle man sicherstellen, dass IT, technische Abläufe und die Transaktionsabwicklungen weiterhin funktionierten, falls diese Länder wieder eigene Währungen einführten.

Abseits aller Risikoberechnungen bezüglich des Zusammenbruchs der Euro-Zone hat die KfW-Bankengruppe mehr verdient als jedes andere Finanzinstitut Deutschlands. Der Gewinn stieg um 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Da die staatseigene Bank aufgrund der Top-Bonität Deutschlands an super-niedrige Zinsen kommt, ist wieder eine Diskussion über die Kontrolle und die Gewinnverwendung der Bank entbrannt. Zwar konnte KfW-Chef Schröder eine direkte Gewinnabführung an den Bund abwenden, doch nun soll das Finanzinstitut den Staatshaushalt indirekt entlasten. Die KfW soll zukünftig einen Teil ihrer Gewinne für Förderprogramme verwenden, für die sonst der Bund aufkommen müsste. Es ist angedacht, dass sie Mittel zum Klimafonds beisteuern soll. Zudem soll die KfW verstärkt von der Bankenaufsicht kontrolliert werden.

Die Gläubiger des europäischen Arms der untergegangenen amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers können auf eine vollständige Rückzahlung ihres Geldes hoffen. In den vergangenen sechs Monaten habe es eine Reihe juristischer Erfolge gegeben, teilte die als Verwalterin eingesetzte Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC am Montag in London mit.

Tony Lomas, Chef des Lehman-Verwalterteams bei PwC bezeichnete die Entwicklung als „signifikanten Meilenstein“. Während die Forderungen von anderen untergegangenen Lehman-Gesellschaften etwa in den Vereinigten Staaten, der Schweiz und Luxemburg abgestuft wurden, sei die Lehman Brothers International Europe (LBIE) in der Rangfolge nach oben geklettert. Die Insolvenzverfahren laufen großenteils getrennt voneinander.

Schon rund 16 Milliarden Euro an Gläubiger ausgeschüttet

Lehman Brothers war im September 2008 wegen missglückter Spekulationen auf dem amerikanischen Häusermarkt zusammengebrochen. Die Insolvenz gilt als Höhepunkt der Finanzkrise. Es sei noch viel zu tun, bis es zur endgültigen Abwicklung kommen könne, sagte Lomas. „Aber wir gehen davon aus, dass wir in nächster Zukunft eine zweite, beachtliche Dividende an die Gläubiger auszahlen können, was uns unserem neuen Ziel einen weiteren Schritt näher bringen wird“, sagte Lomas. Seit dem Start des Abwicklungsprozesses seien bereits 13,6 Milliarden Pfund (15,95 Milliarden Euro) an die Gläubiger ausgeschüttet worden. Durch juristische Einigungen in der Vergangenheit gebe es Anlass für Optimismus, noch in diesem Jahr weitere 9,1 Milliarden Dollar (6,97 Milliarden Euro) auszahlen zu können.

Lehman-Gläubiger in Australien kommen dagegen schlechter weg – sie sollen nur 45 Prozent ihrer Einlagen zurückerhalten, dies aber auch nur dann, wenn sie ihre Klagen gegen Lehman zurücknehmen. Lehman Australien verfügt noch über Vermögenswerte in Höhe von 300 Millionen australische Dollars (240 Millionen Euro). Sie sollen unter den Gläubigern aufgeteilt werden, zu denen auch 70 Gemeindeverwaltungen, Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen gehören.

Die Zinsen auf Tages- und Festgeld laden nicht gerade zum Vermögensaufbau ein. Max Lenzenhuber, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Galiplan Financial Strategies, stellt Alternativen vor.

Tages- und Festgeld-Hopping hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland zum beliebten Volkssport entwickelt. Dabei hüpft der gewiefte Anleger von Anbieter zu Anbieter und sichert sich jeweils die höchsten Zinsen. Dabei gibt es clevere Alternativen.

Wer auf den einschlägigen Festgeld- und Tagesgeldseiten in den vergangenen Wochen nach Angeboten mit mehr als zwei Prozent Rendite für ein Jahr sucht, wird enttäuscht. Selbst die für Ihre guten Konditionen bekannten Direktbanken wie ING-Diba oder IKB bieten derzeit maximal 1,3 Prozent pro Jahr. Für die Anleger, die etwas mehr Rendite wollen, kann sich ein Blick auf alternative Anlageformen, wie zum Beispiel Discountzertifikate lohnen.

Rabatte nutzen

Über Discount-Zertifikate kann der Anleger einen Basiswert, etwa eine Aktie oder einen Index zu einem niedrigeren Preis zu erwerben. Dieser Discount oder Rabatt wirkt wie ein Sicherheitspuffer, wenn der Basiswert fällt. Ein Verlust tritt nur ein, wenn der Wertverlust des Basiswertes größer wird als der Discount. Steigt der Basiswert über die Laufzeit, bleibt gleich oder fällt weniger als die Höhe des Rabatts, wird der Anleger eine positive Rendite erzielen.

Die zu erzielende Rendite ist durch einen sogenannten Cap nach oben begrenzt. Als Alternative zur Festgeldanlage muss ein Discountzertifikat so ausgewählt werden, dass der Cap-Betrag eine attraktive Rendite bedeutet, zum Beispiel vier Prozent, und der Sicherheitspuffer so hoch ist, dass ein Verlust unwahrscheinlich erscheint.

Die Qual der Wahl

Doch welchen Sicherheitspuffer muss man wählen, damit der Verlust unwahrscheinlich ist und was passiert, wenn die Sicherheitsschwelle doch unterschritten wird? Hierzu haben wir im Jahr 2012 umfangreiche statistische Untersuchungen angestellt.

Dabei wurde das theoretische Verhalten von Discountzertifikaten auf den Dax untersucht, die eine Rendite von vier Prozent bei einem Jahr Laufzeit aufweisen. Im Untersuchungszeitraum vom 29. September 1959 bis zum
28. Juni 2011 wurden 12.796 einjährige Investments simuliert.

Aus dem Ergebnis der Studie lassen sich einige wesentliche Aussagen für den Privatanleger ableiten: Wählt der Anleger einen Discount/Sicherheitspuffer von wenigstens 33 Prozent, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zielrendite von vier Prozent nicht erreicht wird, auf unter fünf Prozent.

Bei einem Sicherheitspuffer von 15 Prozent wurde die Zielrendite von vier Prozent in einem Viertel aller Einjahreszeiträume nicht erreicht. War die Entwicklung des Dax so ungünstig, dass das Discount-Zertifikat unter dem Einstandswert zurückgezahlt wurde, war mit Verlusten von bis zu zehn Prozent zu rechnen.

Des Weiteren wurde untersucht, was ein Anleger unternehmen kann, wenn sein Investment zu den fünf Prozent gehört hat, die die Zielrendite von vier Prozent nicht erreicht haben. In diesem Fall könnte der Anleger am Tag der Endfälligkeit seines Zertifikates direkt in den Dax wechseln, beispielsweise über ein Index-Zertifikat.

Ab diesem Zeitpunkt profitierte der Anleger direkt von der Erholung des Marktes und konnte mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent aller untersuchten Fälle die Zielrendite von vier Prozent pro Jahr innerhalb
von 3 Jahren wieder erreichen.

Fazit: Die Anlage in Discount-Zertifikaten ist kein Ersatz für Festgeldanlagen, weil die statistischen Untersuchungen ein Restrisiko von wenigstens fünf Prozent aufzeigen, in denen die Zielrendite nicht erreicht wird. Wer jedoch seine defensiven Anlagen über sinnvolle Variante erweitern möchte, kann bei Discountzertifikaten gute Renditen bei relativ moderaten Risiken finden.

Insbesondere wenn man bereit ist, im Falle eines Verlustes in das unterliegende Investment wie den Dax zu investieren, kann man mit Discountern eine ertragreiche und sichere Investmentstrategie entwickeln.

szmtag

Reiche Sparer in Europa müssen künftig damit rechnen, dass sie bei einer Schieflage ihrer Bank an den Kosten der Rettung beteiligt werden. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sagte der Süddeutschen Zeitung, er werde im Juni einen Gesetzantrag mit klaren Regeln vorlegen, wer im Zweifelsfall in welcher Reihenfolge haftet.

„Zuerst zahlen die Aktionäre der Bank, als Zweites die übrigen Kapitalgeber, also etwa Anleihebesitzer“, sagte er. „Wenn das nicht reicht, werden Sparer mit Guthaben über 100.000 Euro herangezogen. Danach kommen die Mittel aus den künftigen nationalen Bankenabwicklungsfonds, in die alle Institute einzahlen müssen.“ Erst wenn all diese Quellen ausgeschöpft seien und immer noch Geld fehle, wären die Steuerzahler der Euroländer über den Rettungsfonds ESM an der Reihe. „Der ESM ist definitiv die allerletzte Rückfallposition“, sagte Barnier.

Der Kommissar präsentierte seinen Vorschlag am Freitag den 27 europäischen Finanzministern, die sich in Dublin trafen. Er warb dafür, das Regelwerk so rasch wie möglich zu verabschieden und schon 2015 in Kraft zu setzen. Bisher war das erst für 2018 vorgesehen. Die Eile sei nötig, um Unsicherheiten unter den Anlegern zu beseitigen, sagte Barnier. In der Bundesregierung dürfte Barniers Vorstoß durchaus auf Wohlwollen stoßen. Berlin dringt seit Längerem darauf, ein klares Regelwerk zur Abwicklung und Sanierung maroder Banken einzuführen.

Luxemburg gilt wegen seines Bankgeheimnisses als EU-Steuerparadies. Doch nun reagiert das Land auf die Offshore-Enthüllungen. Künftig will es enger mit ausländischen Steuerbehörden zusammenarbeiten.

Luxemburg ist bereit, sein Bankgeheimnis zu lockern. „Wir wollen eine verstärkte Zusammenarbeit mit den ausländischen Steuerbehörden“, sagte Finanzminister Luc Frieden der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Der internationale Trend gehe zu einem automatischen Informationsaustausch. „Den lehnen wir, anders als früher, nicht mehr strikt ab“, so der Minister. „Luxemburg baut nicht auf Kunden, die Steuern sparen wollen.“

Das Bankgeheimnis in Luxemburg wird von vielen anderen Staaten äußerst kritisch gesehen, weil es ihnen zufolge Steuerhinterziehung begünstigt. So hat Luxemburg bislang etwa EU-Regeln zum automatischen Informationsaustausch bei der Zinsbesteuerung blockiert, um sein für Anleger vorteilhaftes Bankgeheimnis zu schützen. Damit würden auch deutsche Steuersünder in Bedrängnis geraten, die in Luxemburg ihr Geld vor dem Fiskus verstecken. Bisher schützt sie eine anonyme Quellensteuer von 35 Prozent der Zinserträge, die den Angaben zufolge zum großen Teil nach Deutschland überwiesen wird, ohne den Namen zu nennen.

Superreich dank Finanzsektor

Der Finanzsektor hat das einst von Schwerindustrie und Landwirtschaft geprägte Luxemburg wohlhabend gemacht: Die pro Kopf erbrachte Wirtschaftsleistung in dem Staat mit einer gut halben Million Einwohnern ist eine der höchsten der Welt.

Auch die Schweiz reagiert auf die Enthüllungen der so genannten Offshore-Leaks: Zwei Schweizer Banken verlangen von ihren deutschen Kunden jetzt Beweise, dass diese ihre Konten auch tatsächlich beim Fiskus gemeldet haben. Ein Sprecher der Credit Suisse bestätigte der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA), dass die Kunden informiert worden seien und ihre Konten bei Zuwiderhandlung gesperrt würden. Das Geldhaus Julius Bär teilte über einen Sprecher mit, dass es einen solchen Schritt schon im Februar nach dem Scheitern des Steuerabkommens zwischen Deutschland und der Schweiz angekündigt habe.

Banken ermutigen ihre Kunden zur Offenheit

Über die Aufforderung hatten zuvor die beiden Schweizer Zeitungen „Tages-Anzeiger“ und „Der Bund“ berichtet. Sie betrifft nicht nur kürzlich eröffnete Konten und Geldanlagen, sondern auch jene, die schon seit Jahrzehnten bestehen. Die größte Schweizer Bank UBS ließ die SDA über einen Sprecher wissen, dass sie ihre Kunden schon seit langem dazu ermutige, „ihre finanzielle Situation falls nötig zu regeln“. Ein Ultimatum für die Vorlage entsprechender Beweisdokumente sei aber nicht angedacht.

Das Thema Steuerhinterziehung sorgt dieser Tage unter dem Schlagwort „Offshore-Leaks“ für weltweite Schlagzeilen und versetzt die Finanzwelt in Aufruhr. Die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR und ausländische Medien hatten erstmals über einen Datensatz berichtet, der 130.000 mutmaßliche Steuersünder aus mehr als 170 Ländern enttarnt. Sie sollen geheime Geschäfte mit Offshore-Firmen in einschlägigen Steueroasen gemacht haben. Kreditinstitute wie die Deutsche Bank sollen ihnen laut „SZ“ dabei behilflich gewesen sein.

Ob vermögende Anleger, die Steuern vermeiden wollen oder Kriminelle, die ihre illegal erworbenes Geld vor dem Zugriff des Staates verstecken wollen – beide Gruppen bringen ihr Geld in Steueroasen. Über den ganzen Erdball fließt es auf karibische Inselparadiese, Eilande im Pazifik oder europäische Kleinststaaten.

Wie die Flüchtigen den Fiskus betrügen und wer Ihnen dabei hilft, hat das Journalisten-Netzwerk International Consortium of Investigative Journalists aufgedeckt. Auf der Webseite der kanadischen CBCNEWS können Internetnutzer in einer interaktiven Grafik nachverfolgen, wie Vermögenden bei Flucht und Verschleierung vorgehen.

Nur sechs Schritte und schon liegen die virtuellen Millionen aufwendig in Firmen oder Stiftungen verpackt am anderen Ende der Welt. Viele Steueroasen rund um den Erdball werben um Vermögen, die unerkannt bleiben sollen.

Wie verschleiere ich meine Identität?

Hat der Steuerflüchtling erst einmal Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Oasen verglichen und sich für ein Geldversteck entschieden, muss er seine Identität verschleiern.

Möglichkeiten hat er dafür viele: Er kann beispielsweise eine Stiftung gründen oder eine Briefkastenfirma eintragen lassen. Viele Dienstleister bieten sogar fix und fertig eingetragene Firmen von der Stange.

Im nächsten Schritt muss der Steuerflüchtling ein Offshore-Bankkonto eröffnen, um sein Geld in die Steueroase zu transferieren. Auch das ist noch völlig legal. Erst im nächsten Schritt beginnt die Illegalität.

Wie bringe ich das Geld in die Steueroase?

Denn der Steuerflüchtige muss sein Geld, am Fiskus und anderen staatlichen Stellen vorbei auf das neu eröffnete Bankkonto bringen. Steuer-Ermittler kennen dafür viele Methoden, von dicken Geldbündeln in der Post bis zu dicken Diamanten-Colliers, die am Hals der mitreisenden Gattin über die Grenze und in die Steueroase geschmuggelt werden.

Die Volkshochschule für Steuerbetrüger macht allerdings deutlich: Genauso heikel ist der Weg zurück. Wer sein Geld aus einer Steueroase zurückbringen und zuhause legal ausgeben will, hat dafür nur wenige Möglichkeiten, die zudem häufig sehr riskant sind.

Viele Steuerflüchtlinge wählen deshalb den Weg zu den Steuerbehörden, um sich dort zu stellen – nachdem sie jahrelang viel Geld und Zeit darauf verwandt haben, gerade diesen Behörden zu entgehen.

Ob vermögende Anleger, die Steuern vermeiden wollen oder Kriminelle, die ihre illegal erworbenes Geld vor dem Zugriff des Staates verstecken wollen – beide Gruppen bringen ihr Geld in Steueroasen. Über den ganzen Erdball fließt es auf karibische Inselparadiese, Eilande im Pazifik oder europäische Kleinststaaten.

Wie die Flüchtigen den Fiskus betrügen und wer Ihnen dabei hilft, hat das Journalisten-Netzwerk International Consortium of Investigative Journalists aufgedeckt. Auf der Webseite der kanadischen CBCNEWS können Internetnutzer in einer interaktiven Grafik nachverfolgen, wie Vermögenden bei Flucht und Verschleierung vorgehen.

Nur sechs Schritte und schon liegen die virtuellen Millionen aufwendig in Firmen oder Stiftungen verpackt am anderen Ende der Welt. Viele Steueroasen rund um den Erdball werben um Vermögen, die unerkannt bleiben sollen.

Wie verschleiere ich meine Identität?

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Möglichkeiten hat er dafür viele: Er kann beispielsweise eine Stiftung gründen oder eine Briefkastenfirma eintragen lassen. Viele Dienstleister bieten sogar fix und fertig eingetragene Firmen von der Stange.

Im nächsten Schritt muss der Steuerflüchtling ein Offshore-Bankkonto eröffnen, um sein Geld in die Steueroase zu transferieren. Auch das ist noch völlig legal. Erst im nächsten Schritt beginnt die Illegalität.

Wie bringe ich das Geld in die Steueroase?

Denn der Steuerflüchtige muss sein Geld, am Fiskus und anderen staatlichen Stellen vorbei auf das neu eröffnete Bankkonto bringen. Steuer-Ermittler kennen dafür viele Methoden, von dicken Geldbündeln in der Post bis zu dicken Diamanten-Colliers, die am Hals der mitreisenden Gattin über die Grenze und in die Steueroase geschmuggelt werden.

Die Volkshochschule für Steuerbetrüger macht allerdings deutlich: Genauso heikel ist der Weg zurück. Wer sein Geld aus einer Steueroase zurückbringen und zuhause legal ausgeben will, hat dafür nur wenige Möglichkeiten, die zudem häufig sehr riskant sind.

Viele Steuerflüchtlinge wählen deshalb den Weg zu den Steuerbehörden, um sich dort zu stellen – nachdem sie jahrelang viel Geld und Zeit darauf verwandt haben, gerade diesen Behörden zu entgehen.